Zukunftsfragen und historische Ermittlungen

Das literarische Darmstadt im Februar

Grafik: Rocky Beach Studio
Grafik: Rocky Beach Studio

Während die einen in Gedanken an Stanislaw Lem nicht weniger als die Zukunft der Menschheit verhandeln, wollen andere Goethe vom Verdacht, ein prokrastinierender Liegenlasser gewesen zu sein, freisprechen. Ein Monat der ganz großen Fragen.

 

Mittwoch, 01. Februar

„Zwischenberichte“ verlesen Autoren der Darmstädter Textwerkstatt 2016/2017 ab 19.30 Uhr auf der Lesebühne im Literaturhaus. Anschließend stellt Kurt Drawert, Leiter der renommierten Nachwuchsschmiede, die Teilnehmer des nächsten Jahrgangs vor.

Zur Eröffnung der Lyrischen Matinéen im Frühjahr hat sich Andel Müller einen Gast in die Stadtkirche eingeladen, der den Wenigsten als Literat bekannt ist. Doch Michel Friedman zählte zu seinen zahlreichen Tätigkeiten auch die Herausgeberschaft im Aufbau Verlag und dürfte somit ab 19.30 Uhr ein interessanter Gesprächspartner sein.

 

Donnerstag, 02. Februar

Gertrud Kolmar trat mit ihren Gedichtbänden in der späten Weimarer Republik in die literarische Öffentlichkeit. Als Jüdin von den Nazis zunächst verfemt und dann vernichtet, wurde ihrem Werk erst seit den 1950er-Jahren Ehre zuteil. Im Literaturhaus widmen sich ab 19 Uhr Karlheinz Müller und Horst Schäfer unter dem Zitat „Ich will die Nacht um mich ziehn als ein warmes Tuch“ der mystischen Lyrik der Berliner Dichterin.

Der erste literarische Abend fügt dem Martin-Luther-Gedenkjahr einen neuen Aspekt hinzu, denn in „Luther und der Pesttote“ muss der Reformator anno 1517 auch kriminalistisches Geschick beweisen. Wie der geistliche Ermittler seine Thesen und sein Leben verteidigt, berichtet uns Birgit Jasmund ab 19.30 Uhr im Künstlerhaus Ziegelhütte.

Der schweren Kindheit und schwierigen Jugend in einem kriminellen Umfeld entkommen, wird der prominente Fernsehkoch Marten von seiner Vergangenheit eingeholt. Ob und wie ihn seine Jugendliebe Stella rettet, erzählt Silke Scheuermann in ihrem neuen Roman „Wovon wir lebten“ uns ab 19.30 Uhr in der Stadtkirche.

Mit dem Jubilar Stanislaw Lem hat Dietmar Dath ein anscheinend universales Wissen sowie ein tiefes Interesse an der Entwicklung der Menschheit gemeinsam, was er in zahlreichen Romanen fantasie- und auch humorvoll bestätigte. Aus diesen liest der Journalist und Autor ab 20 Uhr in den Kammerspielen im Staatstheater und diskutiert anschließend mit Moderatorin Insa Wilke seine Vorstellungen über die Zukunft.
 

Freitag, 03. Februar

In seiner neuen Biografie „Zwischen Paradies und Apokalypse – Der Maler Franz Marc in neuer Sicht“ stellt Wilfried F. Schoeller das Leben des populärsten deutschen Malers des 20. Jahrhunderts zwischen künstlerischem Aufbruch, expressionistischen Liebeswirren und Glaubenskrisen dar. Erste Einblicke gewährt der Autor ab 19.30 Uhr in der Stadtkirche.

 

Sonntag, 04. Dezember

Qiánlóng, Kaiser von China, bindet Alister Cox mit dem Auftrag, an seinen Hof eine einzigartige Uhr herzustellen, die die Ewigkeit messen kann. Wie sich der englische Uhrmacher an den unmöglichen Auftrag macht, erzählt Christoph Ransmayr in seinem neuen Roman, den er uns ab 17 Uhr in der Stadtkirche vorstellt.

 

Samstag, 04. Februar

Den 40. Krone Slam begehen die Veranstalter mit einigen Überraschungen. Am Wettbewerb ab 20 Uhr nehmen in der Goldenen Krone unter anderem Carolina aus München, Jan Cönig aus Frankfurt und Johannes Floehr aus Krefeld teil. .

 

Dienstag, 07. Februar

Mit „Die Welt im Rücken“ hat es Thomas Melle nicht trotz, sondern mit seiner bipolaren Störung zu einem preisgekrönten Autor geschafft. Über seinen viel beachteten Roman und dem zugrundeliegenden Kampf um ein stabiles Leben unterhält sich der Autor ab 19 Uhr im Literaturhaus mit dem Radio-Moderator Ulrich Sonnenschein.

 

Donnerstag, 09. Februar

„Latein – da geht noch was! Rückenwind für Caesar & Co” verkündet der Philologe Karl-Wilhelm Weeber. Quod sit demonstrandum und zwar ab 19 Uhr im Literarium der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft (WBG).

 

Montag, 13. Februar

„Hinten sind Rezepte drin!“ behauptet Katrin Bauerfeind und bietet uns ab 20 Uhr in der Centralstation nach einer Lesung über perfekten Halt und unperfekten Sex Gelegenheit, ihre Ankündigung zu überprüfen. Das P verlost 3 x 2 Tickets für diese Lesung.

 

Mittwoch, 15. Februar

War Johann Wolfgang von Goethe ein prokrastinierender Liegenlasser? Ungewöhnlich unfertig hinterließ er der Nachwelt das Fragment „Achilleis“. Wie es dazu kam, dass die Verse nicht zu Ende geschmiedet wurden, erklärt uns Christoph Michel ab 19.45 Uhr im Literaturhaus.

 

Sonntag, 19. Februar

Zu seinem 180. Todestag wird Kasimir Edschmid mit der Neu-Edition seines Romans „Georg Büchner – Eine deutsche Revolution“ beehrt. Die Herausgeber Peter Brunner, Heiner Dieckmann und Christian Suhr präsentieren ab 16 Uhr im Literaturhaus den wiederentdeckten Klassiker.

 

Dienstag, 21. Februar

„Ein Bild und tausend Worte“ binden Klaus Modick an seinen Schreibtisch, also führt er Protokoll über seinen Schreibprozess, über seine Einflüsse und Inspirationen. Ab 19.30 Uhr führt der Schriftsteller und Übersetzer in der Stadtkirche in seine Poetik ein.

 

Sonntag, 18. Dezember

„Ein Bild und tausend Worte“ binden Klaus Modick an seinen Schreibtisch, also führt er Protokoll über seinen Schreibprozess, über seine Einflüsse und Inspirationen. Ab 19.30 Uhr führt der Schriftsteller und Übersetzer in der Stadtkirche in seine Poetik ein.

 

Dienstag, 21. Februar

Und wieder steht Stanislaw Lem im Fokus: Anlässlich des Komet-Lem-Festivals blickt Burkhard Müller aus der Sicht eines Literaturkritikers auf das Werk des visionären Zukunfts-Philosophen. Ab 18 Uhr im Alten Hauptgebäude der TU Darmstadt, Hörsaal S 103.

 

Mittwoch, 22. Februar

Wie sich an Persönlichkeiten, Ereignisse und Kulturen erinnert wird, verhandeln die nachfolgenden Generationen immer wieder aufs Neue. Mit Kulturen und „Formen des Vergessens“ beschäftigt sich Aleida Assmann dagegen in ihrer neuesten Veröffentlichung. Sieben Techniken und Beispiele führt die emerierte Professorin ab 19.30 Uhr in der Stadtkirche an.

„Fallensteller“ sind die Protagonisten in neuen Erzählband von Saša Stanišić. Seiner Fabulierkunst können wir ab 20 Uhr in der Centralstation auf den Leim gehen.

 

Donnerstag, 23. Februar

Das Team des Slam-Basis-Vereins empfängt zum 39. Krone-Slam ab 20 Uhr wieder stimmgewaltige Dichter und abstimmende Zuschauer im Saal der Goldenen Krone.

 

Donnerstag, 23. Februar

Historische Ursprünge hochaktueller Konflikte weist Dr. Kersten Knipp in „Nervöser Orient. Die arabische Welt und die Moderne“ nach und stellt uns im Literarium der WBG ab 19 Uhr seine Thesen über verpasste Chancen vor, Tradition und Moderne zu versöhnen.

 

Freitag, 24. Februar

Über das Streben, das Unerreichbare zu erreichen, schreibt Franz Schuh in seinem neuen großen Essay „Fortuna. Aus dem Magazin des Glücks“ und erklärt uns ab 19.30 Uhr in der Stadtkirche, was Menschen dabei eint oder trennt.

 

Sonntag, 22. Januar

Sarah Kirsch und ihren Gedichten widmet sich Ursula Treichel-Maier ab 11 Uhr im Wohnzimmer des Kranichsteiner Literaturverlags.

In die „Villa des Grauens” verwandelt sich die Oetinger Villa ab 18 Uhr, wenn Roland Benz diesmal zum Thema „Irrenanstalt“ schaurige Geschichten inszeniert.

 

Sonntag, 26. Februar

„Schlafen werden wir später“ beschließen die Lehrerin Johanna und die Schriftstellerin Márta im neuen Roman von Zsuzsa Bánk. Was die beiden Mittvierzigerinnen mit ihrem Leben noch so vorhaben, erfahren wir ab 17 Uhr in der Stadtkirche.

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