Foto: Andreas Kelm

Gute Nachricht für Freunde urbaner Kunst: Nach dem super erfolgreichen Pionierprojekt Lincoln Wall und dem Blütentunnel in Arheilgen gibt es jetzt im Süden Eberstadts eine weitere legale Graffitiwand, um kreativ zu werden. Gesprayt wird dort auf der 200 Meter langen und vier Meter hohen Lärmschutzwand zur B426, in der Nähe des Sport-Klubs Eberstadt (früher: Jugendzentrum Go-Into). Die Weichen hierfür stellte ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung.

Eine abstrakte Skulptur aus gespendetem Alteisen hat Georg Wolf erschaffen. Im Frühjahr rief der Darmstädter Stahlbildhauer zum Mitwirken an seinem Werk auf und bat, Fragmente aus Stahl und Eisen an seinem Atelier abzulegen. Das gesammelte Material – darunter ein riesiges Stück einer hundert Jahre alten, genieteten Eisenbahnbrücke – fügte Wolf abstrakt zusammen. Zentrale Inspiration dabei: die Figur des Erzengels Gabriel auf dem Engelsberg in Rom. Dort wird dieser als Bezwinger über die historische Pestepidemie dargestellt. Eine Parallele, die ins Jetzt übersetzt wurde. Die Arbeit mit Titel „Erzengel Michael“ solle Kultur und Solidarität in der Gesellschaft thematisieren und „uns angesichts von Lockdown und Selbstisolation mit der notwendigen, positiven Kraft erfüllen, diese Krise letztendlich gemeinsam zu überwinden“, so die Einordnung des Künstlers. wolf-werk.de

Paulina Stulin hat mit „Bei mir zuhause“ ihren neuesten Comic angekündigt. Die Graphic Novel der Darmstädter Künstlerin ist ein „Erfahrungsbericht übers Menschsein in all seiner Peinlichkeit und Erhabenheit“ mit radikaler Erzählweise. Freut Euch auf 600 Seiten fantastische Zeichenkünste. Erscheint im September im renommierten Jaja Verlag und kann jetzt schon vorbestellt werden! paulinastulin.de und jajaverlag.com

Große Pläne hatte Marco Demel. Im April sollten im Theater im Pädagog zum „Dylan Tag 2020“ Werk und Wirken des legendären Musikers und Literatur-Nobelpreisträgers im Fokus stehen. Corona kam dazwischen. Nicht abringen konnte die Pandemie den Dylan-Experten jedoch von der Veröffentlichung seines Roman-Debüts: „Tempest Under Control – Mit dem Mond in meinem Auge“ schöpft Inspiration aus dem Œuvre des Folk-Genies und bildet den Auftakt von Demels Verlag „Dylan-Related-Books“. Gibt’s vorerst nur bei Amazon zu kaufen.

Lucid Void geben ihren Einstand. Die junge Psychedelic-Band präsentiert mit „Saat“ vier groovige Songs, in denen Gitarren, Orgel, Jazz, Stoner und Krautrock großartig zusammenspielen. Der Sound des Quartetts erinnert wunderbar an Black Sabbath und CAN. Produziert wurde die Debüt-EP von René Hofmann, der mit seinem Label Fat & Holy Records nicht nur die Veröffentlichung verantwortet, sondern auch das Artwork der Platte gestaltet hat. Erhältlich ist diese als schwarzes Vinyl in verschiedenen Covervariationen – erste sind bereits ausverkauft! Gibt’s für 15 Euro direkt bei der Band: lucidvoid.bandcamp.com

Einen Schritt weiter sind Electric Horseman. Ziemlich genau zwei Jahre nach dem ersten Lebenszeichen ist Ende Juni der Nachfolger zu „Arrival“ (damals als schmuckes 10-Inch-Vinyl veröffentlicht) erschienen. Die neue EP „Billboards and Palisades“ knüpft ans Vorwerk an: Frischer Retro-Sound mit dem Esprit der 60er und 70er. Zu hören gibt’s insgesamt vier Stücke der Indie-Rocker. Diesmal mit klarerer Folk-Kante und Country-Nuancen. Sollte allen gefallen, die Tame Impala vor „Currents“, Pink Floyd und Temples etwas abgewinnen können. Perfekt zum Reinhören: Der Song „Changing The Blue“ mit dem dazugehörigen, mysteriös-rauschhaften Musikvideo. Erhältlich als CD sowie digital. electrichorseman.band

Mit seinen Songs will Acono Klimawandel und Umweltschutz Gehör verschaffen. Hinter dem Pseudonym steckt Luis Hamm. Der 21 Jahre alte Darmstädter präsentiert mit „In This World“ eine Nummer mit HipHop-Referenzen und übt im dazugehörigen Musikvideo Kritik am Bau der Lichtwiesenbahn. instagram.com/acono.music

Ihr habt in den letzten Monaten Eure Plattensammlung auf den Kopf gestellt, durchgehört und braucht frischen Sound? Rettung naht. Phonk D – Darmstadts vielleicht umtriebigster DJ, Produzent und Labelmacher – hat für das HipHop-Portal „Blokkbeats“ ein knackiges Mixtape zusammengestellt. Eine Stunde Disco, Soul, Funk und House. Unbedingt reinhören! blokkbeats.com und facebook.com/phonkd

Ein Sommer ohne Heinerfest?! Das gab’s seit der Premiere 1951 noch nie. Kein Fotoschießen, kein Wein auf der Bastion, kein Riesenrad, kein „Heißes Pflaster uff de Piazza“, kein Feuerwerk. Gefeiert werden soll dennoch – nur anders. Die charmante Alternative: das „Tuk Tuk Heinerfest“. Der Heimatverein Darmstädter Heiner e. V. hat eine knallrote Piaggio Ape fit gemacht und mit dieser Aktionen an Schauplätzen des traditionsreichen Innenstadtfestes geplant. Darunter der traditionelle Bieranstich, eine kleine Datterich-Szene auf der Schlossbastion, ein „heinerfestliches“ Schmücken der Stadt und vieles mehr. Die Abenteuer des motorisierten Dreirads könnt Ihr in Form von Filmsequenzen online miterleben. An den Heinerfest-Tagen vom 02. Juli bis 06. Juli auf den Social-Media-Kanälen und unter darmstaedterheinerfest.de.

Wenn Ihr das Golden Leaves Festival bei seinen Bemühungen, die Verlegung auf 2021 sowie den Erhalt des Open Airs zu meistern, unterstützen wollt, schnappt Euch ein T-Shirt oder einen Jutebeutel mit schickem Motiv im Ticketshop. Dort gibt’s natürlich auch Karten für das auf nächstes Jahr verschobene Programm, das um einen dritten Tag am Freitag ergänzt wurde. goldenleavesfestival.de

Dieses Jahr ohnehin pausiert hätte das Nonstock Festival – einfach, um sich organisatorisch neu zu sortieren. Mit neu gewähltem Vereinsvorstand kündigte das traditionsreiche Open Air kürzlich den Termin für 2021 an: Am 23. und 24. Juli wird wieder auf der Farm im Fischbachtal gerockt. facebook.com/nonstock

Der 27. Kultursommer Südhessen versucht sich an einem Alternativprogramm. Viele Formate wandern ins Netz, zum Beispiel das Online-Event „Volk im Schloss“-TV des Open Airs in Groß-Gerau, aber auch Theaterstücke, Aufführungen und Lesungen für Kinder und Jugendliche (darunter das Circusstück „Insection“ der Darmstädter Compagnie Xir). Veröffentlicht werden die Beiträge vom 20. Juni bis 15. November auf: kultursommer-suedhessen.de.

Ende der 80er gelang Professor Harald Rose von der TU Darmstadt ein Geniestreich. Er schaffte, woran Physiker weltweit scheiterten: Atome sichtbar zu machen – mit einer Art Brille für Elektronenmikroskope. Jetzt wurde Rose gemeinsam mit seinen Kollegen Maximilian Haider, Knut Urban und Ondrej Krivanek für den damals bahnbrechenden Forschungserfolg ausgezeichnet. Mit dem höchst renommierten Kavli-Preis – dotiert mit einer Million US-Dollar – der Norwegischen Akademie der Wissenschaften. Die Wissenschaftler haben „Licht in eine Dimension gebracht, die wir vorher nicht sehen konnten […] und unser Leben verändert“, lobt das Komitee die Leistungen der Wissenschaftler. Gratulation! tu-darmstadt.de

Die Darmstädter Tage der Fotografie planen – nach der coronabedingten Verlegung des Frühjahr-Termins – den Neustart für den Herbst 2020: Am 12. September 2020 eröffnen die ersten Ausstellungen zum Thema „Skurrile Fluchten – Humor in der Fotografie“. Die Festivalwoche startet dann am 23. Oktober 2020 – mit der Verleihung des 8. Merck-Preises und weiteren Ausstellungen – und geht bis zum 01. November 2020. www.dtdf.de

Die Special Olympics Hessen werden vom 15. bis 17. Juni 2021 in Darmstadt ausgetragen. Zu den sportlichen Wettbewerben erwartet werden 700 Athleten, die sich im Bürgerpark und Nordbad sowie auf dem Woog – hier soll Kanu gefahren werden – miteinander messen. Einige der Disziplinen: Fußball, Judo, Leichtathletik, Schwimmen und Tischtennis. Als inklusives Angebot für alle, also ohne Wettbewerb, soll Klettern in verschiedenen Variationen angeboten werden. Toll! specialolympics-hessen.de

 

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