Foto: Jan Ehlers

70er-Disco, Fusion, Funk, Krautrock, HipHop, House – der Jazz von Triorität schöpft Inspiration aus einem wilden Ritt durch die Pop- und Musikgeschichte. Dass das live ziemlich geil knallt, wissen alle, die eine der vielen Shows von Gerrit Ebeling (Keys, Synthesizer), Alexander Hoffmann (Schlagzeug) und Grégoire Pignède (Bass) erlebt haben. Ob in der Galerie Kurzweil, open air „uff de Piazza“, als Support für Rap-Ikonen oder in der Oetinger Villa. Bald könnt Ihr Euch den genialen Sound der drei endlich auch in voller Länge nach Hause holen! Nach der EP „Skorphut“ von 2019 erscheint am 06. November das Debüt-Album der Darmstädter mit genialem Händchen für energetische, tanzbare Grooves. Der Titel „ALG0“ versammelt acht Nummern, die auch jeden Club-Dancefloor zur Ekstase bringen. Richtig stark! Aufgenommen wurde im Lui Hill Studio auf dem Goebel-Gelände. Mit Synthesizer und Vocoder bewaffnet ist Lukas Lehmann nicht nur Feature-Gast auf zwei Tracks, sondern er produzierte das Werk auch im Schulterschluss mit Frederik Tack. Zur Veröffentlichung stampften Triorität kurzerhand ein eigenes, neues Label aus dem Boden: Ouvo. Darüber ist das Album im knalligen Artwork als Vinyl erhältlich – sowie digital. facebook.com/Trioritaet und trioritaet.bandcamp.com

Vergleichsweise ruhig war es seit dem Fünfjährigen im Herbst 2019 um das Label Footjob. Umso eindrucksvoller klingt jetzt Release Nummer 19. Label-Chef Phonk D konnte hierfür den international an Decks wirbelnden Tilman aus Mainz für eine Kollaboration gewinnen. Die „Couple Therapy EP“ ist mit vier Tracks voller funky Synths, Samples und Drum Machines ab dem 02. Oktober als Vinyl und digital erhältlich. footjob-music.com

Die Leidenschaft für Dubstep schlägt neue Wellen. Seit mehr als zehn Jahren bringt Chrome Darmstadts Clubs mit seinem basslastigen Sound zum Beben, jetzt setzt das Kollektiv aus DJs und Veranstaltern noch einen drauf und veröffentlicht eine Vinyl-Single. Auf der 7“ zu hören: Abduzidub aus São Paulo mit zwei Tracks. Erscheint in super exklusiver Auflage von nur 100 Stück! facebook.com/chromedub

Klangvoller Americana-Folk in neuem Gewand: Die in Detroit geborene Darmstädterin Vanessa Novak hat ihrem Song „Bound To Change“ ein farbenfrohes Musikvideo spendiert. Veröffentlicht wurde das bluesige Stück zwar bereits 2013, jüngste Ereignisse hätten dem Song jedoch nochmals aktuelle Relevanz verliehen, so die Musikerin. facebook.com/vanessanovaksingersongwriter

Erik Pauls (aufgewachsen in Darmstadt, musikalisch in seiner Subkultur sozialisiert) und Adriana Browne wollten in Frankfurt eine Punk-Platte aufnehmen – und sind daran gescheitert. Ein Glück! Denn stattdessen hat das Duo als Amigos del Autobus zu aufregend-turbulenten Songs voller Synthesizer gefunden. „Rowdy-Popmusik“ nennt Pauls das, was sich auf der Debüt-LP „turbo pop youth“ versammelt. Acht Titel wurden auf blaues Vinyl gepresst und in ein schickes, minimalistisches Artwork gepackt. Digital ist das Album bereits erhältlich, physisch ab Mitte Oktober über das Frankfurter Label George Korea und direkt über die Band für 12 Euro. amigosdelautobus.bandcamp.com

Der Löwenbrunnen am Mathildenplatz sprudelt wieder. Fünf Jahre nahmen die Restaurierungsarbeiten des dreistöckigen Wasserspiels in Anspruch. Fun fact: Erbaut wurde der Brunnen 1824 nach Plänen Franz Hegers als „Luisenbrunnen“ und stand auf dem Luisenplatz. Dort musste er jedoch nur wenige Jahre später dem „Langen Ludwig“ weichen.

Zu Ehren Joseph Beuys‘ wurden am 17. September am Hessischen Landesmuseum im Rahmen der Sonderausstellung „Kraftwerk Block Beuys“ eine Eiche gepflanzt und eine Basaltstele gesetzt. Eine Hommage an die soziale Plastik „7000 Eichen – Stadtverwandlung statt Stadtverwaltung“, die der Kunstpionier 1982 zur siebten Documenta in Kassel initiierte. hlmd.de

Um ein Zeichen für „die Darmstädter Musikkultur in Zeiten der Corona-Krise“ zu setzen, hat der Darmstädter Förderkreis Kultur e. V. entschieden, 2020 keinen Musikpreis zu verleihen. Die 5.000 Euro Preisgeld werden stattdessen der Initiative „Wir für Kultur“ gespendet, um Künstler zu unterstützen. Über das mit 2.000 Euro dotierte Stipendium des Darmstädter Musikpreises freuen durfte sich dennoch der junge Organist und Pianist Finn Krug. Gratulation! kultur-foerderkreis.de

Das Theaterlabor Inc. ruft zum Träumen auf. Unter der künstlerischen Leitung von Max Augenfeld und Nadja Soukup wurde ein interaktives Zukunftslabor ins Leben gerufen: „Timecapsule“. Bis zum 30. November 2020 sind alle in Darmstadt eingeladen, die Zeitkapsel mit ihren Zukunftsvisionen zu füllen. Um den Gedanken künstlerisch und kreativ Ausdruck zu verleihen, stehen dem Projekt Dozenten zur Seite. Der Rapper Kutlu Yurtseven schult Euch in E-Seminaren, Angelina Dalinger unterstützt bei Videokunst, Renate Dreesen hilft bei Fragen zu Dramaturgie, Sophie Reyer ist Profi für kreatives Schreiben – Performance und Regie sind wiederum das Steckenpferd der Leitung. Ein Blog begleitet den Prozess und stellt „Aspekte zur Zukunft und Debatte darüber“ vor. Im Dezember sollen Eure künstlerischen Visionen dann im Beisein von Oberbürgermeister Jochen Partsch enthüllt werden. zukunftslab.online

Gleichzeitig initiierte Nadja Soukop ein weiteres Vorhaben. In Kooperation mit der Autorin Ingrid Walter wurde stadtweit Poesie verteilt. Die kleinen Werke lassen sich über QR-Codes entdecken. Augen auf beim Flanieren!

Bereits seit März finden im „Literarischen Wohnzimmer“ coronabedingt keine Lesungen mehr statt. Weil ein Ende nicht absehbar sei, vermeldete Kathrin Hampf vom Kranichsteiner Literaturverlag das Aus für die traditionsreiche Lesereihe. Sehr schade! Ein Trost bleibt: Auf der Webseite des Verlags wurde das entdeckungsreiche Archiv um eine Galerie ergänzt. Klickt Euch durch Portraits der schreibenden Zunft und Malereien. Schöne Inspirationsquelle für Leseratten. kranichsteiner.de

Das Mahnmal für die Opfer des Paragrafen 175 steht kurz vor der Realisierung. Das Bürgervotum zur Gestaltung wurde mit Erfolg abgeschlossen. Überzeugen konnte dabei der Entwurf „Die Schattenseite des Regenbogens“ des Würzburger Architekten Matthias Braun. Über einhundert Jahre lang wurden aufgrund des Paragrafen 175 homosexuelle Menschen in Deutschland diskriminiert und verfolgt. Um als Zeichen der Solidarität mit den unzähligen Opfern in Darmstadt einen Gedenkort zu schaffen, formulierte die Fraktion Uffbasse 2016 einen entsprechenden Antrag. Zur Skulptur Brauns kommentiert Oberbürgermeister Jochen Partsch: „Symbolik und Gestaltung lassen Raum für individuelle Annäherung und Auseinandersetzung, bleiben dabei in ihrem Statement eindeutig.“ Die Standortfrage wird im Herbst geklärt. darmstadt.de

 

 

 

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