Wirrwarr mit Wanderpokal

Unsere Theater-Tipps im Dezember und Januar

Foto: Theaterlabor INC. („Der Struwwelpeter – Eine inklusive Struwwelpetriade“)

Suchen, Sucht und Eifersucht

Nicht nur die Liebe zählt: Die wohlhabende Cathrine und ihr armer Adoptivbruder Heathcliff haben eine innige Verbindung. Doch Cathrine lässt sich von Geld und Status locken und heiratet den reichen Edgar Linton – schließlich gehört sich das so. Heathcliff ist verletzt und verlässt die Gegend. Daraufhin gerät Cathrine in eine tiefe Krise. Als sie und Heathcliff sich wiedersehen, ist er reich. Doch Edgar ist ihr Mann und sie bleibt bei ihm – schließlich gehört sich das so. Zwischen Eifersucht, Stolz und Abhängigkeiten entspinnt sich ein Netz aus Rache. Cathrine mittendrin. Emily Brontës Roman „Sturmhöhe“ zählt heute zu den Klassikern der englischsprachigen Literatur und ist quasi das Anti-„Romeo und Julia“.

„Sturmhöhe“ am Sa, 6.12. + Fr, 12.12. + Sa, 20.12. sowie weitere Termine im Dezember und Januar jeweils um 19.30 Uhr im Kleinen Haus des Staatstheaters Darmstadt

Eins, zwei, drei, vier, Eckstein: Ein diffuses Wirrwarr aus Traum und Wirklichkeit. Eine Tür, hinter der jemand wohnt – oder auch nicht. Ein nächtlicher Thriller auf der Bühne. Eine Tür öffnet sich und schließt sich. Ein einsamer Mensch kommt heraus und tritt wieder ein. Er kämpft mit sich und gegen die Dämonen im Außen. Es wird gefeiert, gewartet, geliebt, gestritten und gehofft. Unter der Regie von Tjörvi Lederer öffnet sich in den Kammerspielen eine neue Welt, in die das Publikum eintreten und eine Reise erleben darf, die nach ihren ganz eigenen Regeln verläuft. Dauer: etwa vier (!) Stunden.

„No Signal (oder das Ende der Dunkelheit)“ Uraufführung am Fr, 23.1., um 20 Uhr in den Kammerspielen des Staatstheaters Darmstadt

 

Abwarten und Therapie geben

Für Pensionär Fred, Taxifahrer Vincent, Laborantin Clara, Spieledesigner Bob sowie Lili und Marie wird das Wartezimmer zur Gruppentherapie. Alle haben ihre eigenen Zwangsstörungen – und andere Besonderheiten. Fred hat Tourette, Vincent ist besessen von Zahlen, Clara freakt aus bei Keimen und Bob hat es mit der Symmetrie. Marie hat einen Kontrollzwang, dem sie mit Beten entgegentritt, und auch Lili braucht Hilfe. Der Psychiater lässt auf sich warten und so wird spontan eine Selbsthilfegruppe gebildet. Ein ganz normaler Haufen also – oder doch irgendwie verrückt? Auf jeden Fall sehr menschlich und auf der Suche nach Verständnis und Nähe in einer Welt, die manchmal zu schnell definiert, was richtig und falsch ist.

„TOC TOC“ am Fr, 5.12., um 20 Uhr im Theater Moller Haus

 

Improvisierter Skandal um den Wanderpokal

Die Bühne der Stage in Bessungen wird zum zweiten Mal zum Experimentierfeld für spontane Impro-Freunde. Vier Teams treten in verschiedenen Impro-Disziplinen gegeneinander an, um den heiligen Hardy-Wanderpokal zu erringen. Welche Szenen und Dynamiken entstehen, weiß niemand so genau. Was aber klar ist: Moderiert wird der Abend wie immer von Hardy Loppmann (Kai Schuber-Seel), zugleich Schöpfer und Boss der Show. Schiedsrichterin Schlüther wacht eisenhart über Fairness und Drama, während Cristóbal Gonzalez das Chaos am Klavier vertont. Die Team-Bewerbungen sind offen für mutige Rampensäue. Nach dem Spektakel gibt’s dann noch Karaoke.

„Hardys Theater Cup – Improtheater mit Herz und (ohne) Verstand“ am Fr, 12.12., um 20 Uhr in der Stage

 

Postmoderne Struwwelei

Der Struwwelpeter wird international gefürchtet und steht wie niemand anderes für die Grausamkeit deutscher Kindergeschichten. Seine Mitstreiter:innen Suppen-Kaspar, Zappel-Philipp und Daumenlutscher stehen ihm in nichts nach. Jetzt wird er vom Ensemble des Theaterlabor INC. ins 21. Jahrhundert katapultiert. Die fragwürdigen Figuren aus Heinrich Hoffmanns Klassiker werden auf den Kopf gestellt und genau unter die Lupe genommen. Mit Fantasie, Humor und kritischen Blick a lá „Dein autoritäres Süppchen löffel‘ ich nicht aus“. Daraus entstehen neue Szenen, die das inklusive Ensemble mit Schauspieler:innen zwischen 18 und 84 Jahren auf die Bühne bringt. Ein Stück rund um Regeln, Erziehung und Aus-der-Reihe-Tanzen.

„Der Struwwelpeter – Eine inklusive Struwwelpetriade“ Premiere am Fr, 9.1. + Fr, 16.1. + weitere Termine jeweils um 20 Uhr im Theater Moller Haus

 

Der Mönch, der Schokolade aß und verschwand

Es war einmal ein Dorf, in dem sich irgendwie jede und jeder immer in irgendwen verliebte. Selma liebt Heinrich, der Dorfoptiker liebt Selma. Ihre Tochter hat ein Techtelmechtel mit dem Eisdielenbesitzer. Ihr Mann flieht in die große, weite Welt. Die Enkelin liebt den starken Martin. Der starke Martin verschwindet plötzlich – und ein „10 von 10“-Mönch mit Schokoriegeln taucht auf. Nur kurz allerdings, dann ist er in Japan. Dazu kommen Selmas Träume von einem Okapi, diesem süßen Tier mit scheinbar magischen Kräften. Immer, wenn Selma von ihm träumt, passiert etwas Krasses. In dem modernen Märchen nach Mariana Lekys Bestseller geht es um die unbedingte Anwesenheitspflicht im eigenen Leben. Ein ganzes Dorf, das von nur zwei Menschen gespielt wird.

„Was man von hier aus sehen kann“ am Fr. 30.1. + Sa, 31.1, jeweils um 20 Uhr im Theater Moller Haus