Die lokale Kulturszene und (Stadt-) Kulturpolitik ist ständig in Bewegung – da bekommt man viele interessante Neuigkeiten nur am Rande, viel zu spät oder gar nicht mit. Schluss damit: An dieser Stelle servieren wir alle Info-Häppchen, welche die P-Redaktion in den letzten Wochen aufgeschnappt hat.

Foto: Johannes Schembs

Noch länger haben Pornophonique an ihrer neuen Platte geschraubt. Nach 13 Jahren haut das Duo endlich was Neues raus. Auf dem Album „Brave New World“ gehe es inhaltlich nicht mehr ganz so unbeschwert zur Sache wie auf „8-bit Lagerfeuer“ von 2007, als traurige Roboter und die Apokalypse besungen wurden. Geblieben ist jedoch der Rückgriff auf Retro-Videospiel-Kultur. In wundervoller 8-bit-Ästhetik, gestaltet von Pixel-Künstler Jonas Keller, wurden bereits mehrere Videos zu den neuen Songs veröffentlicht. Und tatsächlich kommen diese weiterhin nicht ohne Gamebody-Gedudel und Western-Gitarre aus, wirken jedoch solider, erwachsener, melodischer. Gibt’s seit Ende März als CD mit 3-D-Wackelbildchen-Design direkt bei der Band! www.pornophonique.de

Gute Neuigkeiten für die BMX- und Skate-Szene. Es gibt handfesten Ersatz für die Anlage an der Stadtmauer, die dem Neubau einer Schule weichen soll. Auf 2.500 Quadratmetern werden Holzrampen und Betonbahnen im Bürgerpark hochgezogen. Kostenpunkt: 1,65 Millionen Euro. Der Darmstädter BMX- und Skateverein freut sich. Besonders, nachdem die Suche nach Ersatzflächen im letzten Jahr für viel Frust gesorgt hatte. Jetzt wurden die Experten in Sachen Obstacles, Mini Ramps und Quarter Pipes bei den Planungen für die neue Anlage direkt vom ausführenden Architekturbüro miteinbezogen. „Wir verbessern uns am neuen Standort auf jeden Fall, weil es keine Nachbarn gibt, die unser Betrieb stören könnte“, erklärte Nico Rett, Vorstand des Vereins, im Darmstädter Echo. Die Bauarbeiten sollen zum Jahresende starten, sodass ab Januar 2021 der neue Standort genutzt werden kann. Bis dahin darf weiterhin an der Stadtmauer gefahren werden. www.diestadtmauer.org

„Schon längst verlorn“ ist der Titel von Perschya Chehrazis Debütalbum. Tragischerweise markiert die Veröffentlichung gleichzeitig auch das Ende des Projekts. Nach sieben Jahren haben der Darmstädter Musiker und seine Band beschlossen, sich mit der Platte zu verabschieden. Reinhören lohnt sich dennoch unbedingt. Geige, Bass, Piano, Schlagzeug, mehrstimmiger Gesang wurden hier in einer opulenten Produktion zu zehn klug komponierten Stücken zusammengeführt. Schöne, deutschsprachige Popmusik, erinnert manchmal an Bosse. www.perschya.com

Nosie Katzmann stellt mit „Diamonds“ sein neues Album vor. Der Darmstädter Musiker – und einer der kommerziell erfolgreichsten Songwriter der Republik – präsentiert sich hierfür facettenreich. Die 13 Songs wechseln von sommerlichen Sounds über Rock bis zu persönlichen, melancholischeren Nummern. Gibt’s digital als Stream sowie als CD über das Label Gim Records. www.gimrecords.de

Schön, dass es das gibt! Mit „Things To Tell A Crying Girl” hat Gwen Dolyn kürzlich ihr super gelungenes Debüt veröffentlicht. Vor allem die Grunge-Kante steht den Pop-Songs unglaublich gut. Berlin, die US-Ostküste, ein Philosophiestudium – Inspiration schöpft die junge Darmstädter Musikerin aus dies- und jenseits des Atlantiks gesammelten Eindrücken, persönlichen Erfahrungen und schreibt über Liebe, Verluste, Sehnsüchte sowie „ambivalenten Feminismus“. Reinhören: www.gwen-dolyn.com

Kreativ in Zeiten von Corona: Unsere Freunde und Partner von Partyamt listen aktuell – zunehmend populäre – Online-Kultur-Events. Schaut mal rein! www.partyamt.de

Die Maßnahmen gegen das Coronavirus machen Darmstädter Unternehmen zu schaffen. Vor allem auch Gastronomie und Einzelhandel sind stark eingeschränkt und während die Kundschaft zu Hause bleibt, laufen die Kosten (Miete, Steuern, Personal …) weiter. „Schnell und unbürokratisch handeln“, will daher Stadtkämmerer André Schellenberg und kündigt mit Oberbürgermeister Jochen Partsch Hilfe an. Partsch: „Betroffene können jetzt auf unsere Hilfe und Solidarität vertrauen.“ So sollen Anträge für Steuerstundungen „schnell, unbürokratisch und wohlwollend“ geprüft und die Gebühren für Außengastronomie reduziert werden. Gute Nachrichten auch für die Kulturschaffenden Darmstadts: Für 2020 genehmigte Fördermittel werden auch trotz Ausfall der Veranstaltungen ausgezahlt. Zudem soll ein Hilfefonds eingerichtet werden, um Einnahmeverlusten entgegenzuwirken. www.darmstadt.de

Heinerbike vergrößert sich – und braucht Eure Hilfe. Für die Neuanschaffung von fünf bis acht Rädern werden erfinderische Namen gesucht. Schafft es Eure Namensidee aufs Rad, dürft Ihr eines der E-Lastenräder erstmalig für eine Woche nutzen. Die neuen Namen sollen das Konzept der bisherigen fortführen: Flohmarkt Flitzer, Einkaufs Esel, Schoppe Schlepper … Gesucht wird eine Alliteration mit bisher nicht genutzten Buchstaben (also allen außer: E, F, K, L und S). Ebenso wichtig: Ein Darmstadt-Bezug im ersten Namensteil und im zweiten ein Synonym für das Gefährt. Mehr Infos zum super beliebten, kostenlosen Lastenradverleih gibt’s online unter: www.heinerbike.de.

Der Nachwuchs-Bandcontest Bandsupporter setzt mit der Aktion „UP!“ ein Zeichen gegen Rechts. Ab sofort wird ein Teil der Einnahmen ausgewählter Konzerte an antifaschistische Projekte gespendet. 2020 gehen die Gelder an den bundesweit aktiven Verein „Laut gegen Nazis“. Geplant ist, jährlich neue Empfänger auszuwählen. www.bandsupporter.de

Ein Rollstuhlfahrer, der sich in die Beton-Halfpipe stürzt, in der Luft dreht, um kopfüber einen „Handplant“ zu vollführen – im richtigen Moment ausgelöst und diese waghalsige Aktion festgehalten, hat Uli Gasper. Für diesen dynamischen Schnappschuss wurde der Darmstädter Fotograf jetzt zum wiederholten Mal für den German Paralympic Media Award nominiert – letztes Jahr winkte sogar die Auszeichnung. Wir drücken die Daumen! www.dguv.de und www.uliphoto.de

Ebenfalls über eine Nominierung freut sich Antje Herden. „Keine halben Sachen“ findet sich als Aspirant auf den Deutschen Jugendliteraturpreis 2020 in der engeren Auswahl wieder. Die vor allem für ihre Kinderbücher bekannte Darmstädterin („Wir Buddenbergs“, Verlag S. Fischer) erzählt in dem Jugendroman die Geschichte des fünfzehnjährigen Robin zwischen Schule, Freunden, Selbstfindung und dem Verlieren in einer Parallelwelt. „Keine halben Sachen“ ist im renommierten Verlag Beltz & Gelberg erschienen und für knapp 13 Euro überall im Buchhandel erhältlich. www.facebook.com/Antje.Herden.Autorin

Der Druckladen sucht eine neue Bleibe. Im Winter 2017 ist das ehrenamtliche Projekt aus dem Haus für Industriekultur in die Karlstraße gezogen. Hierher haben Lehrkräfte, freischaffende Künstler, Psychologinnen und Kunstpädagoginnen zu kreativen Workshops rund um das handwerkliche Drucken eingeladen. Damit die Druck-Enthusiasten ihr erlebnispädagogisches Angebot fortführen können, wird ein Raum ab 60 Quadratmeter Fläche mit Toilette und Wasseranschluss gesucht – „gerne auch Keller oder Hinterhof.“ Angebote, Hinweise am besten per Mail an: anne.wenninger@t-online.de. Infos: www.schuldruckzentrum-darmstadt.de

Mit neuen Namen und alten Bekannten heizt das Golden Leaves Festival weiter die Vorfreude auf den Sommer an. Die vier neuesten Zugänge im Line-up: Half Moon Run – wer war bei der ausverkauften Show in der Batschkapp letzten November dabei? – mit harmonischen Indie-Rock-Nummern, Charlie Cunningham, der auch schon 2016 auf der Bühne des goldigen Open-Airs stand, Justin Vernons (Bon Ivers) aktuelle Lieblingskünstlerin Poliça und die Post-Punker Porridge Radio. Tickets für das Festival im Schlosspark Kranichstein am letzten Augustwochenende bekommt ihr online sowie – neu! – als Hardticket im Atelier Aufschnitt am Riegerplatz und an der Abendkasse im KUZ Mainz. www.goldenleavesfestival.de

Der Osthang wird nach diesem Sommer (erst einmal) geschlossen, aus der Welt ist das wuselige Projekt aber nicht. Während der physische Ort am Hang der Mathildenhöhe mit Pavillon und Mainhall bald den Bauarbeiten für das neue Besucherzentrum der Künstlerkolonie weichen muss, gibt es online eine neue Anlaufstelle. Die super schick gestaltete, kürzlich gelaunchte Webseite bildet sowohl die Historie des 2014 initiierten Projektes ab, sammelt aber auch Ideen, Gedanken und Perspektiven des Kulturkollektivs für die Zukunft. Schaut mal rein! www.osthang.de

Im Hessischen Landesmuseum gibt es dieses Jahr mehrfach Anlass zu feiern: sowohl den 200. Geburtstag des Universalmuseums am Friedensplatz als auch das 25-jährige Jubiläum der Grube Messel als UNESCO-Weltnaturerbe. Darauf kann jetzt auch stilecht angestoßen werden – mit einem hauseigenen Craft-Bier! Gebraut von der Brauerei Keilhauer mit Hopfen aus dem direkten Umfeld der Fossil-Lagerstätte prickelt das „Messelbier“ mit fruchtig-herbem Geschmack und einer Stammwürze von knapp 13 Prozent. Die Flaschen bekommt Ihr für je 2,50 Euro im Museumsshop. www.hlmd.de

Die Darmstädter Tage der Fotografie intensivieren ihre Investitionen in den künstlerischen Nachwuchs. Als erste Stipendiaten des neuen Programms „Artist in Residence“ kann sich Valerie Wolf Gang bereits seit Mitte Februar für drei Monate voll ihrer Fotografie widmen. Im Atelierhaus „LEW1“ auf der Rosenhöhe wird der 1990 geborenen Fotografin nicht nur Wohn- und Arbeitsraum zur Verfügung gestellt, sondern auch ein Honorar von 7.000 Euro. Realisieren will Wolf Gang hier ihr Projekt „Vanishing Act: Körper, Raum, Identität“ – eine autobiografische Arbeit über psychologische wie physische Transformationen des Körpers, inspiriert von Erlebnissen von Astronauten. Das Ergebnis wird im Rahmen der Foto-Biennale (ursprünglich: 24. April bis 03. Mai, aktuell wird ein neuer Termin gesucht) ausgestellt. Ermöglicht wird der Aufenthalt durch eine Kooperation des Festivals mit dem Darmstädter Verein Kultur einer Digitalstadt e. V. www.dtdf.de

 

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