Foto: Jan Ehlers

Die lokale Kulturszene und (Stadt-) Kulturpolitik ist ständig in Bewegung – da bekommt man viele interessante Neuigkeiten nur am Rande, viel zu spät oder gar nicht mit. Schluss damit: An dieser Stelle servieren wir alle Info-Häppchen, welche die P-Redaktion in den letzten Wochen aufgeschnappt hat.

Wir haben uns ja bereits bei unserem Besuch für die letzte Ausgabe trotz Baustellen-Gewusel ins frisch sanierte Gewölbe unterm Parforcehof des Schlosses verliebt. Die Übergabe vom Bauherrn – der Technischen Universität – zum Verein Keller-Klub und Wirt Sergio Perez hat sich dann doch noch etwas verzögert. Mitte Dezember soll der Künstlerkeller nun tatsächlich wieder eröffnen. Die Theke steht, die Küche ist betriebsbereit, die Konzession ist durch – und die aufgefrischten urigen Bänke sind auch wieder eingebaut. Für Anfang Dezember wurde auch schon eine Lesung, für Mitte Dezember ein erstes Konzert angekündigt, um nach abgeschlossenem Feinschliff die Vorfreude auf die offiziellen Wiedereröffnungs-Festivitäten im Januar und das Kulturprogramm mit Lesungen, Ausstellungen und Musik zu steigern. www.keller-klub.de

Weiterhin gewerkelt wird hingegen auf 806qm. Die „Bauarbeiten dauern an“, meldete das Kulturprojekt kürzlich auf seiner Website, nachdem im Sommer mit Erfolg 221qm Café eröffnet wurden. Der Neubau an der Alexanderstraße 2 sei ein komplexes Bauprojekt und um auf der Zielgeraden keine Abstriche machen zu müssen, brauche man noch ein wenig Zeit, heißt es. Bis der Club im Untergeschoss loslegt, ist also noch ein wenig Geduld gefordert. Die gute Nachricht: Seit November öffnen jeden Freitag, zusätzlich zum Café, auch 221qm Bar! www.806qm.de

Instrumentals mit smoothen Boom-Bap-Sound, jazzy Tunes sowie Tracks, in die sich Samples mit souligem Gesang schmiegen, hat das Label Vibin auf seiner neuesten Veröffentlichung versammelt. Für „Pieces Volume 2“ hat sich Tosh Taylor Wilczynski ins Boot geholt, der im hiesigen HipHop-Underground mit seinen ausgefeilten Beats und Instrumentals längst kein Unbekannter mehr ist. Beide Producer steuerten für die 7-Inch jeweils zwei Nummern bei. Die Platte bekommt Ihr bei gut sortierten Vinyl-Mailordern. www.facebook.com/vibinsounds

Bei der Verleihung des Darmstädter Musikpreises wurden dieses Jahr zwei Jazz-Formationen ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis ging Ende November an die Darmstädter Bigband. Seit ihrer Gründung 1985 erspielte sich die Truppe um Saxofonist Peter Linhart einen erstklassigen Ruf und spielte Konzerte mit internationalen Szene-Stars wie Eric Marienthal. Über das Stipendium – und 2.000 Euro – freuen sich Triorität, die mit ihrem Fusion-Sound und Live-Shows beim Herrngarten Jam und in der Galerie Kurzweil bewiesen haben, dass frischer, moderner Jazz verdammt viel geilen Groove haben kann. www.kultur-foerderkreis.de

Unter dem Dach des Berliner Labels (die Entdecker der Indie-Überflieger Milky Chance) ist Lui Hills Debüt-Single „5000 Miles“ erschienen, mitsamt cineastischem Video, gedreht in Los Angeles. Klingt wie: perfekt produzierte Pop-Musik mit irre spaciger Hook und einem Sound zwischen Trap-Beats, Electronica, Shlohmo und Frank Ocean. www.luihill.com

Eine Plattform für den Nachwuchs bildete wieder die Aktion „Mit Kunst für die Kunst“. Der Kunstförderpreis der Kunsthalle Darmstadt – und damit 3.500 Euro – gehen 2017 an Mia Bencun. Sie präsentierte mit ihrer Bodenskulptur „Cuttlefisch No. 4“ – bestehend aus ineinander gesteckten afrikanischen Keramikgefäßen und Autolack, der eine irisierende Oberfläche erzeugt – eine „innovative Werkgenese“, so die Jury. Neben der Absolventin der HfG Offenbach wurde eine weitere Studentin der hessischen Kunsthochschule ausgezeichnet: Barbara Gräwe. Ihre „eigene Verbindung von abstrakten und expressiven Formen“ hat bei den Preisrichtern eine Neugier geweckt, die mit Platz zwei und 2.500 Euro belohnt wird. Gratulation! www.kunsthalle-darmstadt.de

Darmstadt soll ein freies Lastenfahrrad-Verleihsystem bekommen. Damit Ihr in naher Zukunft ohne nervige Parkplatzsuche und verstopfte Straßen im wuseligen Stadtverkehr Großes und Schweres nach Hause bekommt, hat die Stadt Darmstadt das Projekt Heiner Bike initiiert und fünf E-Lastenräder gekauft – mit 90 Prozent Zuschuss vom Bund. Die kostenfreie Ausleihe will die Initiative Transition Town organisieren und sucht dazu noch Paten, Cafés und Geschäfte, die als wechselnde Station und Anlaufpunkte für die Räder im Stadtgebiet dienen. Lust mitzumachen? Hier gibt’s Infos: www.transition-darmstadt.de.

Die Weichen für „Wohnraum für alle, attraktive Standorte für Unternehmen, Forschung und Kultur sowie eine nachhaltige Mobilität in Darmstadt“ sollen durch den Masterplan 2030+ gestellt werden. Ein Planungsprozess, bei dem auch das Mitwirken der Stadtgesellschaft Impulse setzen soll. Erste zentrale Fragestellungen und Ideen aus der Bürgerschaft wurden nun im Darmstadtatlas festgehalten. Das 72-seitige Grundlagendokument ist für alle, die an dem Projekt mitwirken wollen, im Stadtfoyer des Rathauses erhältlich und auch online einsehbar unter: www.darmstadt.de.

Der Bandsupporter Contest geht in die fünfte Runde und will Bands mit Shows in ganz Hessen aus ihren Proberäumen locken. Beim großen Finale in der Centralstation treten dann die vier Kapellen, die sich in den Regional-Finals durchsetzen konnten, gegeneinander an und spielen um die Gunst von Jury und Publikum. Anmeldeschluss ist der 24.12. via www.bandsupporter.de.

Mitte November wurden die ersten Umzugskisten gepackt: Nach längerem Hin und Her zieht das Designzentrum Institut für Neue Technische Form voraussichtlich Mitte Dezember mit seiner renommierten Sammlung aus dem Lange Bäuche ins gegenüberliegende Waben auf dem Friedensplatz. www.institut-fuer-neue-technische-form.de

Eine der besten deutschsprachigen HipHop-Platten aller Zeiten, für manche sogar die beste, kommt aus Darmstadt und ist jetzt, 14 Jahre nach ihrer Veröffentlichung, erstmals auf Vinyl erhältlich. Manges‘ „Regenzeit in der Wüste“ hat eine Pressung auf schwarzem Gold spendiert bekommen, die auf 300 Exemplare limitiert ist. Bei der Bestellung könnt Ihr das ebenfalls vom Label Vinyl Digital neu aufgelegte Mädness-Debüt „Unikat“ abgreifen. www.facebook.com/mangeshiphop

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