Foto: Unwort Fotografen

Die lokale Kulturszene und (Stadt-) Kulturpolitik ist ständig in Bewegung – da bekommt man viele interessante Neuigkeiten nur am Rande, viel zu spät oder gar nicht mit. Schluss damit: An dieser Stelle servieren wir alle Info-Häppchen, welche die P-Redaktion in den letzten Wochen aufgeschnappt hat.

Mitte Januar wurde das Unwort des Jahres 2018 in Darmstadt verkündet. Es lautet: alternative Fakten. Die dazugehörige Ausstellung der zehn Unwort-Fotografen feiert am 01. März um 20 Uhr im Foyer der Kammerspiele des Staatstheaters Vernissage. Wir sind gespannt auf die kritischen Übersetzungen des Begriffs in Bilder! www.unwortdesjahres.net

Der Januar endete mit einer traurigen Nachricht: Dr. Theo Jülich, Leiter des Hessischen Landesmuseums und international geschätzter Kenner der Mittelalterlichen Kunst, ist am 20.01. nach langer schwerer Krankheit im Alter von 61 Jahren gestorben. Darmstadt verliere „einen lebensfrohen, engagierten, fach- und sachkundigen Streiter für das kulturelle Ansehen der Stadt“, sagte Oberbürgermeister und Kulturdezernent Jochen Partsch. In der Haupthalle des Landesmuseums liegt ein Kondolenzbuch aus. www.hlmd.de

Mit seiner Platte „Makadam“ landete er 2016 auf Platz zwei der Charts. Jetzt kündigte Olexesh mit zwei Singles den Nachfolger zu seinem bisher erfolgreichsten Album an. Von dessen melancholischem Vibe scheint sich der Darmstädter verabschiedet zu haben. Die neuen Videos zu „Rolexesh“ und „MOB“ sparen nicht an trippy Beats, Pelz, Goldschmuck und Moonwalks. Hier wird diesmal dick aufgetragen! www.facebook.com/Olexesh64

Zum 25-jährigen Jubiläum wurde die feministische Zeitschrift Mathilde mit der Bronzenen Verdienstplakette der Stadt Darmstadt ausgezeichnet. Oberbürgermeister Jochen Partsch lobte das „herausragende Engagement“ des ehrenamtlichen Redaktionsteams, dessen Stories auf vielfältige Weise Lebensrealitäten von Frauen in unserer Stadt und Gesellschaft sichtbar machen. www.mathilde-frauenzeitung.de

Zwei Tage lang haben sich Immergrün im letzten Herbst zusammen mit René Hofmann im Studio eingeschlossen, um ihre neue Platte einzuspielen. 100 Prozent analog, live, direkt, unverfälscht und ohne Schnickschnack. So wollte die Band „den Sound und das Gefühl der geliebten Steve-Albini-Alben aus den 90ern“ wiederbeleben. Hat geklappt! Sechs Lieder hat die 16-Spur-Bandmaschine eingefangen. Gerahmt vom Titel „Jeder andere ein Held“ sind diese Ende Januar über Dyslexie-Records auf schwarzem Vinyl erschienen. Darmstädter Indie-Rock at its best! www.immergrünmusik.de

Hans Zippert ist Darmstadts neuer Turmschreiber. Der Satiriker, ehemalige Titanic-Chefredakteur und Henri-Nannen-Preisträger wird ein Jahr lang am Hochzeitsturm auf der Mathildenhöhe wirken, im dortigen Trauzimmer zu Lesungen laden und mit seiner scharfzüngigen Sprache seine Eindrücke aus unserer Stadt literarisch verarbeiten. www.facebook.com/hans.zippert

Gitarre, Bass, Schlagzeug, Gesang. Zack, fertig: neue Band! Ganz so einfach haben es sich Rivers dann wohl doch nicht gemacht. Als Musiker mit jahrelanger Bühnenerfahrung habe man sich bei der Gründung zuerst vor allem auch den eigenen Erwartungen an solch einen Neubeginn stellen müssen, so die Vier. Dass dieser Findungsprozess erfolgreich war, beweist die erste Video-Single. Mit „Pardon My French“ präsentiert sich Songwriting und Sound ziemlich solide, irgendwo zwischen Rock, Pop, kleinen Hymnen, Placebo und The Subways. www.wearerivers.de

Das Golden Leaves Festival sorgt für Vorfreude zum Jahresbeginn und kündigte jetzt schon den Termin für seine siebte Auflage an. Das spätsommerliche Kleinod von Musikliebhabern für Musikliebhaber findet am 01. und 02. September statt. Zur Einstimmung empfehlen wir den Besuch der Festival-Website. Dort findet Ihr nicht nur ein goldiges Filmchen mit Impressionen von der ausverkauften Vorjahres-Ausgabe, sondern auch Infos zum Ticketkauf über die aktuelle Crowdfunding-Kampagne. www.goldenleavesfestival.de

Mit Eurem Studi-Ausweis der TU Darmstadt könnt Ihr ab sofort kostenlos Vorstellungen des Theater Moller Haus besuchen. Nachdem sich die Kooperation mit dem Staatstheater bewährt hat, freut sich der AStA der TU, dass sein kulturelles Angebot für Studierende nun auch die Bühne der Freien Szene umfasst. www.theatermollerhaus.de

Der blau-weiße Fußball-Hype erobert die Hochkultur. Das Staatstheater Darmstadt schenkt dem SV Darmstadt 98 und seinen Fans zum 120-jährigen Jubiläum ein Musical. „Aus Tradition anders“ nimmt Euch mit zurück ins Jahr 1978 – damals, als die Lilien schon mal in der 1. Liga spielten – als „Feierabendfußballer“. Fast der gesamte Kader ging in jener kuriosen Saison vor dem Training einer anderen hauptberuflichen Beschäftigung nach und holte dennoch Bundesliga-Zauber ans Bölle. Die Inszenierung von Martin G. Berger und Jasper Sonne verwebt Fiktion und Realität auf einer flexiblen Drehbühne und zeichnet damals wie heute aktuelle gesellschaftliche, sportliche sowie zwischenmenschliche Konflikte nach. Premiere im April, Karten ab sofort verfügbar. www.staatstheater-darmstadt.de

Vom Trio zur fünfköpfigen Formation gewachsen, wollen Orchestra Esquinas ihren neuen Sound auf Band festhalten. Die Produktion des neuen Albums will das „freundliche Tangoensemble von nebenan“ über eine Crowdfunding-Kampagne finanzieren. www.startnext.com/orchestra-esquinas

Mit leuchtenden Aphorismen schlägt die TU Darmstadt erneut die Brücke zwischen Kunst, Wissenschaft, Universität und Stadtgesellschaft. Anfang des neuen Jahres wurde auf dem Campus Lichtwiese die Lichtinstallation „HLR Lichtenberg1“ präsentiert. Das Kunstwerk im öffentlichen Raum wurde von der Darmstädter Künstlerin Inna Wöllert, die unter dem Alias Karwath + Todisko arbeitet, konzipiert und ziert die Fassade des TU-Hochleitungsrechner-Gebäudes. Über das Raster aus 96 einzelnen LED-Leuchtelementen fahren Auszüge aus den „Sudelbüchern“ des Universalgelehrten Georg Christoph Lichtenberg. Die ehemaligen Geistesblitze des Darmstädter Philosophen aus dem 18. Jahrhundert flackern als Pixelfont teils in lesbarem Klartext, teils in kryptischem 8-stelligem Binärcode rund um die Uhr über die Wand. So habe sie die beiden „Ankerpunkte“ des Projekts – die Mega-Rechner und den Denker – vereint, erklärt Inna Wöllert.

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