Die lokale Kulturszene und (Stadt-) Kulturpolitik ist ständig in Bewegung – da bekommt man viele interessante Neuigkeiten nur am Rande, viel zu spät oder gar nicht mit. Schluss damit: An dieser Stelle servieren wir alle Info-Häppchen, welche die P-Redaktion in den letzten Wochen aufgeschnappt hat.

Foto: Johanna Amberg

Ein wirklich unglaublich sehenswertes Musikvideo haben Robotnik veröffentlicht. Der Song „Die Macht“ vom 2015 erschienenen Album „Dein Feind“ wurde von Johanna Amberg als Puppenanimationsvideo inszeniert. Die Darmstädter Diplom-Designerin stand zuvor auch schon für Wight und Bushfire hinter der Kamera und veröffentlichte sehenswerte Kurzfilme. Für das Robotnik-Video bastelte Amberg mit viel Liebe zum Detail in Handarbeit den Proberaum der Hardcore-Noise-Band nach, formte Puppen sowie Gitarren, Verstärker, Bierkästen, Pizzakartons und vieles mehr im Kleinformat. Mit der smarten Zitierung des Filmklassikers „A Trip To The Moon“ steigert sich in dem komödiantischen Streifen die Probe des Trios zu einem galaktischen Finale. Unbedingt anschauen! www.facebook.com/robotnikhc und www.johannaamberg.de

Mit einer vergleichsweise ruhigen Nummer sind Rivers ins neue Jahr gestartet und präsentieren sich facettenreich. Nachdem die neu gegründete Band im Vorjahr mit poppigem Rock erste Lebenszeichen von sich gab, um im Anschluss fleißig viele, viele Konzerte zu spielen, wurde jetzt ein neues Musikvideo veröffentlicht. Für die selbstbetitelte Single „Rivers“ wurde der kräftige, leicht hymnische Sound zurückgefahren, um etwas melancholisch-balladesken Melodien Raum zu geben. Hört’s Euch mal an! www.wearerivers.de

Ebenfalls nicht nur Hör- sondern auch Sehbares zeigen Captain Capgras. Die Punkband um Veteranen der Darmstädter Subkultur hat für das Musikvideo zu „Vom Grauen 2.0“ ihnen verbundene Musiker und Freunde vor die Kamera gebeten. Interpretiert wird der antifaschistische Song unter anderem von den Darmstädter Bands 8kids und Mitgift. www.facebook.com/captaincapgras

Im September dieses Jahres endet die zwölfjährige Amtszeit des TU-Präsidenten Professor Dr. Hans Jürgen Prömel. Zu seiner Nachfolgerin wurde von der Universitätsversammlung, dem „Parlament“ der TU Darmstadt, Professorin Dr. Tanja Brühl gewählt. Brühl lehrte und forschte bisher als Politikwissenschaftlerin an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Darüber hinaus wirkte die 49-Jährige als Gründerin und Herausgeberin der renommierten Fachpublikation „Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung“. Als TU-Präsidentin, so Brühl, wolle sie den regionalen Verbund von Hochschulen stärken: „Die Rhein-Main-Region kann so neben Berlin und München einer der drei innovativsten Wissenschaftsstandorte Deutschlands werden.“ www.tu-darmstadt.de

Während andernorts der Brexit die Köpfe rauchen lässt, will eine Initiative der TU Darmstadt und sechs weiteren europäischen technischen Universitäten einen „transeuropäischen Campus“ schaffen. Die bereits seit Jahrzehnten gepflegte Kooperation mit Standorten von Finnland bis Portugal wurde jetzt in einen offiziellen Verband überführt: „UNITE!“. Aktuell bemüht sich das Netzwerk bei der EU-Kommission um die Auszeichnung ihrer Mitglieder als „Europäische Universität“ – verbunden mit einer Förderung durch die EU mit bis zu fünf Millionen Euro. www.tu-darmstadt.de

Begleitet von einer hitzigen Debatte votierte Mitte März das Stadtparlament für eine Neugestaltung der Radwege der mittleren Rheinstraße. Für 350.000 Euro wird der Abschnitt zwischen Neckar- und Grafenstraße umgestaltet. Ein 2,30 Meter breiter, von Pollern geschützter Streifen soll Radlern künftig zur Verfügung stehen. Im zweiten Schritt sei die Aufwertung des Gehweges geplant, um „Attraktivität und Aufenthaltsqualität“ in dem Straßenabschnitt zu steigern, erklärte Bau- und Verkehrsdezernentin Barbara Boczek. Kritisiert wurden die Pläne zur neuen Wegführung vom Radentscheid Darmstadt und der Initiative Darmstadt fährt Rad. Letztere hatte im Vorfeld zur Abstimmung einen Entwurf präsentiert, der für die Neugestaltung insbesondere die große Kreuzung an der Neckarstraße in den Fokus nimmt. Hier, an einer der großen Hauptverkehrsachsen der Stadt, treffen Autos, Lkws, Busse, Straßenbahnen, Radfahrer und Fußgänger aufeinander. Gerade zum Feierabendverkehr schieben sich Blechlawinen mitunter in einem engen Gewusel quer über alle Spuren. Um Übersicht und deutlich mehr Sicherheit zu schaffen, wurden Pläne für eine „geschützte Kreuzung“ mit baulich abgesetzten Radwegen, die deutlich vor Kraftfahrzeugen und gut sichtbar an Ampeln halten, präsentiert. www.darmstadt.de und www.radentscheid-darmstadt.de

Im Herbst 2018 landete Autorin und P-Schreiberin der ersten Stunde Antje Herden mit ihrer Einreichung „Keine halben Sachen“ im Wettbewerb um den Peter-Härtling-Preis einen Volltreffer. Jetzt wurde das preisgekrönte Manuskript vom renommierten Verlag Beltz & Gelberg veröffentlicht. Die vor allem für ihre Kinderbücher bekannte Darmstädterin („Wir Buddenbergs“, Verlag S. Fischer) erzählt in dem Roman die Geschichte des fünfzehnjährigen Robin zwischen Schule, Freunden, Selbstfindung und dem Verlieren in einer Parallelwelt. „Keine halben Sachen“ ist für knapp 13 Euro überall im Buchhandel erhältlich.

Weil das für Anfang Mai angekündigte Mühlchen Open Air „aus produktionstechnischen Gründen“ abgesagt werden musste, kürten die verantwortlichen Bedroomdisco-Macher Mogli und Mighty Oaks kurzerhand zu – würdigen – Headlinern des diesjährigen Golden Leaves Festivals. Komplettiert wurde im Anschluss daran das Line-up des spätsommerlichen Open Airs am 31. August und 01. September mit den Psych-Rockern Gold Star, den surfigen Say Sue Me aus Korea, dem supercoolen Duo Cari Cari sowie Stella Donnelly und The Slow Show aus Manchester. Solltet Ihr Karten für die Mühlchen-Open-Air-Termine von Mogli und Mighty Oaks gekauft haben, sind diese jeweils als Tagestickets für das Golden Leaves Festival gültig. Sollte Euch der Nachholtermin beim Festival nicht in den Kalender passen, könnt Ihr Tickets auch zurückgeben. Das Konzert des Deutsch-Rockers Wirtz wird vom Mühlchen Open Air auf den 30. August und ebenfalls auf das Gelände des Schlossparks Kranichstein verlegt. Und auch für das Mühlchen-Konzert mit Pop-Sternchen Mike Singer soll zeitnah eine Alternative angekündigt werden. www.goldenleavesfestival.de und www.facebook.com/MuehlchenOpenAir

Bürgerhaushalt 2.0: Darmstädterinnen und Darmstädter können bis Mitte April wieder Vorschläge für die Stadtpolitik online einbringen und diskutieren. Bis Mitte Mai werden außerdem Anträge für die Förderung eigener Projekte mit bis zu 5.000 Euro durch den städtischen Haushalt angenommen. Bedingung ist, dass das Projekt dem Gemeinwohl dient und in Eigenregie umgesetzt werden kann. Alle Details und genauen Fristen findet Ihr auf der Beteiligungsplattform www.da-bei.darmstadt.de.

Am 08. Juni 1919 schlossen sich Menschen, die eine andere Idee von Kunst und Gemeinschaft verwirklichen wollten, in Darmstadt zusammen und gründeten die Darmstädter Sezession. In der Künstlervereinigung versammelten sich damals unter anderem Maler Max Beckmann, Ludwig Meidner und Bildhauer Well Habicht – eine Riege „sich als radikal bezeichnender Künstler“, Expressionisten, Kubisten, Futuristen, Dadaisten, Konstruktivisten und Vertreter der Neuen Sachlichkeit. 2019 feiert die Sezession – die unter anderem seit 1975 im Zweijahresrhythmus den Preis junger Künstler der Darmstädter Sezession verleiht – ihr 100-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass soll die Rolle der Kunst in unserer Gesellschaft zentral und ausführlich verhandelt werden. Ab Juni wird entlang von Ausstellungen, Vorträgen, Konzerten, Symposien und Kunstrouten in der gesamten Stadt 100 Tage lang das Wirken der Sezession nachgespürt. Für die grafische und architektonische Konzeptionierung des Festivals zeichnen sich die kreativen Köpfe des Diese Studio verantwortlich, die auch schon im vergangenen Sommer gemeinsam mit dem Blumen-Kollektiv das City Carree kulturell bespielt haben. www.darmstaedtersezession.de

 

 

Artikel drucken Artikel versenden