Es verändert sich gerade so Einiges in der Nachtkultur Darmstadts. Darüber informieren wir Euch mit einem kompakten Location-Update.

Illustration: Birgit Weber
Illustration: Birgit Weber

 

Level 6

Lange Zeit gab es Gerüchte, jetzt ist es leider amtlich: Nach sieben Jahren muss das Level 6 nach Kündigung durch den Vermieter Ende Juni endgültig schließen, da die Räumlichkeiten anders genutzt werden sollen. Die Lautstärke-Problematik, die immer wieder von Seiten des Ordnungsamtes moniert, aber zuletzt nach zähen Verhandlungen wohl geregelt wurde, spielt angeblich keine Rolle.

Der Club im 6. Obergeschoss (angrenzend an das Parkdeck) in der Kasinostraße 60 hat manch Höhen und Tiefen erlebt, sich durch gutes Booking aber immer über Wasser gehalten und viele rauschende Partynächte gefeiert. Wo und wie es weitergeht, wird von den Betreibern Stefan, Gerrit und Hermann Schwecke, Johannes Fries und Booker Berkan Kuscu noch überlegt: „Mit der Schließung des Level 6, werden wir definitiv keinen endgültigen Punkt setzen, sondern eher einen Doppelpunkt, denn wir versuchen unsere Reise an neuen Ufern fortzusetzen.“

Vorübergehend wird man sich dem eng befreundeten Club Ponyhof in der Weststadt anschließen und dort Veranstaltungen planen. Der letzte Partymonat soll aber nochmal exzessiv gefeiert werden: „Bis Ende Juni bleibt uns noch Zeit, ausgiebig die Sau raus zu lassen!“ Mehr dazu auf:

www.levelsechs.de

„Closing Wochenende“ Level 6 (Kasinostraße 60):

Level 6 Allstars + L6 Veterans + L6 Friends + L6 Buddies
Fr, 26.06. | 23 Uhr | 10 Euro

Pappenheimer (Würzburg) + David Berg (Frankfurt) + Sebi Meyer (DA)
Sa, 27.06. | 23 Uhr | 10 Euro

 

Illustration: Birgit Weber
Illustration: Birgit Weber

Jenseits, Secret Society, Lasertag, Eissporthalle

Einer der aktivsten Darmstädter Nachtleben-Gestalter scheint derzeit Timo Götz zu sein. Seit einiger Zeit organisiert der 33-Jährige auf einem etwas versteckt gelegenen Gelände in der Weststadt größere private Techno/House-Partys unter dem Namen „Jenseits“, die sich schnell in der Szene rumsprachen. Dieses Konzept liegt dort vorerst auf Halde – allerdings wird es ab Juni unter dem Namen „Secret Society“ immer wieder „jenseitige“ (O-Ton Timo Götz) Veranstaltungen in wechselnden Locations geben. So zum Beispiel am 06.06. ein „Handy Verbot Rave“ in der großen „Lasertag“-Halle (Rheinstraße 101). Am selben Ort will Götz ab Juli zusammen mit seinem Partner Marcus Thierolf ein Party-Konzept unter dem Namen „Aus der Reihe tanzen – over 25“ für (etwas) ältere Jahrgänge starten. Der Schwerpunkt soll dabei auf Dance-Classics, HipHop, Salsa und R’n’B liegen.

Damit aber noch nicht genug: In der Eissporthalle, die neuerdings auch als „Eventpark“ firmiert und von der Familie Akkus (besitzt Veranstaltungshallen im ganzen Rhein-Main-Gebiet) vermarktet wird, organisiert Götz zusammen mit den namhaften Frankfurter DJs Toni Rios und Mikel im oben gelegenen Terrassen-Club (ehemals „Roof Bar“) immer wieder Raves mit DJ-Größen wie DJ Rush. Und weil neben der Eissporthalle eine Rasenfläche in der Größe eines halben Fußballfeldes liegt, wird diese von ihnen auch gleich noch für die Sommermonate als „Spielwiese“ mit selbstgebautem Strohballen-Pool, Barbecue, Flohmärkten und Open Airs genutzt. „Da haben wir aber natürlich Lautstärke-Beschränkungen, können dann aber abends oder bei schlechtem Wetter sofort in die Eissporthalle ausweichen“, meint Götz. Das klingt alles nach viel Spaß, aber auch extrem viel Arbeit, trotzdem schmiedet Timo Götz noch weitere Bar- und Club-Ideen – dazu demnächst sicher wieder mehr bei uns im P.

www.facebook.com/pages/Die-Spielwiese/951206898243470 www.facebook.com/secret.society.music.official

1.) „Secret Society: Handy Verbot Rave“
„Lasertag“-Halle (Rheinstraße 101) | Sa, 06.06. | 22 Uhr | Eintrittspreis noch offen (eventuell nur für „Clubkarten-Besitzer“)

2.) DJ Rush (USA), Stigmata (André Walter, Chris Liebing/FFM), Toni Rios (FFM) und weitere
Eissporthalle (oben/Alsfelder Straße 45) | Sa, 13.06. | 22 Uhr | Eintrittspreis noch offen

 

Illustration: Birgit Weber
Illustration: Birgit Weber

Hillstreet No. 73

„Darmstadts kleinste Disco“, wie Betreiber Stefan Zitzmann den Keller-Club in der Hügelstraße 73 gerne titulierte, ist seit Ende Mai Geschichte, nachdem der Mietvertrag gekündigt wurde. Seit 1991 befand sich der teils nur „Mitgliedern“ zugängliche Club unter der Ägide wechselnder Betreiber (zu Beginn: Alexander Marschall und Michael Bode, die ebenso das legendäre Kesselhaus und die Centralstation leiteten). Nach manch Krisenzeiten etablierte sich der Hillstreet-Club zusehends, seit ab 2007 regelmäßige DJ-Veranstaltungen mit namhaften Szene-Größen eingeführt wurden. Jetzt weicht die Räumlichkeit einem Neubau durch die Grundstück-Eigentümer. Zitzmann selbst spricht im Frizz-Magazin davon, eine Räumlichkeit für einen neuen Club suchen zu wollen. Derzeit konzentriert er sich aber auf die Eröffnung des „Wellnitz – Café & Bar“ am Kantplatz (wir berichteten im „Kommen und Gehen“, Ausgabe November 2014).

www.hillstreet73.de

 

Schlosskeller

Der vom AStA der TU Darmstadt betriebene Schlosskeller wird direkt nach dem Heinerfest (02. bis 06.07.) für drei Monate geschlossen, da dringend notwendige Renovierungsarbeiten verrichtet werden. Konkret vor allem: eine neue Lüftungsanlage, Toiletten sowie ein zirka 50 Quadratmeter großer neuer Lagerraum. Geschäftsführer Jalal El Asri zeigt sich trotz der vorübergehenden Schließung glücklich: „Besonders der neue Lagerraum wird dringend benötigt, da wir die Getränke und Geräte bislang immer quer durch den ganzen Schlosskeller schleppen mussten und viel zu wenig Platz hatten.“ An der rückwärtigen Wand des großen Veranstaltungsraums wird es dafür einen Durchbruch zu einem benachbarten Keller geben. Angrenzend an den neuen Lagerraum wird auch an der dortigen Seite eine neue Theke platziert werden. Der eigentliche Veranstaltungsraum wird dadurch laut Jalal El Asri aber nur geringfügig größer. Während der Renovierung wird es vermehrt Veranstaltungen im Schlossgarten und auf der Bastion geben, da der Schlosskeller natürlich versucht, seine vielen studentischen Mitarbeiter trotzdem bestmöglich weiter zu beschäftigen. Zum Wintersemesterbeginn im Oktober soll der Schlosskeller dann wieder öffnen – „das hat uns die TU fest versprochen“, so El Asri. Vor der Umbaupause wird während des Heinerfestes aber noch mal kräftig im Schlosskeller gefeiert, da der Schlosshof wegen Baugerüsten diesmal nicht großflächig genutzt werden darf, der Keller dafür aber geöffnet hat.

www.schlosskeller-darmstadt.de

 

Illustration: Birgit Weber
Illustration: Birgit Weber

Künstlerkeller („Keller-Klub“)

Auch der Künstlerkeller im Schloss muss wegen Sanierungsarbeiten vorübergehend seine Pforte schließen – hoffentlich nur vorübergehend, denn der Förderverein Keller-Klub e. V. verweist zwar auf eine „grundsätzliche Zusage“ der Technischen Universität (Eigentümer), schreibt in einer Mitteilung aber auch: „… allerdings stehen die Konditionen derzeit noch nicht fest … und damit auch die Frage, ob und ggf. wie wir dies überhaupt finanzieren können.“ Pächter, Wirt und Koch-Impresario Sergio Perez („Darmstädter Typ“: P-Ausgabe 39, November 2011) sieht es etwas entspannter: „Die machen erstmal die ganze uralte Elektrik neu, eine gescheite Abzugslüftung für die Küche und einen neuen Notausgang hinter der Bühne … und dann wird es wie gewohnt weitergehen.“ Der urige, schummrige Charme dieser Traditionsstätte soll erhalten bleiben und ebenso auch die feinen Konzerte von Organisator und Klangwerker Christian Jung. Wann geht es hoffentlich weiter? „Bis Ende September sei man fertig mit der Sanierung, wurde mir von Seiten der TU gesagt“, so Perez.

www.keller-klub.de