Foto: Tobi Moka

Am Freitag, 12. November 2021, ist Tobias Moka verstorben. Wir haben einen engen Freund und Kollegen verloren.

Mit seinem herzlich-chaotischen Wesen war Tobi schon seit der ersten Ausgabe Teil des Ps. Voller Eifer, einem fast beängstigend lexikalischem Wissen zu Musik und Popkultur und schrulligem Humor wirbelte er durch unsere Redaktion. Tobi war selten pünktlich, oft verstreut, aber immer mit unbändiger Leidenschaft am Werk und voller fantastischer Ideen. Ohne Scheuklappen begeisterte er sich für die Darmstädter Kulturszene – und transportierte diese Euphorie in unzähligen Interviews mit Bands, Musikern, Kulturschaffenden, DJs sowie in Reportagen und Storys über Menschen, die unsere Stadt so liebens- und lebenswert machen.

Ob er wusste, dass er selbst einer dieser Menschen war? Diesen Gedanken selbst zu fassen, dazu wäre Tobi zu bescheiden gewesen. Sich zu profilieren, war ihm fremd. Lieber rückte er andere in den Mittelpunkt. Tobi förderte und half, wo er konnte. Er beteiligte sich an der Finanzierung von kleinen Labels, hinterließ im 603qm einen großen Stempel, war Mitbegründer des Zucker, klopfte in der Galerie Kurzweil die alten Fliesen im Klo von der Wand und meldete sich beim Golden Leaves Festival für die unrühmlichsten Schichten als ehrenamtlicher Helfer.

Tobi kannte alle und alle kannten Tobi. Als bunter Hund klapperte er teils mehr Konzerte und Partys an einem einzigen Abend ab, als andere in einem ganzen Monat – und grölte zum Warmwerden noch am Bölle für die Lilien. Vom Jazz-Konzert zur Punk-Show, kurz beim Ska-Nighter der örtlichen antirassistischen Skinheads vorbeischauen und bei der Einweihungsparty von Freunden anstoßen, bevor es zum Rave in weniger offiziellen Räumlichkeiten geht.

Wir vermissen Dich, liebster Tobi. Du fehlst und wirst nie vergessen!

 

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