Dichter schlachten

Das literarische Darmstadt im April

Grafik: Rocky Beach Studio
Grafik: Rocky Beach Studio

Samstag, 01. April

In das „Hieroskop“ blickt, wer sich ab 18 Uhr in die verdunkelten Gefilde des Comic Cosmos begibt, um einer Phantastik-Lesung des White Train Verlags beizuwohnen. Unterstützt wird Tobias Reckermann dabei von Gast-Leser Philip Schaab, der aus dem Odenwald unter anderem Gedichte über Welt- und Sonnenuntergänge mitbringt.

Unter anderem Tobi Katze aus Dortmund und Sven Hensel aus Essen wettstreiten ab 20 Uhr in der Goldenen Krone beim 42. Krone-Slam nicht um den Pott, sondern um Krone und Mantel, die Sieger-Insignien des monatlichen Poetry Slams.

Sonntag, 02. April

„Mathilde liest“ und feiert ab 18.30 Uhr frohes Vor-Ostern mit den Gastgebern Merlin Veit und Bruder Jakob und Gastlesern Grete Finster und Egon Alter in der Limo Lounge.

Montag, 03. April

Max Goldt schöpft in der Centralstation ab 20 Uhr aus seinem schier unerschöpflichem Text-Archiv. Mehr dazu im Favoriten.

 

Dienstag, 04. April

Reformationsjubeljahr und noch kein Ende: In „Evangelio“ beschreibt Feridun Zaimoglu den unfreiwilligen wie produktiven Aufenthalt von Martin Luther auf der Wartburg. Eine erste kleine Zeitreise in das Jahr 1521 können wir ab 19 Uhr im Literaturhaus erleben, wenn der Kieler Autor im Gespräch mit dem HR2-Journalisten Martin Maria Schwarz seinen neuen Roman vorstellt.

 

Mittwoch, 05. April

Zweimal Lyrik bringt uns die Lesebühne ab 19.30 Uhr ins Literaturhaus: Mit ihrem „Bauplan für etwas anderes“ verdichtet Judith Hennemann aus Frankfurt am Main subjektives Begehren in einer mechanischen Umwelt; und Sabina Lorenz aus München erklärt in ihren Versen „Wie wir #binden. Wie wir #verschwinden“.

 

Donnerstag, 06. April

„Mit leichtem Gepäck“ zitieren Karlheinz Müller und Horst Schäfer die 2006 verstorbene Hilde Domin und rezitieren unter diesem Motto ab 19 Uhr im Literaturhaus die Jahrhundert-Dichterin.

Die „Mischpoke“ ist eine jüdische Familie im Westpreußen vor hundert Jahren mit sieben Töchtern und ohne Stammhalter. Aus ihrem turbulenten Familienroman liest Marcia Zuckerman auf Einladung der Literaturinitiative ab 19.30 Uhr in der Pizzeria Roma.

 

Dienstag, 18. April

Eine „Gebrauchsanweisung für das Leben“ hat Reisebuch-Autor Andreas Altmann verfasst. Tipps und Ratschläge kann vernehmen, wer um 20 Uhr in die Centralstation eingekehrt ist.

 

Donnerstag, 20. April

Auf „Planetenwellen“ surft der einschlägig engagierte Literaturprofessor Heinrich Detering über das Lebenswerk von Bob Dylan ab 20 Uhr im Theater im Pädagog. Die aus und von berufenem Munde neu übersetzten und kommentierten Songlyrics werden von Dan Dietrich musikalisch begleitet.

„Und was kann man später mal damit machen?“ – diese Frage braucht Alex Burkhard nicht mehr zu stellen, wer ab 20 Uhr das literarische Kabarett des Münchener Poetry Slammers und Lesebühne-Autoren in Sonnensaal in Roßdorf besucht hat.

 

Dienstag, 25. April

Widerfahrnis“ ist ein moderner Roadmovie-Roman mit zwei Liebenden auf der Straße nach Süden. Im Literaturhaus stellt Bodo Kirchhoff unter Beweis, warum ihm der Deutsche Buchpreis 2016 verliehen wurde.

 

Donnerstag, 27. April

Nicht nur Männer haben sich bis 19.30 Uhr in das Justus-Liebig-Haus bewegt: „Ralf König liest laut!“ verkündet die veranstaltende Volkshochschule und wir dürfen uns auf die hormongeschwängerte dritte Darmstädter Comic-Bühne mit 11.000 Jungfrauen und 22.000 Nasenlöchern freuen.

Frankophile Heiner kehren um 20.30 Uhr in das Kaffeehaus in Eberstadt ein, um im „Café littéraire“ über den livre „Les gens dans l’enveloppe“ von Isabelle Monnin zu parlieren.

 

Freitag, 17. März

Um 18 Uhr wird in der Centralstation der 20. Literarische März eröffnet. Deutschlands renommiertester Lyrik-Wettbewerb verspricht spannende Einblicke in die deutsche Lyrik der Gegenwart – mit Lesungen, Diskussionen und anschließender Preisverleihung.

Mit „Jetzt. Geschichte meines Abenteuers mit der Phantasie.“ legt Karl Heinz Bohrer seine gebührend unbescheidene Autobiografie vor, gespickt mit Begegnungen mit berühmten Zeitgenossen und gegnerischen Kameraden, von denen er uns ab 19.30 Uhr in der Stadtkirche berichtet.

 

Freitag, 28. April

Zur mittlerweile 48. Dichterschlacht treten wieder Poetry Slammer aus Nah und Fern um 20.30 Uhr ans Mikrofon auf der Bühne in der Centralstation, um Applaus und Dichtungsringe zu sammeln.

 

Sonntag, 30. April

„Sterben ist Mist, der Tod aber schön“ verkündete Gabriele Wohmann im Titel ihres letzten Kurzgeschichten-Bandes über ihre „Träume vom Himmel“. Im Literarischen Wohnzimmer des Kranichsteiner Literaturverlags stellt Sabine Eller ab 11 Uhr die vor zwei Jahren verstorbene Darmstädter Autorin vor, deren Bücher in kaum einem bundesrepublikanischen Wandschrank fehlen.

Zum zweiten Tag der Poesie lädt das Kulturinstitut Atelierhaus Vahle ein. Dieser wird um 14.15 Uhr von Eckhard Osten-Sacken mit mystischer Lyrik eröffnet. Nach einer Pause zeigt Bettina Klix um 16.15 Uhr „Berliner Suchbilder“ auf. „Kann der Tod poetisch sein?“ fragt anschließend Sabine Mehne.

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