Foto: Das Blumen

Die lokale Kulturszene und (Stadt-) Kulturpolitik ist ständig in Bewegung – da bekommt man viele interessante Neuigkeiten nur am Rande, viel zu spät oder gar nicht mit. Schluss damit: An dieser Stelle servieren wir alle Info-Häppchen, welche die P-Redaktion in den letzten Wochen aufgeschnappt hat.

20 Jahre Scentral: Der Kontaktladen am Herrngarten hilft seit 1996 Menschen in ihrer Not und aus ihrer Sucht. Die Anlaufstelle mitten in der Stadt für Menschen, die eine Existenz am äußersten Rand der Gesellschaft fristen, hat sich zu einem sozialen Erfolgsprojekt entwickelt. Täglich stehen die Türen in der Bismarckstraße 3 Drogenkranken offen – selbst an Weihnachten und Neujahr. Hier gibt es warme Mahlzeiten, einen Aufenthaltsraum, Beratung, die Vermittlung von Schlafplätzen, aber vor allem auch kostenfreien Hygienebedarf: saubere Spritzen, Folien, Alkoholtupfer. Mit Sozialpädagogen und weiteren Trägern werden zudem auch Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien betreut.

Das Blumen kann und konnte seinen für die Hessischen Theatertage errichteten Pavillon auf dem Georg-Büchner-Platz auch nach Ende der Festspiele weiter nutzen. Den Sommer über haben die Kulturnomaden den Platz vorm Staatstheater, der sich dank des luftigen Holzbaus mit markantem orangefarbenem Steg zu einem kleinen Fixpunkt des Stadtlebens entwickelt hat, mit Kunst und Kultur bespielt und belebt. Der Pavillon mit Bar hat noch bis Mitte September dienstags, freitags und samstags von 18 bis 22 Uhr geöffnet, Infos zum Programm findet Ihr im Netz: www.dasblumen.de.

Seit 17 Jahren wird der Hermann-Kesten-Preis vom in Darmstadt ansässigen PEN-Zentrum Deutschland verliehen. Dieses Jahr geht die Ehrung der Schriftstellervereinigung an Thomas B. Schumann. Der 1933 geborene Autor und Publizist gründete unter anderem den Verlag „Edition Memoria“ und widmete sich der Förderung der Exil-Literatur. Ein Lebenswerk ganz im Sinne der Würdigung, die ein Zeichen für verfolgte und inhaftierte Schriftsteller und Journalisten setzen will.

Wenn Euer Lebenswerk gerade erst Form annimmt, Ihr aber schon preisverdächtige Lyrik aufs Papier bringt, dann könnt Ihr Euch für den Kurt-Sigel-Lyrikpreis des PEN-Zentrums bewerben. Für Gedichte von „hoher ästhetischer Qualität“ winkt ein Preisgeld von 4.000 Euro. Die Ausschreibungsbedingungen findet Ihr auf www.pen-deutschland.de.

Holt die Lederjacken aus dem Schrank und bügelt Eure Bandanas: Darmstadt hat eine neue Rock-Supergroup! Für Glanville haben sich Ex-Bushfire-Schlagzeuger Thomas Hoffmann sowie Peter-Philipp Schierhorn und René Hofmann von Wight mit zwei weiteren Kumpanen zusammengeschlossen. Wir durften schon mal in die fünf Songs der hoffentlich bald erscheinenden EP reinhören. Der Sound? Straight from hell! Klingt, als hätten Thin Lizzy, Judas Priest und Ronnie James Dio einen Soundtrack für ein „Easy Rider“-Reboot geschrieben. www.facebook.com/SirGlanville

Eine kräftige Finanzspritze hat das kürzlich eröffnete Queere Zentrum Darmstadt erhalten. Den Zuwendungsbescheid des Landes Hessen in Höhe von 34.000 Euro hat Ende Juli der Staatssekretär für Integration und Antidiskriminierung höchstpersönlich dem Trägerverein Vielbunt in seinen Räumen in der Oetinger Villa überreicht. www.queereszentrum-darmstadt.org

Kleine Label-Nachlese: Footjob Music hat bereits im Mai seine zehnte Veröffentlichung gefeiert. Zu hören ist auf der Platte Sascha Ciminiera mit „Lights“ sowie drei Remixe – darunter auch Labelchef Phonk D selbst am Werk – der sommerlichen Disco-House-Nummer. Gibt’s wie immer als 12“-Vinyl und digital via www.footjob-music.com.

Und auch bei Tosh Taylors kleiner Plattenbude Vibin hat sich was getan. Als erster Teil einer Serie ist mit „Pieces Volume One“ eine 7-Inch erschienen, die sich die Darmstädter Beat-Produzenten Tesk und Clav Split mit jeweils zwei Instrumental-Tracks teilen. Das Vinyl mit schlicht-elegantem Cover bekommt Ihr unter anderem hier: www.vibin.bandcamp.com.

Die poetische Liedermacherin Julakim will ihre CD-Trilogie zum Abschluss bringen. Nachdem Album Nummer zwei bereits auf diesem Weg erfolgreich finanziert werden konnte, soll die Platte „Compartir“ ebenfalls via Crowdfunding den Weg ins Presswerk finden. Mehr Infos auf: www.julakim.de.

„Begegnung in der Fremde“, zu diesem Thema könnt Ihr bis zum 15. Oktober Beiträge für den Fotowettbewerb der 10. Multimediale einreichen. Auf die Gewinner warten Preise im Gesamtwert von über 10.000 Euro. Infos: www.multimediale.de/fotowettbewerb

Rasmus Søndergaard Johannsen wurde von der Darmstädter Sezession mit dem Hauptpreis für junge Künstler 2017 ausgezeichnet. Mit einer „streng konzeptionellen Vorgehensweise“, die aber auch „zu einer reichen Sinnlichkeit findet“, habe dieser das Wettbewerbsthema „Angstfrei“ überzeugend repräsentiert, so die Verlautbarung der traditionsreichen Künstlervereinigung. Lydia Balke darf sich mit ihren radikalen Werken über den Förderpreis freuen. Zu sehen waren die Arbeiten von Ende April bis Ende Juni 2017 im Kunstforum der TU Darmstadt. www.darmstaedtersezession.de

Ingo „Krimalkin“ Lohse hat einen Band mit finster-fantasievollen Zeichnungen veröffentlicht. „Mutator“ ist als Hardcover im Comic Cosmos erhältlich. Im Herbst gibt’s zudem einen VHS-Kurs des Darmstädter Illustrators, der bereits Plakate für die Galerie Kurzweil gestaltete, das Cover der aktuellen Wight-Platte verantwortet und auch schon das P verschönert hat. www.krimalkin.de

Die Woog Riots melden sich mit neuer Single zurück! „Monstrous Monsters“ ist digital erhältlich und hat auch ein Video spendiert bekommen, das in Venedig gedreht wurde. Der Lo-Fi-Pop-Song ist den Protesten gegen riesige Kreuzfahrtschiffe in der Lagunenstadt gewidmet. www.woogriots.de

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