Mumien und Pinguine

Unsere Theater-Tipps im September

Foto: Mollerhaus

Vier Premieren und eine Uraufführung zum Saisonauftakt im Staatstheater

Bereits im August Premiere hatte Albert Camus‘ erstes Theaterstück „Caligula“. Es erzählt vom verzweifelten Amoklauf des römischen Kaisers angesichts der Erkenntnis der Aussichtslosigkeit der menschlichen Existenz: „Die Menschen sterben und sie sind nicht glücklich.“

Das Musiktheater startet mit „Der fliegende Holländer“ in einer Produktion der Oper Köln. Richard Wagner vertont die Sehnsucht des verfluchten Seefahrers nach der ewigen Treue einer geliebten Frau in Balladenform. Dramatisch-romantisch.

Friedrich Hebbels Tragödie „Judith“ schildert den Niedergang des assyrischen Feldherrn Holofernes. Nachdem er Sieg um Sieg gegen feindliche Armeen errungen hat, scheitert er an der verzweifelten Hassliebe zur mutigen Judith aus der belagerten Stadt Bethulien.

Die audiovisuelle Theaterinstallation „Wer wollen wir gewesen sein?“ von Gesche Piening, Jos Diegel und Manuela Rzytki behandelt das „was wäre, wenn“ auf unterschiedlichen zeitlichen, philosophischen und gesellschaftlichen Ebenen. Wünsche von gestern werden zum Alptraum von morgen – und umgekehrt.

„Footloose“ handelt vom Kleinstadt-Rebellen Ren McCormack, der mit Hilfe der Pfarrerstochter Ariel das von den ultrakonservativen Dorfältesten verhängte Musik- und Tanzverbot aus den Angeln hebt. Die Bühnenfassung von Herbert Ross‘ erfolgreichem Musikfilm von 1984.

„Caligula“ ab Sa, 02.09., um 20 Uhr in den Kammerspielen.

„Der fliegende Holländer“ Premiere am Sa, 02.09., um 19.30 Uhr im Großen Haus

„Judith“ Premiere am Sa, 09.09., um 19.30 im Kleinen Haus

„Wer wollen wir gewesen sein?“ Uraufführung am Fr, 15.09., um 20 Uhr in den Kammerspielen

„Footloose“ Premiere am Sa, 30.09., um 19.30 Uhr im Großen Haus

www.staatstheater-darmstadt.de

 

Jahrmarktstragödie auf der Neuen Bühne

Franz Molnár über „Liliom“, sein berühmtestes Theaterstück: „Jeder hat schon einmal eine Schießbude im Stadtwäldchen gesehen. Erinnern Sie sich daran, wie kindisch, wie komisch alle Figuren dargestellt sind? Arme, schlechte Schildermaler malen diese Figuren so, wie sie sich das Leben vorstellen. Ich wollte das Stück auch in solcher Weise schreiben. Mit den Gedanken eines armen Schaukelgesellen im Stadtwäldchen, mit seiner Phantasie und seiner Ungehobeltheit.“

„Liliom“ im Gewächshaus der Orangerie, Bessungen

www.neue-buehne.de

 

Freie Theaterszene ist wieder zuhause

Nach einem Jahr im „Exil“ in der Hügelstraße kehren die Ensembles der Freien Szene zur Spielzeit 2017/18 an ihre grundsanierte Spielstätte zurück. Das Mollerhaus in der Sandstraße wurde in dieser Zeit energietechnisch auf den neuesten Stand gebracht, behindertengerecht umgebaut und unter anderem mit einer Photovoltaik-Anlage und neuen sanitären Anlagen ausgerüstet. Ab Mitte September gibt es einen noch etwas reduzierten Spielplan, die ersten Premieren und eine Feier zur Wiedereröffnung erwarten Euch im Oktober.

Alle Termine und aktuellen Informationen unter www.theater-mollerhaus.de

 

Lenins Präparator im TUD Schauspielstudio

In über sechsmonatiger Schreib-und Probearbeit entstand eine absurd-tragische Komödie über die vermeintlich stille Beziehung von Lenins Präparator zum Objekt seiner konstanten Pflege. Als der Revolutionär vom Kreml ins Historische Museum Hannover verlegt wird, kommt plötzlich Leben in die Mumie, und die Lage wird kompliziert …

„Der Pinguin schläft nie“ am Di, 12.09., und Mi, 13.09., jeweils um 20 Uhr

Theater im Pädagog (Pädagogstraße 5)

www.tud-Schauspielstudio.de und www.paedagogtheater.de

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