Foto: Uli Gasper

Ort: Mahnmal Kapellplatz in Darmstadt

Fotograf: Uli Gasper

Aufgenommen am: 04.03.2017

Hintergrund: „Böse Zungen behaupten ja immer, in Deutschland würde zu wenig der Weltkriegstoten gedacht. Auch in Darmstadt wurden bereits derartige Stimmen (politisch motiviert) laut. Dabei sind gerade in unserer Stadt die Zeitzeugen unübersehbar. Schließlich ist das Stadtbild Resultat der Geschichte. Warum gibt es in Darmstadt keine wirkliche Altstadt? Weil diese in der Brandnacht vom 11. auf den 12. September 1944 von britischen Bombern zerstört wurde. Startpunkt des Bombardements war der Exerzierplatz (im Westen der Stadt zwischen Rheinstraße und Holzhofallee, südöstlich des Hauptbahnhofs), auf dem heute das Hochhaus der Hochschule Darmstadt steht. Von dort wurde eine viertelkreisförmige Bombenschneise mit den Endpunkten Böllenfalltorstadion im Südosten und Alter Schlachthof im Nordosten gezogen. In Darmstadt wurde diese Form des Fächerangriffs erstmalig geprobt. Luftminen deckten die Dächer ab, Brandbomben entfachten Feuer in den offenen Holzkonstruktionen der Dachstühle. Die damalige Nazi-Hochburg Darmstadt hatte 11.500 Tote zu beklagen.

Zentrales Mahnmal für die Darmstädter Kriegstoten ist der Kapellplatz mit den Ruinen der zerstörten Stadtkapelle. Von der neugotischen Kirche auf dem 1564 angelegten Friedhof am Kapellplatz stehen seit der „Brandnacht“ nur noch die Außenmauern. In deren Mitte wurde ein etwa sieben Meter hohes Granitkreuz errichtet. Zum zehnten Jahrestag der Brandnacht, am 11.09.1954, wurde das Mahnmal in Anwesenheit von rund 20.000 Darmstädtern eingeweiht. 1995 schuf der Bildhauer Thomas Duttenhoefer zum 50. Jahrestag des Kriegsendes eine überlebensgroße Bronzeplastik als Mahnmal – ein von Schmerz gekrümmter Mensch, der in die Knie bricht. Die Inschrift der Gedenkstätte lautet: „Den Toten zum Gedächtnis, sie ruhen in Frieden. Den Lebenden zur Mahnung, haltet fest am Frieden.“

Foto: Uli Gasper
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