Die lokale Kulturszene und (Stadt-) Kulturpolitik ist ständig in Bewegung – da bekommt man viele interessante Neuigkeiten nur am Rande, viel zu spät oder gar nicht mit. Schluss damit: An dieser Stelle servieren wir alle Info-Häppchen, welche die P-Redaktion in den letzten Wochen aufgeschnappt hat.

Foto: Jan Ehlers

Um „eine Plattform für schöne Musik“ zu schaffen, erweiterte Phonk D vor fünf Jahren sein musikalisch-kreatives Portfolio und gründete das Plattenlabel Footjob. Seitdem ist er aus unseren monatlichen „Aufgeschnappt“-Meldungen nicht mehr wegzudenken. Mit seiner Leidenschaft für House und Disco blickt der unermüdliche Tausendsassa jetzt nämlich auf ein halbes Jahrzehnt Labelarbeit sowie ganze 17 Veröffentlichungen zurück. Alle Achtung! Nicht nur lokale, auch internationale Namen wie Tuff City Kids, DJ Duke, Lorenz Rhode und Borrowed Identity konnte der Vinyl-Liebhaber dabei für sein Credo „music made for dancig feet“ begeistern. Nachdem kurz vorm Jubiläum noch „The Protest Disco EP“ mit zwei Nummern der legendären DJs Hans Nieswandt und Eric D. Clark Ende Juli erscheint, soll Ende August die erste Doppel-Vinyl-Platte kommen. Darauf zu hören: acht Remix-Titel verschiedener Footjob-Künstler wie Sascha Ciminiera, Lukas Lehmann und Le Rubrique, die sich gegenseitig neu interpretieren. Mega! www.footjob-music.com

Es grünt am Staatstheater. Die Initiative Essbares Darmstadt freute sich kürzlich über den Startschuss für die Bepflanzung des „Büchner Gartens“ auf der südlichen Seitenterrasse des Theaters. In den spitz zulaufenden, dreieckigen grauen Blumenkübeln wachsen Obst- und Mandelbäume, Kräuter, Gemüse und manche Früchte. Überdacht sind die fest installierten Beete von sechs Meter langen Bambusstangen, an denen bald Rankpflanzen hochkraxeln. Gepflegt wird der kleine grüne Dschungel inmitten der urbanen Betonlandschaft von Anwohnern, der Initiative Essbares Darmstadt sowie dem Staatstheater. Gedacht ist das Projekt als Gemeinschaftsgarten und Treffpunkt für Nachbarn, Passanten, Interessierte – Mitmachen erwünscht! – und der erste Teil von Dieter Krellmanns Vision für mehr Biodiversität am Georg-Büchner-Platz. Folgen soll bald der „Shakespeare Garten“ als Hommage an Leben und Wirken des Schriftstellers. Wir sind gespannt! www.essbaresdarmstadt.de

Es ist ein Pilotprojekt: das neue Kinder- und Jugendhaus im Martinsviertel unweit des Kantplatzes. Nach drei Jahren Bauzeit bildet der Neubau mit markanter Architektur aus Sichtbeton, Kiefernholz, klaren Kanten, hohen Fensterfronten und zeitlosem Design die zentrale Betreuungsstelle für den Nachwuchs von 1 bis 27 Jahren. Der optisch beeindruckende Neubau vereint Kita (22 Plätze), Kindergarten (66 Plätze), schulische Nachmittagsbetreuung sowie ein offenes Angebot für Teenager und junge Erwachsene. So finden sich Räume, die das Ganztags-Schulprogramm der Schillerschule ergänzen, eine Mensa für Schüler, ein 520 Quadratmeter großer Spielplatz im begrünten Innenhof, umsäumt von Gruppenräumen für die Jüngsten, sowie 350 Quadratmeter Fläche des internationalen Jugendzentrums unter Trägerschaft des Sozialkritischen Arbeitskreises mit Mehrzweckraum, PC-Raum und einer Küche, die zum gemeinschaftlichen Kochen einlädt. Fun fact: Die Fertigstellung des Komplexes bildet gleichzeitig auch den Abschluss der bereits seit 1972 laufenden städtebaulichen Fördermaßnahme zur Sanierung des Martinsviertels. www.darmstadt.de

Neues von den 8kids! Am 23. August erscheint mit „Blüten“ das zweite Album des Darmstädter Trios. Die Platte mit dem klangvollen Titel hat bereits erste Schatten vorausgeworfen. Nachdem die erste Single „Wir bleiben Kids“ bereits im Frühjahr nicht mit nur Synth-Beats, sondern auch Rap-Feature überraschte und eine stärkere Verschiebung des Sounds von breitwandigem Rock in Richtung Pop andeutete, festigt das frisch veröffentlichte Video zum Song „Kraft“ diesen Eindruck. Fans der Band, die vor zwei Jahren mit ihrem Debüt bundesweit durchstarten konnte und Post-Hardcore als Selbstreferenz benennt, dürfen gespannt sein, wie sich das gesteigerte Faible für eingängige Melodien beim Songwriting auf Albumlänge hörbar macht. www.8kids.de

Neuerdings summt‘s und brummt‘s auf dem Dach des Luisencenters. Acht Bienenvölker haben hier, hoch über der Darmstädter Innenstadt ein neues Zuhause gefunden. Die Stadtbienen wurden in Kooperationen mit regionalen Imkern angesiedelt und können mit pro Volk mit jeweils einer Königin, 8.000 Drohnen und knapp 40.000 Arbeiterinnen 40 bis 70 Kilogramm Honig sammeln. Dessen Verkauf soll karitativen Zwecken zugutekommen.

Der Platanenhain, „ein Lebensort, beliebter Spiel- und Erholungsraum“ soll langfristig erhalten werden, erklärte Stadträtin Barbara Akdeniz im Anschluss an die Beschlussfindung des Magistrats zur Sanierung des historischen Parks an der Mathildenhöhe. Vergangenes Jahr wurde erstmals der kritische Zustand der Bäume festgestellt – und die Nutzung der Fläche für manche Kulturveranstaltung umgehend eingeschränkt. Nach sorgfältiger Prüfung steht fest, dass ein großer Teil der Platanen unter den Bedingungen des „Extremstandortes“ leiden. Der stark verdichtete, sandige Boden lässt kaum Luft und Wasser ins Wurzelwerk durchdringen. Das macht insbesondere jüngeren Bäumen zu schaffen. Von den 178 Platanen sind 78 in gutem bis sehr gutem Zustand, allen weiteren soll nun durch die Schaffung von Belüftungs- und Wurzelgräben mit wasserspeicherndem Substrat geholfen werden. Dauer und Kosten der Arbeiten: vier Jahre und bis zu 583.000 Euro. www.darmstadt.de

Die Verfügbarkeit öffentlichen und kostenfreien WLANs in der Stadt wird ausgeweitet: Ab sofort ist das unter anderem von der Wissenschaftsstadt Darmstadt angebotene freie WiFi Darmstadt (verfügbar vor allem in der Innenstadt) auch mit dem „eduroam“-Netz der TU Darmstadt (verfügbar an Campus Lichtwiese und Stadtmitte sowie in der Uni- und Landesbibliothek) gegenseitig kompatibel. Coole Sache!

Das Steinbruch-Theater in Mühltal schließt. Für immer. Nachdem der Rockschuppen 2015 von neuen Pächtern wiedereröffnet und mit einem Programm aus Live-Musik und Subkultur-Disco-Formaten auch finanziell in solide Gewässer navigiert wurde, erreichte diese nun die Hiobsbotschaft des Vermieters: Das Gebäude sei alt und sanierungsbedürftig, die nötige Grundsanierung wolle die Eigentümerfirma nicht tätigen. Vermutlich steht nach Abgabe der Schlüssel am 30. November 2019 der Abriss an. Eine Nische im Nachtleben der Region schließt somit ihre Pforten. Traurig! www.steinbruch-theater.club

 

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