Die lokale Kulturszene und (Stadt-) Kulturpolitik ist ständig in Bewegung – da bekommt man viele interessante Neuigkeiten nur am Rande, viel zu spät oder gar nicht mit. Schluss damit: An dieser Stelle servieren wir alle Info-Häppchen, welche die P-Redaktion in den letzten Wochen aufgeschnappt hat.

Foto: West Side Theatre

Endlich gibt es gute Neuigkeiten vom West Side Theatre! Ende 2016 mussten Marijke und Peter Jährling ihre Spielstätte in der Landwehrstraße begleitet von Enttäuschung und ohne handfeste Perspektive für ihr Ensemble Compagnie Schattenvögel sowie die ESOC Theatre Group räumen (nebenbei: Seitdem scheint die Immobilie im zukünftigen „Kreativquartier“ brach zu liegen). Jetzt haben die Darmstädter Theatermacher allerdings eine neue Bühne im Alten Güterbahnhof in Eberstadt gefunden. In idealer Verkehrslage, direkt am Bahnhof, steht den Kulturmachern eine Fläche von 600 Quadratmetern zur Verfügung. An der neuen Adresse sollen ab Herbst 120 Gäste Platz finden (fast doppelt so viel wie bisher), um Schauspiel, Musik, Jugendtheater, Tanzveranstaltungen und internationale Aufführungen in charmanter post-industrieller Kulisse zu erleben. Die neue Fläche erleichtert auch die Produktionsbedingungen: Es gibt ausreichend Parkplätze, ein großzügiges Foyer, Räume für Büros und sogar die Möglichkeit, auswärtige Künstler zu beherbergen. www.westsidetheatre.de

Die Rettung des Lichtdrucks geht weiter. Die Druck- und Fotografie-Profis von Offizin haben kürzlich einen ersten Drucktest mit ihrer historischen „Faber & Schleicher 2169“ erfolgreich absolviert. Ein weiterer Schritt zur Erhaltung des fast schon ausgestorbenen Handwerks und Kulturguts ist gemacht. Eindrücke von der Inbetriebnahme der sechs Tonnen schweren Apparatur mit faszinierender Mechanik findet Ihr auf der neu gestalteten Webseite des Bessunger Projekts. Dort könnt Ihr zudem auch Holger Lübbe und Wolfgang Blauert unter anderem mit „Zeitspenden“ bei ihrer wertvollen Mission unterstützen. www.offizin.de

Es tut sich wieder was in Darmstadts Band-Szene. Jüngster Zuwachs: Electric Horseman. Nun, genau genommen gibt es die Band bereits seit 2016. Jetzt ist mit der Single „Page“ jedoch ein erster ausgereifter Vorbote der kommenden Debüt-EP „Arrival“ erschienen – selbstverständlich samt sehenswertem Video und auch wirklich sehr schickem Cover-Artwork. Der Psychedelic Folk Rock der vier Musiker nimmt Euch mit auf eine Reise in die Sechziger. Frischer Retro-Sound und überhaupt nicht altbacken. Cool! www.electrichorseman.band

Eine Hard-Rock-Band startet ohne Vinyl-Release? Geht nicht! Das dachten sich auch Glanville und haben ihre „First Blood“-EP in schwarzes Gold schneiden lassen. Die Platte erscheint Anfang Juli via Fat & Holy Records, ist direkt bei der Band sowie in Darmstädter Plattenläden erhältlich. Auf die Ohren gibt’s von der neuen Darmstädter Supergroup um (ehemalige) Mitglieder von Wight und Bushfire ordentlich viele Riffs der Marke Thin Lizzy. Fett! www.glanville.bandcamp.com

Nachdem Darmstadt im vergangenen Winter seinen ersten und einzigen U-Bahn-Zugang über Nacht verloren hatte, steht jetzt wieder die Verbindung zu Gleis Neundreiviertel am Darmstadtium – und damit die direkte Anbindung zu Harry Potters Zauberinternat. Vor knapp zwei Jahren erweiterte ein kreativer Unbekannter Carola Keitels Kunstwerk „O25“ nahe dem Kongresszentrum mit einem Hinweisschild Richtung Hogwarts, welches wenig später leider Vandalismus zum Opfer fiel. TU Darmstadt und des Darmstadtium konnten den weiterhin in der Anonymität wirkenden Künstler nun glücklicherweise ausfinden machen und gemeinschaftlich das U-Bahn-Schild an der Erich-Ollenhauer-Promenade neu errichten. Gute Reise! www.tu-darmstadt.de + www.darmstadtium.de

Der Kulturfonds Rhein-Main unterstützt 2019 auch wieder innovative Darmstädter Kulturprojekte. Gefördert wird neben der performativen und interaktiven Ausstellung „bauhaus™“ des Staatstheaters im Sommer nächsten Jahres auch die Jubiläumsausstellung der Darmstädter Sezession, die schon bald den Blick auf ihr hundertjähriges Wirken von 1919 bis 2019 lenken wird. www.kulturfonds-frm.de

Dass Hightech mehr sein kann als utopische Spielerei, wollen Wissenschaftler der TU Darmstadt gemeinsam mit Experten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt beweisen. Ein flexibles und skalierbares System, das eine nachhaltige Wasserversorgung sogenannter „informeller Siedlungen“ – gemeint sind: Slums – sicherstellen soll, ist kürzlich in Entwicklung gegangen. Ziel ist es, die oftmals katastrophalen Lebensumstände in rasant wachsenden Megacities, in denen sich ein immer größerer Anteil der Erdbevölkerung sammelt, deutlich zu verbessern. www.fst.tu-darmstadt.de
 

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