Klassenkampf und Liebesdramen

Unsere Theater-Tipps im Februar

Foto: Theaterlabor INC

Die Jugendtheatergruppe Wandelbar erzählt die Geschichte von William, Jack, Eva, Emily, Jim und Laura. Sie leben in derselben Stadt, sind alle in der Pubertät. Und dennoch kennen sie sich ausschließlich über den Chatroom mit dem Namen „Die verdammten Besserwisser“, ihr zweites Zuhause und anonyme Spielwiese für alles, was Teenager beschäftigt. Doch hier trifft auch zynische Abgeklärtheit auf labile psychische Verfassung, Freund auf Feind, Spiel auf Ernst. Zunächst nur als virtuelle Fingerübung für das echte Leben gedacht, entwickelt sich bald ein Machtkampf, der nicht nur psychische Grenzen überschreitet.

Das Kabarett Kabbaratz thematisiert in seinem 25. Programm die Reputation des Lehrberufs. Sind Lehrer faul, wehleidig, und haben vormittags Recht und nachmittags frei? Sind sie schuld daran, dass so wenig Kinder geboren werden, da ihnen kaum jemand seinen wehrlosen Nachwuchs ausliefern will? Lehrerinnen und Lehrer haben in der deutschen Gesellschaft einen Ruf, der irgendwo zwischen Mitleid, Neid und Verachtung liegt. Dabei vergessen viele: Für einen guten Unterricht ist nicht die Klassengröße entscheidend, ob auf den Tischen Computer stehen oder ob frontal oder in Kleingruppen gelernt wird. Entscheidend für einen guten Unterricht ist die Persönlichkeit der Lehrkraft. Evelyn Wendler als Tigermama und Peter Hoffmann als ADHS-Dompteur karikieren die unterschiedlichen Sichtweisen der Beteiligten.

Der „Kontrabass“ ist ein Solo für einen Orchestermusiker, der solo ist, aber nie solo spielt. Einmal, im Bierrausch, will dieser frustrierte Hinterbänkler des Orchesters das loswerden, was ihn schon immer nervt: Als der vermeintlich entbehrlichste Instrumentalist des Orchesters berichtet er von seiner Hassliebe zu seinem Instrument, seiner heimlichen Verehrung gegenüber der jungen Sopranistin Sarah und den täglichen Problemen, mit denen ein Kontrabassist zu kämpfen hat. Schauspieler Felix Münk liebt Kontrabässe und Bier und freut sich auf sein Solo. Zur Einstimmung für die Premiere konnte der bekannte und preisgekrönte Darmstädter Kontrabassist Jürgen Wuchner gewonnen werden, der hören lässt, was das Instrument alles kann, wenn es ein Profi bedient.

„Chatroom“: Premiere am Do, 08.02., um 20 Uhr

„Klassenkampf: Lehrer Lämpel schlägt zurück“: Premiere am Sa, 17.02., um 20 Uhr

„Der Kontrabass“: Premiere am Fr, 23.02., um 20 Uhr

Theater im Pädagog, Pädagogstraße 5

www.paedagogtheater.de

 

Tanz und Totschlag im Staatstheater

Eine blutige Liebestragödie mit intriganten Kontrahenten ist „Die Herzogin von Malfi“ des Shakespeare-Zeitgenossen John Webster. Großes Drama in den Kammerspielen, mit einem fünfköpfigen Ensemble um Karin Klein in der Titelrolle.

Einen zweiteiligen Ballettabend mit gleich zwei Uraufführungen hat das Tanztheater zu bieten. Die jungen Choreografen Alejandro Cerrudo und Jeroen Verbruggen bewegen sich mit ihren Kreationen „Now and Then“ und „The Great Trust“ stilistisch zwischen Klassik und Avantgarde.

„Die Herzogin von Malfi“: Premiere am Fr, 02.02., um 19.30 Uhr in den Kammerspielen. Im Anschluss: Premierenfeier in der Bar der Kammerspiele.

„Kreationen“: Premiere am Sa, 17.02, um 19.30 Uhr im Großen Haus. Im Anschluss: Premierenfeier in der Bar der Kammerspiele.

www.staatstheater-darmstadt.de

 

60jähriges Bühnenjubiläum des TUD Schauspielstudio

Der renovierte Wilhelm-Köhler-Saal der TU Darmstadt wird aus respektablem Anlass schauspielerisch eingeweiht. Zur Feier des Jubiläums wird das selbe Stück gegeben wie 1957 bei der ersten Aufführung der Schauspielgruppe auf dieser Bühne. „Ein Phönix zuviel“ von Christopher Fry ist eine Komödie, die ihren Charme aus blumigen Versen, Wortspielen und dem Zusammenspiel der gegensätzlichen Charaktere gewinnt. Das Stück erfreute sich in den 1940er bis 1960er Jahren großer Beliebtheit und wurde in zehn Versionen für das Fernsehen adaptiert. Dynamene, eine junge Frau aus besserem Hause, die ihren Gatten verloren hat und ihn in seiner Gruft beweint, ist entschlossen, dort zu hungern und ihrer Liebe bis in den Tod zu folgen. Sie und Doto, ihre loyale Dienerin, werden vom Soldaten Tegeus überrascht, der im Gemäuer nach dem Rechten sehen will. Durch seine Verehrung der jungen Frau beschreitet Tegeus einen Pfad, der sie von ihrem Weg abbringen könnte. Der Eintritt ist zur Feier des Jubiläums kostenlos. Eine kleine Ausstellung im Foyer gibt einen Einblick in die Geschichte des TUD Schauspielstudios.

Premiere am Sa, 03.02., um 20 Uhr

Hochschulstraße 1, Altes Hauptgebäude (Saal S103/283)

www.tud-schauspielstudio.de

 

Politische Premieren im Moller Haus

In „Handicapped Hamlet“ lädt das inklusive Ensemble des Theaterlabor INC. die Zuschauer ein, sich aktiv mit dem meistgespielten Drama der Weltliteratur auseinander zu setzen. Das Stück wird der Hochkultur entrissen und eigenwillig neu interpretiert: Wie würde Hamlet heute „Es ist was faul im Staate Dänemark“ formulieren? Eine assoziative Reise durch das Hamlet-Universum als verstörender Stoff in einer verstörenden Zeit.

„Total Global“ ist eine Gemeinschaftsproduktion des Theater Transit und Theater Richard Betz. Das „Theaterstück für leere Scheunen und verwaiste Ställe“ erzählt von einer Dorfgemeinschaft. Peter Mosers Leben scheint rückwärts zu verlaufen. Er ist reich. Aber ist es sein Leben auch? Es geht um Globalisierung, um Liebe, um Kompromisse. Es geht ums Dableiben und Weggehen. Es geht um Pflichten und um Verantwortung, Lebensmittel, Endverbraucher und Tiefstpreise. Und darum, die Welt zu verändern, indem man bei sich anfängt.

„Handicapped Hamlet“: Premiere am Do, 01.02, um 11 Uhr und am Fr, 02.02., um 20 Uhr

„Total Global“: Premiere am Mi, 28.02., um 20 Uhr

Theater Moller Haus, Sandstraße 10

www.theatermollerhaus.de

 

Neues Programm des Varieté Extra

Unter dem Titel „Höhenflüge“ präsentieren Rainer Bauer und Iris Daßler ihre 19. Produktion des Akrobatik-Varietés in der Bessunger Knabenschule. Conférencier This Maag, gebürtiger Schweizer, vereint alpenländischen Wahnsinn und Schweizer Humor und spielt mit den Klischees über die Bewohner der Alpenrepublik und ihre teutonischen Nachbarn. Alexander Koblikov ist einer der besten Jongleure der Welt, Gewinner der Goldmedaille beim Festival Cirque de Demain Paris und des Silbernen Clowns beim Internationalen Zirkusfestival in Monte Carlo. Das Luftartistik-Duo Monalaura zeigt artistische Choreografie am Boden und in der Luft auf hohem technischen Niveau. Ed Cliffe präsentiert mit seiner Kontaktjonglage scheinbar unmögliche Kunststücke mit fließenden Bewegungen seiner Kristallkugeln. Das Frankfurter Duo Charmant Brillant wird bei seiner sportlichen Rope-Skipping-Show von Swingmusik begleitet, während Ihor Yakymenko sich bei seiner dynamischen Pole-Artistik von Rockmusik antreiben lässt. Die Shows der auf internationalem Niveau spielenden Künstler sind immer schnell ausverkauft, also sichert Euch die Karten möglichst frühzeitig.

Fr, 16.02., bis So, 25.02.

Bessunger Knabenschule (Halle), Ludwigshöhstraße 42

www.varieteextra.de

 

Zwei Erfolgsproduktionen aus dem Eigenrepertoire

Die erste Hälfte des Monats im Arheilger Theater Neue Bühne gehört – saisonal bedingt – der „Fastnachtsbeichte“ von Carl Zuckmayer. Das Kriminalstück aus der Mainzer Fassenacht von 1913 wird bis zum 11.02. gespielt. Ab dem 17.02. wird es eine Wiederaufnahme von Michael Endes „Die unendliche Geschichte“ geben. Wie immer verbunden mit einem passenden kleinen kulinarischen Angebot.

Neue Bühne, Frankfurter Landstraße 195, Arheilgen

Alle Termine unter www.neue-buehne.de

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