Mädness und Döll | Foto: Four Music

Die lokale Kulturszene und (Stadt-) Kulturpolitik ist ständig in Bewegung – da bekommt man viele interessante Neuigkeiten nur am Rande, viel zu spät oder gar nicht mit. Schluss damit: An dieser Stelle servieren wir alle Info-Häppchen, welche die P-Redaktion in den letzten Wochen aufgeschnappt hat.

Mädness und Döll machen ab sofort gemeinsame Sache. Zwei Jahre, nachdem die beiden Darmstädter Rapper jeweils eigene, richtig starke EPs veröffentlicht haben, erscheint Anfang März ihr Album „Ich und mein Bruder“. Auf dem von den Fantastischen Vier gegründeten Label Four Music. Glückwunsch! Zwar haben die beiden Geschwister dafür Darmstadt in Richtung Berlin verlassen – und treten quasi in die Fußstapfen ihres Amigos Yassin. Nach dem ersten Vorboten, dem Video zur titelgebenden Single ihres Major-Debüts, haben wir trotzdem mächtig Bock auf das, was da kommt. www.facebook.com/maednessrap und www.facebook.com/doelloffiziell

Wir bleiben im HipHop-Kosmos unserer Stadt: Phonk D, früher auch als Produzent von Mädness unterwegs, hat gerade die achte Veröffentlichung seines Labels Footjob an den Start gebracht. Produziert wurde die „Flying Circus“-EP zusammen mit seinem Frankfurter Kollegen Le Rubrique. Unter den vier disco-lastigen, funky Dancefloor-Tracks findet sich auch ein Remix des Berliner House-Meisters Borrowed Identity. Gibt’s wie immer als Vinyl und digital via www.footjob-music.com.

„111 Orte in Darmstadt, die man gesehen haben muss“ wurden von Sonja Morawietz und Hartmut Heinemann auf knapp 240 Seiten zusammengetragen – vom Alten Pädagog bis „Zum Scheinheil’gen“. Die beiden Autoren sind tief in unsere Stadt, die es „sogar ins Periodensystem der Elemente geschafft hat“, eingetaucht und präsentieren in ihrem Buch neben allgemein Bekanntem auch etliche versteckte oder in Vergessenheit geratene Orte, zu denen jeweils Anekdotenreiches und Wissenswertes recherchiert wurde. Selbst wer meint, Darmstadt wie seine Westentasche zu kennen, entdeckt bei der Lektüre Neues. Oder wusstet Ihr, wessen tragischer Tod eines Darmstädters es als Filmzitat bis nach Hollywood geschafft hat? www.emos-verlag.de

Radio Darmstadt feiert sein 20-jähriges Sende-Jubiläum. Im Februar 1997 ging der Sender als erstes nichtkommerzielles Lokalradio Hessens mit seiner Lizenz dauerhaft on air. Seitdem bespielen verschiedene, teils international besetzte Redaktionen 24 Stunden am Tag die „Radar“-Frequenzen mit verschiedensten Formaten. Hier läuft alles: (Lokal-) Politik, queere Themen, Audiomax (das Sprachrohr der Studierenden), Musik und Kultur abseits des Mainstream und, und, und … www.radiodarmstadt.de

Während Jochen Partsch mit großen Worten erst kürzlich die „Entwicklung eines Kreativquartiers in der Weststadt“ ausgerufen hat, scheitert unser Oberbürgermeister und Kulturdezernent damit, einen neuen, angemessenen Spielort für das West Side Theatre zu finden. Im vergangenen September gab Partsch zu Protokoll, dass es „erklärter Wille der Stadt“ sei, „diesem freien Theater dauerhaft eine Bühne zu bieten“. Seit einem Jahr war klar, dass das West Side Theatre seine in Eigenleistung hergerichteten Räume in der ehemaligen Schenk-Kantine in der Landwehrstraße im Januar 2017 räumen muss. Die private Immobilie soll abgerissen werden. Bei einer Podiumsdiskussion mit Betreibern und dem städtischen Kulturreferenten Ludger Hünnekens konnte dieser kurz vor dem Räumungstermin allerdings immer noch keine konkreten Lösungen präsentieren. Somit steht das Projekt mit seinen Ensembles (unter anderem Compagnie Schattenvögel, ESOC Theatre Group) auf der Straße. Vielleicht könnt Ihr ja helfen. Gesucht wird eine Halle oder Gewerbe-Immobilie mit 300 Quadratmetern Fläche und 3,50 bis 5 Meter Deckenhöhe. www.westsidetheatre.de

Das neue Mollerhaus | Grafik: Gottstein & Blumenstein Architekten

Positives gibt’s hingegen vom Stammsitz des Theater Mollerhaus zu vermelden. Seit dem Sommer 2016 wird das Gebäude am Georg-Büchner-Platz umfassend energetisch und baulich saniert. Bis jetzt lief alles reibungslos und so könnt Ihr Euch vor allem auf die Errichtung eines barrierefreien Zugangs, eine neue Garderobe sowie Lüftungsanlage und weitere kleinere räumliche Optimierungen freuen, die den Besuch im Forum der freien Szene angenehmer machen. Eine immense Verbesserung für die Schauspieler sind die neuen Künstler-Sanitäreinrichtungen sowie der neu geschaffene Proberaum im Keller. Das Programm soll nach der Sommerspielzeit 2017 wieder an alter Wirkungsstätte starten. Mit einem Balkon an der Loge und einem kleinen Amphitheater im Garten gibt’s dann auch Theater im Freien. Bis dahin residiert das Theater Mollerhaus mit weiterhin spannenden Aufführungen in seinem Exil in der Hügelstraße 75. www.theatermollerhaus.de

Kunst an der Kunsthalle: „Touch“| Foto: Regina Silveira

Bauarbeiter sollen bald auch vor der Kunsthalle anrücken. Mitte Januar erarbeiteten dort Architekturbüros im Rahmen eines öffentlichen Planungsworkshops Entwürfe für die Neugestaltung des Kunsthallen-Vorplatzes, der bald wohl um seinen Zaun erleichtert wird. Für den Architekturwettbewerb hat die Stadt Darmstadt jedoch auch über den Vorplatz hinaus visionäre Ziele formuliert. So soll ebenfalls das Umfeld des Museums am Verkehrsknotenpunkt Rheinstraße neu gestaltet sowie die Parkanlage hinter den Ausstellungsflächen in die Entwicklungen einbezogen werden. Der städtebauliche Leitfaden „Masterplan 2030 plus“ der Stadt Darmstadt entwirft das Areal rund um die Kunsthalle nämlich als „offen gestalteten Eingang zur Innenstadt mit symbolischer Optik“. Beim Besuch der Kunsthallen-Website lohnt sich auch ein Blick auf die Crowdfunding-Aktion zu „Touch“, der geplanten, spektakulären Kunstintervention an der Schaufassade des Museums. www.darmstadt.de und www.kunsthalle-darmstadt.de

Das Blumen muss Ende März schon wieder schließen. Das finale Programm für die letzten Monate in der alten Schlosserei in der Hügelstraße 77 findet Ihr online. Mehr zur Zukunft des Blumen im März-P. www.dasblumen.de

Warum das An Sibin Mitte Januar seine Türen verriegelte, wollen wir bis dahin auch für Euch recherchiert haben. Was wir jetzt schon wissen: Das beliebte Pub Quiz (jeden Dienstagabend) zieht übergangsweise ins Manni & Peet um. www.ansibin.com

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