Der Ball ist rund, das Spiel dauert 90 Minuten und Abseits ist, wenn der Schiri pfeift. Diese spannenden Infos überlassen wir gerne weiterhin der „Sportschau“ oder dem „Echo“. Bei uns heißt es: P wie persönlich! Hier erfahrt Ihr wirklich was über die aktuellen „Lilien“-Kicker: ihre Vorlieben, ihre Marotten – und ihre bisherigen Darmstadt-Erfahrungen. Das interessiert hoffentlich nicht nur eingefleischte „Lilien“-Fans. 16 spontane Antworten auf 16 ungewöhnliche Fragen. Anpfiff … „Babbeln unter Pappeln“ beginnt!

Babbeln
Foto: Jan Ehlers

1. Mit welchem Tier würdest Du Dich auf dem Spielfeld vergleichen? Mit dem Honigdachs. Das ist ein verrücktes Tier. Er hat keine Angst vor niemandem. Nicht einmal vor Elefanten oder Löwen. Auch beim Fußball musst du deine Angst in der Kabine lassen. Deswegen passt der Vergleich mit dem Honigdachs.

2. Was wusstest Du von Darmstadt, bevor Du hierher kamst? Ehrlich gesagt, nicht viel. Ich habe mich vor allem mit dem Verein beschäftigt. Da ich in der letzten Saison mit Dynamo Dresden dachte, die Relegation gegen Darmstadt 98 zu spielen, habe ich die Mannschaft und ihre Spiele beobachtet. Aber sonst, von der Stadt her, wusste ich nur, wo Darmstadt liegt.

3. Was ist das Besondere an der Stadt? Zuerst fällt mir ein, dass Darmstadt, obwohl es keine große Stadt ist, eine Wissenschaftsstadt ist. Es gibt mehrere Universitäten und interessante Forschungen, selbst in Frankreich habe ich davon gehört. Der Fußball macht die Stadt natürlich auch bekannter.

4. Was fehlt für Dich in Darmstadt? Eigentlich nichts!

5. Wo in Darmstadt schlemmst Du am liebsten? Ich gehe oft in Restaurants. Wobei das „Vapiano“ wohl nicht als Restaurant zählt, oder? Das ist ja eine Kette. [alle lachen] Ich gehe gerne zum Sushi essen ins Yang-Ji [Yang-Ji Sushi & More]. Ein paar Mal war ich in der „Sitte“ essen, das ist auch sehr, sehr gut. Eine Freundin von mir arbeitet dort.

6. Wo gehst Du am liebsten in Darmstadt tanzen? Ich tanze nicht gerne. Wenn es passt, gehen wir manchmal mit der Mannschaft aus. Ich folge dann den Spielern. Wir gehen oft ins An Sibin, da ist die Stimmung gut. Ich stehe aber eher an der Bar.

7. Welche Musik hörst Du Zuhause gerne? Ich höre gerne Musik – bin aber nicht auf eine Richtung festgelegt. Ich bin ganz offen und nicht nur der Rock- oder der HipHop-Typ. Es kommt auf die Stimmung und den Moment an. Manchmal höre ich sogar deutsche Musik. Das hätte ich am Anfang auch nicht gedacht. Ich habe sogar ein paar Schlager auf meinem Handy. Wenn ich nach Frankreich zu Besuch fahre, bekomme ich Ärger dafür. [alle lachen]

8. Was weißt Du von der Politik in Darmstadt? Sehr wenig. Ich weiß, dass sie im Moment für uns als Verein sehr wichtig ist, weil wir jetzt ein neues Stadion brauchen.

9. Warum ist der SV Darmstadt 98 Dein Verein geworden? Es war das beste Paket. Ich wollte auf jeden Fall in Deutschland bleiben. Als Profifußballer spielst du einmal in Deutschland und willst nicht mehr gehen. Der Stellenwert [des Fußballs] ist hier am größten. Die Stadien, die Zuschauer, die Medien, die Leidenschaft für Fußball. Die Zuschauer in Frankreich sind komplizierter. Es gibt nicht so viele Zuschauer, vor allem nicht in der 2. Liga. Die Leidenschaft ist nicht so stark wie hier. In Deutschland zu spielen ist wie ein positiver Schock.

10. Was ist das Besondere an den Lilienfans? Ich spiele hier vor 16.000 Zuschauern und die sind wirklich überragend. Die sind immer positiv. Das ist für uns als Mannschaft so wichtig. Das hilft uns weiter. Und obwohl Darmstadt nicht so eine Megastadt ist, sind so viele Menschen im Stadion. Sie geben uns ganz viel Unterstützung und wir können ihnen etwas zurückgeben. Da merkst du ganz schnell: Du bist Darmstädter!

11. Gibt es einen speziellen Fan-Gesang, der Dich am meisten pusht? Klar: „Allez les bleus“, das ist französisch. Wir sind auch „bleus“ in Bordeaux, ebenso die französische Nationalmannschaft … und Darmstadt. Am Anfang habe ich gedacht: Ist das extra für mich? [alle lachen]

12. Was machst Du, wenn Du morgen ein Angebot eines Erstligisten im In- oder Ausland bekommen solltest? Ich konzentriere mich erst mal ganz klar auf das Jetzt mit der Mannschaft. Wir, alle Verantwortlichen, werden früh genug über die Vertragsverlängerung sprechen [Romains Vertrag läuft zum Saisonende aus]. Ich hatte schon häufig Angebote aus verrückten Ländern. Beim Fußball weißt du nie, was die Zukunft bringt.

13. Wenn Du irgendwann Deine Fußballschuhe an den Nagel hängst, welche Schuhe ziehst Du dann an? Das ist immer die große Frage. Auch das ist schwer zu sagen. Ich habe Abitur und zwei Jahre Jura in Frankreich studiert. Aber ich weiß nicht, ob ich in dieser Richtung weitermachen möchte. Ich sehe mich nicht unbedingt als Anwalt. Ich habe auch ein Sportmanagement-Studium in Frankreich abgeschlossen. Ich weiß aber noch nicht, ob ich im Fußball oder im Sport weiterarbeiten werde.

14. Gibt es etwas, das Dir genauso wichtig ist wie der Fußball? Meine Familie und meine Freunde sind wichtiger als alles andere. Mit meiner Freundin bin ich schon lange zusammen. Ich habe sie direkt am Anfang in Dresden kennengelernt. Sie ist auch mit mir nach Roßdorf gezogen. Meine Familie und viele Freunde leben in Bordeaux. Mein Vater und paar Freunde waren auch schon bei Spielen in Darmstadt. Meine Mutter muss noch kommen. [kurze Pause] Vielleicht gehe ich nach meiner Karriere zurück nach Bordeaux.

15. Wenn Du Journalist wärst, wen würdest Du am liebsten interviewen? Barack Obama hat bestimmt ein verrücktes Leben und viel zu erzählen. [grinst]

16. Letzte Frage: Wie möchtest Du Dich von den P-Lesern verabschieden? Merci et à la prochaine fois [übersetzt: Danke … und bis zum nächsten Mal].

 

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