Bettler, Kämpfer, Detektive

Unsere Theater-Tipps im Mai

Foto: Bessunger Knabenschule

Die beste Nachricht zuerst: Ab dem 15. Mai verlässt die Freie Szene ihr „Exil“ in der Hügelstraße und beginnt mit dem Umzug zurück in ihr Stammhaus. Das Mollerhaus in der Sandstraße 10 wurde in den letzten zwölf Monaten aufwändig saniert. Die gesamte Gebäudehülle inklusive Dach und Fenster, die Haustechnik, Beleuchtung und Lüftung wurden komplett erneuert. Ein behindertengerechter Aufzug wird alle Räume des Gebäudes barrierefrei erschließen. Der Umzug wird einige Tage dauern, entsprechend überschaubar fällt das Programm für Mai aus. Im Juni und Juli wird in jedem Fall spielfrei sein. Alle Termine und Infos findet Ihr zeitnah online unter www.theatermollerhaus.de.

 

Englische Originale im Hoffart-Theater

Die ESOC Theatre Group und Cabinets of Curiosity zeigen drei Einakter in englischer Originalsprache. Aus unterschiedlichen Perspektiven behandeln sie Leid und Liebe in Paarbeziehungen.

„Women are Cruel“, „Men are Beasts“, „Muscle Memory“ Premiere am Do, 04.05., um 19.30 Uhr

Hoffart-Theater, Lauteschlägerstraße 28 a

www.hoffart-theater.de

www.esoctheatre.org

 

Luther im Keller

Zum 500. Jahrestag des Thesenanschlags von Martin Luther inszeniert Klaus Lavies eine Theaterperformance. Dass Luther seine 95 Thesen zum kirchlichen Ablasshandel am 31. Oktober 1517 eigenhändig an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt haben soll, gehört wohl ins Reich der Legenden. Trotzdem wird das Datum allgemein als Beginn der Reformation angesehen. Lavies sucht in den Vorgängen nach Analogien zur Gegenwart: Sind die Kirchen von früher nicht die Banken von heute? Gemeinsam mit dem Schauspieler Richard Heath als Ablassprediger Johann Tetzel und einem Chor, der wechselseitig die beiden Gegenspieler unterstützt, thematisiert er den heutigen Kampf zwischen den eigentlichen Werten und der Macht des Geldes.

„Luther dir einen“ Premiere am Fr, 19.05., um 20 Uhr

Theater im Pädagog, Pädagogstraße 5

www.paedagogtheater.de

 

Besser leben in der Knabenschule

In Bolivien ist das „Vivir Bien“ – gut leben, in Würde und ohne Raubbau an der Natur – als Ziel in die Verfassung aufgenommen worden. Das Gastspiel der Berliner Compagnie handelt von den Widerständen der weißen Herrenklasse im Land und dem westlichen Ausland, dessen Konzerne nicht akzeptieren wollten, dass die Reichtümer des Landes in Zukunft nicht ihnen, sondern den Landeskindern zugute kommen sollten.

„Bettler auf goldenem Thron“ am Fr, 19.05., um 19.30 Uhr

Bessunger Knabenschule, Ludwigshöhstraße 42
www.knabenschule.de

www.berlinercompagnie.de

 

Kino-Schlager auf der Neuen Bühne

Die Neue Bühne inszeniert in ihrem Theater in den ehemaligen Räumen der Casino Lichtspiele Arheilgen ihre Bühnenbearbeitung einer Krimi-Komödie der UFA aus dem Jahr 1937. „Der Mann, der Sherlock Holmes war“ handelt von zwei erfolglosen englischen Detektiven, die sich als ihre berühmteren Kollegen Sherlock Holmes und Dr. Watson verkleiden. Prompt stolpern sie über einen kniffligen Fall, der zahlreiche Verwicklungen mit sich bringt. Der berühmte Schlager „Jawoll, meine Herrn (… so haben wir’s gern, und morgen gehört uns die Welt!)“ erinnert an den Film mit Hans Albers und Heinz Rühmann. Vor der Vorstellung und in der Pause werden, wie üblich, kulinarische Kleinigkeiten zum Thema angeboten. Restkarten für alle Mai-Termine gibt es nur noch im Darmstadt-Shop am Luisencenter.

Neue Bühne, Frankfurter Landstraße 197

www.neue-buehne.de

 

Tanz und Kampf im Staatstheater

Die beiden israelischen Künstler Itamar Serussi und Hofes Shechter, der eine in Amsterdam, der andere in London lebend, choreografieren für das Hessische Staatsballett einen zweiteiligen Ballettabend. „Rough Lines“ und „In your rooms“ werden von live gespielten Eigenkompositionen begleitet.

Die Doppel-Oper „South Pole“, gerade erst gefeiert in München uraufgeführt, handelt vom Duell im Eis zwischen dem britischen Polarforscher Robert Scott und dem Norweger Roald Amundsen. Der Wettstreit hatte die Zutaten einer shakespeareschen Tragödie: Schurken, Helden, Rollenwechsel, Hinterlisten, Liebesränke, Todeskämpfe. Ein dramatischer Wettlauf durch die Antarktis, den der Norweger und sein Team am 11. Dezember 1911 gewinnen. Der Brite und seine Männer dagegen gehen im ewigen Eis für immer verloren. Miroslav Srnkas Musik lässt gleißende Weite und Leere, klirrende Kälte und wild tobende Elemente entstehen.

Romys Tochter Ännie ist spurlos verschwunden. Die einen sagen, sie sei einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen, die anderen denken, sie sei Terroristin geworden. Der ehemalige Polizist Fred glaubt, Ännies Vater zu sein, und begibt sich auf die Suche. Der Dramatiker und Romanautor Thomas Melle, der mit seinem aktuellen Roman für den Deutschen Buchpreis 2016 nominiert war, hat in seinem neuesten Stück die heutige, allgegenwärtige Paranoia in eine dunkle Mystery-Story umgesetzt.

„Rough Lines/In your rooms“ Premiere am Fr, 19.05., um 19.30 Uhr im Kleinen Haus

„South Pole“ Premiere am Sa, 27.05., um 19.30 Uhr im Großen Haus

„Ännie“ Premiere am Mi, 31.05., um 20 Uhr in den Kammerspielen

www.staatstheater-darmstadt.de

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