Der Ball ist rund, das Spiel dauert 90 Minuten und Abseits ist, wenn der Schiri pfeift. Diese spannenden Infos überlassen wir gerne weiterhin der „Sportschau“ oder dem „Echo“. Bei uns heißt es: P wie persönlich! Hier erfahrt Ihr wirklich was über die aktuellen „Lilien“-Kicker: ihre Vorlieben, ihre Marotten – und ihre bisherigen Darmstadt-Erfahrungen. Das interessiert hoffentlich nicht nur eingefleischte Lilien-Fans. 23 spontane Antworten auf 23 ungewöhnliche Fragen. Anpfiff … „Babbeln unter Pappeln“ beginnt!

Foto: Jan Ehlers
Foto: Jan Ehlers

1. Mit welchem Tier würdest Du Dich auf dem Spielfeld vergleichen?
Mit einem Wolf. Der reißt auch mal größere Tiere und lebt im Rudel.

2. Welche Frage stellen Dir fremde Menschen am liebsten?
„Wie ist die Luft dort oben?“ [Benny ist 1,95 Meter groß, Anm. d. Red.]

3. Was wusstest Du von Darmstadt, bevor Du hierher kamst?
Dass es hier ein „Vapiano“ gibt, den Verein – und das „Nachtcafé“. Und auch den ein oder anderen Spieler kannte ich schon. Denn vor sieben, acht Jahren war ich schon mal zum Probetraining hier, da wurde ich aber nicht genommen [heute ist er einer der Pfeiler der aktuellen Mannschaft].

4. Was ist das Besondere an der Stadt Darmstadt?
Dass die Leute hier sehr, sehr freundlich sind. Die Atmosphäre im Verein ist familiär. Eine witzige Geschichte: Vor ein paar Monaten war ich in Hamburg in einem Döner-Laden, da sprach mich einer an: „Du spielst doch bei Darmstadt, oder? Ich komm nämlich auch aus Darmstadt.“ So was passiert aber nur ab und zu mal [lacht].

5. Wo in Darmstadt schlemmst Du am liebsten und welches Gericht ist Dein Favorit?
Nudeln mit Funghi (und auch gern ein bisschen Rind dazu) im „Ristorante Vivarium“ oder bei „Vapiano“.

6. Wo gehst Du am liebsten tanzen und zu welcher Musik?
Das Tanzbein schwingen überlass‘ ich lieber anderen, vor spielfreien Tagen war ich aber schon mal in der Centralstation. Konzerte sind nicht so mein Ding.

7. Gehst Du manchmal mit Mannschaftskollegen aus?
Auf jeden Fall. Ich bin ja in einer Fahrgemeinschaft [von Karlsruhe/Ludwigshafen/Heidelberg nach Darmstadt] mit dem Aytac [Sulu], dem Jerome [Gondorf] und dem Aaron [Berzel]. Zusammen sind wir nonstop unterwegs. Und wir gehen auch mal mittags was zusammen essen, oft auch noch mit weiteren Spielern aus der Mannschaft.

8. Du sprichst gar keinen Slang?
Ich bemüh mich. Ich mag den Pfälzer Dialekt gar net, den Mannheimerische auch net. Ich bemüh mich, hochdeutsch zu reden, aber manchmal kommt’s durch. [lacht]

9. Welche Musik hörst Du?
Sammelst Du CDs oder Platten? Platten sind nicht mehr so meine Zeit. [Überlegt] Wenn ich feiern geh, hör ich gern Elektro, vor allem Minimal. Zuhause läuft so alles gemixt – von Radio bis Heavy Metal. Auf meiner Playlist stehen Manowar – „Warriors of the World“ hat Hanno übrigens von mir [Benny nimmt Bezug auf Hanno Behrens‘ Antwort in P-Ausgabe 61 vom Februar 2014, dass dieser Song sein Motivationslied vorm Spiel ist.]. Außerdem Sepultura und Slipknot. Gute Musik für den Tunnelblick, für die Konzentration vorm Spiel. Da kann man sich ganz gut pushen mit.

10. Wie pusht Ihr Euch als Team in der Kabine kurz vorm Spiel?
Nachdem der Trainer seine Ansprache gemacht hat, haben wir so ne Playlist mit 40 Liedern. Unser DJ ist der Sandro [Sirigu], der sitzt direkt neben der Box. Die wird dann voll aufgedröhnt. So 20, 25 Minuten gibt’s da bunt gemischte Musik, aber vor allem Elektro. Wer das nicht so mag oder einen anderen Ablauf hat, der geht einfach mit seiner Musik auf den Kopfhörern in den Nebenraum und dehnt sich. Das mach ich auch manchmal.

11. Welchen Gegenstand hast Du immer bei Dir, was darf nie fehlen?
Ein Plektrum, das mein bester Kumpel bei einem Slipknot-Konzert gefangen und mir geschenkt hat. Das hab ich immer in meinem Geldbeutel.

12. Du kennst Darmstadt mittlerweile ja schon etwas besser. Was fehlt der Stadt Deiner Meinung nach?
Ich bin nicht anspruchsvoll. Darmstadt ist schön genug, auch ohne Fluss.

13. Setzt Du Dich mit der Politik in Darmstadt auseinander?
Nö. Kein Interesse. Generell ist Politik nicht so meins.

14. Was hast Du Schönes im Heinerland gefunden?
Den „Kutten-Kalli“ [lacht]. Er ist ein persönlicher Fan von mir [und schon lange den „Lilien“ treu]. Ich mag ihn, ein sympathischer Kerl. Er hat mir auch ein Buch über sich geschenkt, mit persönlicher Widmung.

15. Warum ist Darmstadt 98 Dein Verein geworden?
Nachdem ich meinen Vertrag beim VfR Aalen aufgelöst habe, kam in meiner arbeitslosen Zeit der Kontakt mit Kosta Runjaic [von 2010 bis 2012 Trainer der „Lilien“] zustande. Die acht Monate ohne Verein waren sehr, sehr schwierig für mich, da zweifelt man auch mal an sich. Der Gang zum Arbeitsamt war schwer. Hier in Darmstadt hab ich dann vier Wochen lang Probetraining gemacht – und es hat einfach gepasst.

16. Gibt es einen speziellen Fan-Gesang, der Dich am meisten pusht?
Der „Lilien“-Song beim Einlaufen. Das ist immer schon geil!

17. Welcher aktuelle oder ehemalige Spieler imponiert Dir – und warum?
Als ich jünger war, gab es schon viele Fußballer, bei denen ich mir was abgeguckt habe. Aber ich hab immer versucht, meinen eigenen Weg zu gehen. Ich wollte immer meine eigenen Spuren hinterlassen, nicht in irgendwelche Fußstapfen treten.

18. Wenn Du irgendwann Deine Fußballschuhe an den Nagel hängst, welche Schuhe ziehst Du dann an?
Ich hab ne Ausbildung abgeschlossen zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuk-Technik. Da stellt man Folien her, zum Beispiel für Möbel, Fenster, Autos. Den Techniker in Maschinenbau kann ich dann auch nach der Fußballkarriere machen, eventuell auch noch den Diplomingenieur.

19. Gibt es etwas, dass Dir genau so wichtig ist wie der Fußball?
Über allem stehen Gesundheit – und meine Familie. Ich habe fünf Geschwister – drei Brüder und zwei Schwestern. Ich bin der Jüngste – und der Größte [lacht]. Mein Vater (er ist 75), meine Mutter (sie ist Österreicherin), meine Schwester und mein Neffe kommen zu jedem Spiel gefahren – auch auswärts, egal, ob nach Leipzig oder Rostock.

20. Welchen Tick hast Du – auf den Fußball bezogen und allgemein?
Vor Spielen muss ich immer zuerst meinen linken Schuh anziehen. Dann kommt der rechte. Dann der linke Schienbeinschoner … und so weiter. Wenn ich zuerst meine rechten Schuh angezogen habe, ziehe ich ihn wieder aus. Das muss alles eine Reihenfolge haben!

21. Wo leben Deine besten Kumpels?
In Ludwigshafen – und einer in Thailand, Bangkok. Der Björn Lindemann, mit dem hab ich zusammen in Osnabrück gespielt. Heute kickt er in der ersten thailändischen Liga bei FC Suphanburi und fühlt sich absolut wohl da. Ich will ihn gern mal dort besuchen. Doch was denken die Leute, wenn ich da hin komme: „Godzilla ist da!“ [lacht]

22. Wenn Du Journalist wärst, wen würdest Du am liebsten interviewen?
Lionel Messi. Weil ich Fußballer bin, interessiert mich, wie seine Abläufe vor dem Spiel sind, welche Musik er hört und viele andere Dinge. Seine Bescheidenheit gefällt mir. Außerdem bin ich Barcelona-„Fan“. Ich flieg ab und zu mal rüber auf Spiele. Die Stadt ist auch schön, aber die Spiele sind schöner. [lacht] Das Stadion [Camp Nou] ist einfach Weltklasse.

23. Letzte Frage: Wie möchtest Du Dich von den P-Lesern verabschieden?
[Der Name Gorka stammt von Bennys polnischen Vorfahren. Doch da er kein polnisch spricht, versucht er lieber, den österreichischen Akzent nachzuahmen:] Habe die Ehre!

 

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