Unsterblich im Rampenlicht

Das literarische Darmstadt im Februar

Grafik: Rocky Beach Studio
Grafik: Rocky Beach Studio

Noch ein wenig wintermüde präsentiert sich das Darmstädter Literatur-Programm im letzten Monat vor dem Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche, der Leipziger Buchmesse.

 

Samstag, 02. Februar

Schon fest eingeladen für den 57. Krone-Slam wurden unter anderem Theresa Hahl aus Bochum und Lenny Felling aus Mainz. Mit ab jetzt vier Startplätzen auf der offenen Liste wird ab 20 Uhr in der Goldenen Krone der lokale Poetry-Slam-Nachwuchs aber noch mehr gefördert.

 

Mittwoch, 06. Februar

Moderiert von Kursleiter Kurt Drawert präsentieren die Teilnehmer der aktuellen Darmstädter Textwerkstatt ab 19.30 Uhr im Literaturhaus auf einer Abschlusslesung die zu Papier gebrachten Ergebnisse monatelangen Feinschliffs. Ein guter Einstand auch für die neuen Teilnehmer, die anschließend vorgestellt werden.

 

Montag, 11. Februar

In Gedenken an Else Lasker-Schüler rezitieren Evelyn Wendler und Horst Schäfer im Literaturhaus Verse der 1945 in Jerusalem verstorbenen Dichterin; Karlheinz Müller erklärt zuvor ab 19 Uhr ihre Biografie zwischen Verfolgung und künstlerischer Selbstbehauptung.

 

Dienstag, 12. Februar

In „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ zerbrechen in der Nachwendezeit der 1990er-Jahre nicht nur Kombinate, Pionier-Kollektive und Freundschaften. Als rechte Kameradschaften Stadtbilder und Angsträume prägen, wird auch der Grundstein für das gelegt, was noch heute blühende Landschaften prägt. Ab 19 Uhr liest Manja Präkels im Literaturhaus aus ihrem vielgelobten und preisgekrönten Roman-Debüt.

 

Mittwoch, 13. Februar

Neben Jugendstil und Bauhaus prägte auch der Glasgow Style die Baukultur der europäischen Moderne. Mit ihrer Roman-Biografie „Mackintoshs Atem“ hat Karen Grol dem schottischen Designer und Architekten Charles Rennie Mackintosh nun ein literarisches Denkmal gebaut, das sie ab 19 Uhr im Schlossmuseum vorstellt.

„Dunkle Geschichten aus Darmstadt“ über einen untergründigen Musikkeller oder einen wohlbehüteten Schatz im Schloss hat Petra Neumann-Prystaj für ihr neues Buch zusammengetragen, aus dem die Journalistin ab 20 Uhr im Kultur-Lokal Agora liest.

Dass die Jüdin „Stella“ im Roman von Takis Würger andere Juden an die Gestapo verrät, löste die erste Literatur-Debatte im neuen Jahr aus. Ob dem Schriftsteller und Spiegel-Redakteur zwischen Lovestory und Überlebenskampf der richtige Ton gelungen ist, können wir ab 20 Uhr in der Bücherinsel Dieburg hören.

 

Freitag, 15. Februar

Dass „1919 – Das Jahr der Frauen“ war, führt uns Unda Hörner in ihrem unlängst erschienenen Buch vor und erinnert ab 18 Uhr im Literaturhaus unter anderem an die Einführung des Wahlrechts.

Die „New Kids of the Schreibblock“ betreten ab 19.30 Uhr wieder die Bühne der Centralstation, denn bei der Lichterschlacht sind die Scheinwerfer wieder auf die Poetry-Slam-Stars von morgen gerichtet. Ab 19.30 Uhr führt Finn Holitzka die frischen Talente an das Mikrofon, die niedersächsische U20-Championesse Tabea Farnbacher senkt außerhalb des Wettbewerbs das Lampenfieber.

 

Dienstag, 19. Februar

„Der unsterbliche Mr. Lindley“ besorgte den Frankfurtern nicht nur im 19. Jahrhundert eine Kanalisation, er ist auch heutzutage noch als Wiedergänger quicklebendig. Wie aktiv er in das Zeitgeschehen eingreift und welche Eindruck er vor allem bei einem deutsch-polnischen Familientreffen hinterlässt, erfahren wir im neuen Roman von Artur Becker – und ab 19 Uhr im Literaturhaus.

 

Donnerstag, 21. Februar

„Mit dem Kopf durch die Wand“, hieß ein 1972 veröffentlichter Sammelband mit Texten von Wolfgang Weyrauch, in dem der Begründer des Leonce-und-Lena-Preises in Gedichten, Kurzgeschichten und Hörspielen Bilanz zog. Wie diese Texte auch für die Kahlschlag-Literatur der Nachkriegszeit standen, weist Fritz Deppert ab 19.30 Uhr im Künstlerkeller im Schloss nach.

 

Freitag, 22. Februar

„… soviel berauschende Vergänglichkeit“ spiegelt sich in den Briefen von Elisabeth Langgässer wider, dass Dagmar Müller, Karlheinz Müller und Peter Benz anlässlich ihres 120. Geburtstages ab 19 Uhr im Literaturhaus mit einer Lesung aus ihrem Schriftverkehr an Leben und Werk der Dichterin erinnern.

Wenn im „Abendfrost“ eine Seniorin vor der Zeit sterben muss, war sehr wahrscheinlich wieder das Erbe nicht nahe genug. Ob ihr Verdacht stimmt, ermitteln die Kommissare Horndeich und Gabriely im Krimi von Michael Kibler, aus dem er ab 19.30 Uhr im Bessunger Blumenstudio Petra Kalbfuß liest.

 

Samstag, 23. Februar

Ein unfreiwilliges „Duo mit Beretta“ bildet Isabell gemeinsam mit ihrer postraumatischen Belastungsstörung namens Billie. Wie sie in Darmstadt auf eine Bande von Menschenhändlern stoßen und ihre Spur bis nach Ungarn führt, davon erzählt Ella Theiss in ihrem dritten Kriminal-Roman – und ab 19 Uhr in der Stadtkirche bei der zweiten Ausgabe der „Darmstädter Krimilust“.

 

Dienstag, 26. Februar

„Kurze Texte holen lange Luft“ weiß Ursula Teicher-Maier aus jahrelanger Erfahrung. Ab 19.30 Uhr beweist die Dieburger Schriftstellerin im Hotel Restaurant Rosengarten anhand zahlreicher Beispiele ihre Behauptung.

 

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