Abschiede und Aufbrüche

Das literarische Darmstadt im Dezember und Januar

Grafik: Rocky Beach Studio
Grafik: Rocky Beach Studio

Sich auf Weihnachtsfeiern benehmen, mit Verwandten vertragen und diesmal wirklich keine Vorsätze machen. Außer von guten Büchern inspirierte:

 

Sonntag, 01. Dezember

Für jedes weggezogene Kind kommt am Jahresende wieder die „Elternzeit“: Der Berliner Lesebühnen-Autor Sebastian Lehmann aus Berlin gibt in seiner Radiokolumne stolze Eltern und enttäuschte Kinder wieder. Ein Best-of der gagreichen Dialoge können wir ab 19 Uhr in der Centralstation hören.

 

Dienstag, 03. Dezember

„Kein Teil der Welt“ zu sein, das empfindet die junge Esther, deren Eltern im Nachwende-Ostdeutschland für die Zeugen Jehovas missionieren. Ob sie aus der Enge aus Religion und Familiengeheimnissen entkommen kann, erfahren wir im neuen Roman von Stefanie de Velasco und ab 19 Uhr im Literaturhaus.

Mit „Theaterdurst – Herr Beck und die Höllenlimonade“ hat Kulturredakteur Stefan Benz kürzlich seinen ersten Krimi herausgegeben. Nun zieht er schon Band 2, „Theaterwut – Herr Beck und der Zorn des Than“, nach, der ab 19.30 Uhr im Hotel Restaurant Rosengarten für ein erstes Echo vorgestellt wird.

 

Mittwoch, 04. Dezember

Wohl geordnet nach Motiven und Verbindungen sind die Gedichte in „Aus Mangel an Beweisen“. Die Herausgeber Michael Braun und Hans Thill stellen ab 19.30 Uhr auf der Lesebühne im Literaturhaus ihre Anthologie zeitgenössischer Lyrik vor. Moderation: Kurt Drawert.

 

Donnerstag, 05. Dezember

Auf eine „Forschungsreise ins innerste Darmstadt“ und auf die Spuren von Paul Kornfeld können wir uns ab 19 Uhr im Literaturhaus begehen. Der 1942 im Ghetto von Lodz ermordete ehemalige Dramaturg des Darmstädter Landestheaters setzte in seinem einzigen Roman „Blanche oder Das Atelier im Garten“ auch dem Teehäuschen im Wolfskehlschen Garten ein literarisches Denkmal.

„Die Supernasen“ sind keine deutschen Blödel-Boomer-Stars, sondern im brasilianischen Urwald stöbernde Ameisenbären. Über ihre Abenteuer mit diesen Überlebenskünstlern erzählt Lydia Möcklinghoff in ihrem neuen Buch – und ab 19.30 Uhr im Künstlerkeller im Schloss.

 

Freitag, 06. Dezember

Helene Bukowski, Karoline Menge und Katharina Mevissen sind die Kandidatinnen, die auf Einladung des Deutschen Literaturfonds ab 11.30 Uhr in der Eleonorenschule im Wettbewerb um den Kranichsteiner Literaturförderpreis lesen.

Den Kranichsteiner Literaturpreis empfängt in einer öffentlichen Preisverleihung ab 19 Uhr die Autorin Nora Bossong im Theater Moller Haus.

 

Samstag, 07. Dezember

Unter anderem Laura Paloma aus Frankfurt und Marco Valentinoc aus Mannheim treten ab 20 Uhr zum letzten Krone-Slam des Jahres auf die Bühne in der Goldenen Krone, die wie immer auch noch Platz für spontane Teilnehmer bietet.

 

Sonntag, 08. Dezember

Das literarische Polen begeht in diesem Jahr den 100. Geburtstag des im Jahr 2000 verstorbenen Schriftstellers Gustaw Herling-Grudziński. Der Abend im Karl-Dedecius-Saal des Deutschen Polen Instituts im Schloss ist ab 17 Uhr diesem hierzulande fast unbekannten Essayisten und Tagebuchautoren gewidmet.

 

Dienstag, 10. Dezember

„Früher war mehr Lametta!“ – unter diesem sprichwörtlichen Motto Loriots präsentieren Hans Meurer und Ulrich Sonnenschein ab 19 Uhr im Literaturhaus kleine vorweihnachtliche satirische Texte.

Um nach Verlust und Trauer wieder zu ihrem Leben zurückzufinden, beginnt die Erzählerin im neuen Roman von Isabel Bogdan mit dem „Laufen“. Einen anderen, gefährlichen Weg bestreitet die Protagonistin in „Radio Activity“ von Karin Kalisa. Beide Autorinnen stellen ihre Werke ab 19.30 Uhr in der Stadtkirche vor.

 

Donnerstag, 12. Dezember

„Ein Becher voll Weisheit“ schöpft Erzählerin Regina Hass-Sauer aus den indischen Märchen, die sie ab 19 Uhr im Literaturhaus vorträgt.

 

Freitag, 13. Dezember

„Nicer die Texte nie klingen“ verspricht Moderator Lars Ruppel, denn ab 20 Uhr reimen und performen bei der Dichterschlacht in der Centralstation wieder Poetry Stars und Sternchen aus der ganzen Republik.

 

Sonntag, 15. Dezember

In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts gehörte Alfred Kerr zu den viel gelesenen und diskutierten Autoren von Kaiserreich bis zum Ende der Weimarer Republik. Ab 11 Uhr führt Schauspielerin Susanne Ruppik im Wohnzimmer des Kranichsteiner Literaturverlags in das Leben und Werk des Dichters und Kritikers ein.

 

Samstag, 04. Januar

Zum ersten Krone-Slam reist unter anderem Aron Boks aus Berlin an, um ab 20 Uhr das Publikum in der Goldenen Krone für sich zu gewinnen.

 

Mittwoch, 08. Januar

Altmeister Grohacke aus Weinheim, Martin Weyrauch aus Großostheim und weitere Bühnen-Dichter und -Dichterinnen treten ab 20 Uhr beim Poetry Slam in Weiterstadt an das Mikrofon vor der Leinwand im Kommunalen Kino.

 

Donnerstag, 09. Januar

Aus seinem zweiten Milieu-Krimi „Theaterwut – Herr Beck und der Zorn des Than“ liest Stefan Benz ab 19.30 Uhr im Künstlerkeller im Schloss.

 

Dienstag, 14. Januar

„Das Duell. Die Geschichte von Günther Grass und Marcel Reich-Ranicki“ ist auch ein spannender Teil der Geschichte der deutschen Nachkriegsliteratur. Romane, Kritiken, Verrisse und Versöhnungen: Einen ersten Einblick in seine Doppelbiografie gewährt uns Volker Weidermann ab 19 Uhr im Literaturhaus.

 

Donnerstag, 16. Januar

Auf einem „Rückwärtswalzer“ befinden sich drei Schwestern mit ihrem Kleinwagen auf ihrer Reise durch drei Balkan-Länder. Warum auch der tote Vater mit an Bord ist, verrät Vea Kaiser in ihrem neuen Roman und ab 20 Uhr in der Centralstation.

 

Mittwoch, 22. Januar

Was von den druckfrischen Neuerscheinungen lesenswert ist, empfiehlt uns Denis Scheck in seinen Radio- und Fernsehsendungen. In „Schecks Kanon“ sind seine besten einhundert Werke der Literaturgeschichte gewandert – vom Kinderbuch bis zum antiken Heldenepos. Einige Lieblinge stellt uns der Journalist und Literaturagent ab 20 Uhr in der Centralstation vor.

 

Sonntag, 26. Januar

Sein „Weltende“ bleibt zeitlos. An dieses und weitere Gedichte des Expressionisten Jakob van Hoddis erinnert ab 11 Uhr Schauspieler und Rezitator Horst Schäfer im Wohnzimmer des Kranichsteiner Literaturverlags.

An den wegen seiner von Mystik und Autobiografie beeinflussten Geschichten wird Bruno Schulz oft mit Franz Kafka verglichen. Mit einer Lesung aus seinem eigenständigen Werk erinnert ab 17 Uhr das Deutsche Polen Institut im Schloss an den galizischen Schriftsteller, der 1942 im Ghetto von einem deutschen Wächter erschossen wurde.

 

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