Ängste, Multitalente und Widerstand

Unsere Kunst-Highlights im April

Foto: Karin Brosa

German Angst

Eine Angst geht um: Medien warnen vor Terror, Flüchtlingen und Mächtigen – ein diffuses Gefühl des Bedrohtseins macht sich breit. Wie reagiert die aktuelle Kunst darauf? Das fragt sich die Jury der Darmstädter Sezession und schrieb ihren diesjährigen Wettbewerb unter dem Titel „Angstfrei“ aus. Zehn von 180 eingesandten Arbeiten, darunter Malerei, Zeichnung, Fotografie und digitale Bildentwicklung, wurden für eine Ausstellung ausgewählt, die abstrakt bis erzählerisch, politisch sowie frei künstlerisch auf das Thema reagiert.

ab 22.04.

Kunstforum der TU Darmstadt, Karolinenplatz 5

www.tu-darmstadt.de/kunstforum

 

Foto: Dr. Julia Hümme, Ostholsteinmuseum Eutin

Energiebündel & Multitalent

Als Schauspieler ist Armin Müller-Stahl eine internationale Berühmtheit. Als Maler, Grafiker und Zeichner tritt er erst seit 2001 auf. Sechs Jahre später tauscht er das Filmen sogar gegen den Ausdruck auf Papier ein. Um Ruhm scheint es dem Multitalent – er hat auch Konzertgeige studiert und schreibt – nie gegangen zu sein, vielmehr um das Abenteuer Leben. Die Kunsthandlung Langheinz stellt 60 grafische Arbeiten des 86-Jährigen aus: Menschenbilder, in Farblithografien gebannt – Begegnungen eines energiereichen Lebens.

21.04. bis 20.05.

Kunsthandlung Langheinz, Schulstraße 10

www.kunsthandlung-langheinz.de

 

Foto: Künstlerhaus Ziegelhütte

Der Apfel fällt nicht weit …

Bernd Krimmel eröffnete, Johanna Krimmel gestaltet Kunsträume: Der Vater leitete von 1975 bis 1989 das Institut Mathildenhöhe, die Tochter verwandelt mittels medialer Technik Bühnen in Erlebnisräume. Erstmals stellen Vater und Tochter nun gemeinsam aus: Beide sind traditionellen Techniken, dem Malen, dem Aquarellieren, der Zeichnung und der Skizze verbunden. Beide bannen den Zauber eines Moments, die Eigentümlichkeit eines Porträtierten mit wenigen Strichen. Beide adeln sie in ihren Bildern das alltägliche Erleben.

23.04. bis 14.05.

Künstlerhaus Ziegelhütte, Kranichsteiner Straße 110

www.künstlerhaus-ziegelhütte.de

 

Foto: Volkshochschule Darmstadt

Widerstand der kleinen Leute

Widerstand leisten gegen Unrechtsregime – eine Angelegenheit historischer Helden? Nein, zeigt diese Ausstellung mit dem Titel „Was konnten sie tun? – Widerstand gegen den Nationalsozialismus 1939-1945“. Am Beispiel einiger Darmstädter Bürger aus der NS-Zeit, etwa Karl Plagge, Carlo Mierendorff und Valentin Degen –Wehrmachtsoffizier, Sozialdemokrat und Redakteur – werden Optionen zivilen Widerstands gegen die Nazi-Diktatur verdeutlicht. Die Wanderschau erzählt von 25 Mutigen, die sich der Verbrechensherrschaft widersetzten.

19.04 bis 23.05.

Katholisches Bildungszentrum „nr 30“, Nieder-Ramstädter Straße 30

Terminvereinbarung unter nr30@bistum-mainz.de

 

Foto: VG Bild-Kunst Bonn 2017

Netzwerk anonymer Aktiver

Sie arbeiteten ehrenamtlich, ohne viel Aufhebens von sich zu machen, und zu Abertausenden: Menschen, die den nach Deutschland Geflüchteten die Eingliederung zu erleichtern versuchten. Riesige Netzwerke sind dadurch entstanden. Die österreichischen Künstlerinnen und Zwillinge Christine und Irene Hohenbüchler setzen den Engagierten ein Denkmal: Unzählige gezeichnete Porträts dieser anonymen Helfer vereinen sie zu einem „Human Network“, einer papierenen Raum-Installation als ästhetisches Abbild enormen Engagements.

22.04 bis 08.10.

Galerie der Schader-Stiftung, Goethestraße 1

www.hlmd.de

 

Foto: DPI-Archiv

Poetik des Plakats

Theaterplakate sind mehr als funktionale Bühnenwerbung. Sie können selbst zu zweidimensionalen Bühnen mutieren, die eigenwillige Interpretationen von Theaterstoffen zeigen und dabei mit exzellentem handwerklichen Können experimentieren. Mit der Ausstellung „Von Köpfen und Kartoffeln. Das polnische Plakat vor 1989“ zeigt das Deutsche Polen-Institut Exponate aus den 1970er- und 1980er-Jahren, vor dem politischen Umbruch, als polnische Theatermacher die Chance erkannten, mittels Plakatkunst internationale Aufmerksamkeit zu erregen.

bis 23.04.

Deutsches Polen-Institut, Residenzschloss Darmstadt (Zugang über die Wallbrücke vom Karolinenplatz)

www.deutsches-polen-institut.de

 

Weitere Austellungen im April

Galerie Kunst-Schaefer: Christian Henze „Cityscapes“ (Malerei, bis 20.05.) www.kunst-schaefer.de

Galerie Lattemann, Trautheim: Margot Middelhauve „Neue Arbeiten“ (collagierte Ölgemälde, bis 09.04.) www.galerie-lattemann.de

Kunsthalle Darmstadt: Hans Schabus: „The Long Road from Tall Trees to Tall Houses“ (architektonische und geografische Räume, bis 01.05.) www.kunsthalle-darmstadt.de

Museum Künstlerkolonie, Mathildenhöhe: „Ornament im Quadrat“ (Jugendstil-Fliesen, bis 28.05.) www.mathildenhoehe.eu

Praxis Katharina Rogalla, Eberstadt: Giesela Scheinig „Scheinigs Tierleben“ (Aquarelle, bis 31.05.)

Weißer Turm, Fotogalerie: Jürgen Strasser: „Urban unlimited. Zukunft findet Stadt.“ (Fotografien, bis 13.05.) www.weisser-turm-da.de/fotogalerie/fotogalerie.html

 

Out Of Darmstadt

Damenbau Staatspark Fürstenlager, Bensheim-Auerbach: Wolfgang Hey „große welten – kleine welten“ (Malerei, bis 21.05.)

Galerie im Hofgut Guntershausen: Birgit Huck: „Innere und Äußere Räume“ (Malerei, 10.03. bis 07.05.)

Nudel Galerie, Ober-Ramstadt: Zeitgenössische Künstler zeigen Installationen, Street Art, Malerei und Plastik www.nudel-galerie.de

Remise Zwingenberg: Jürgen Kling „Retrospektive“ (Aquarelle, bis 14.05.) www.kunstraumbergstrasse.de

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