Foto: Robert Winter

Nach dem grandiosen Solo-Debüt „Nie Oder Jetzt“ von 2019 und der EP „Kultur“ (2020) hat Döll zusammen mit Produzent Torky Tork elf neue Tracks an den Start gebracht. Titel des gemeinsamen Albums: „Chips“. Der Clou an der Platte ist die super unkonventionelle Art der Veröffentlichung. Erhältlich ist das Werk nur als Jeton mit integriertem USB-Speicher. Die Gestaltung erinnert an klassische Poker-Marken. Hierauf findet Ihr die Songs in digitalem Format. Das sei auch ein bewusstes Statement gegen Streaming und Downloads, die Nischenkünstler lediglich mit Bruchstücken von Cent-Beträgen abspeisen, so die beiden Künstler. Plus: Angesichts der krassen Engpässe in der Vinylproduktion (Presswerke arbeiten derzeit mit Wartezeiten von bis zu neun Monaten für neue Aufträge) wird mit diesem smarten Kniff das Warten auf die Schallplatte, die 2022 kommt, verkürzt. Textlich konfrontiert der talentierte Rapper Euch wieder mit drastischer Ehrlichkeit und weist mit Format und Titel der neuen Platte nonchalant auf seine überwundene Spielsucht hin: „Wer meine letzten zwei, drei Projekte gehört hat, weiß, dass ich in meiner Vergangenheit eher schlechte Erfahrungen mit Jetons gemacht habe. Der ,Chips‘-Jeton steckt voller positiver Energie und harter Arbeit“, so Döll. Entlang dieser inhaltlichen Einstimmung klingt auch der Sound frisch. Pointierte, kurze Songs auf knackig-wilden Beats statt melancholisch-düsteren Eskapaden. doellkommerziell.com und instagram.com/doelloffiziell

Kleine Zeitreise im Kosmos Rap: Vor zehn Jahren erschien Dölls erstes Kollabo-Album: „Alles im Kasten“ kam über das Darmstädter Label Kehlkopf Aufnahmen und mit Kumpel Nomis im Doppel. Letzterer meldete sich jetzt nach ewiger Pause überraschend zurück und kündigt mit „Skepsis“ ein Album an! Auch eine Dekade nach seinem letzten Release bleiben der Flow lässig und die Beats geschmeidig. Klassischer Sound, der an die 90er- und 00er-Jahre erinnert. Für den Song „Reisepass“ hat sogar good old Mädness als Feature-Gast ein paar schöne Zeilen beigesteuert. Schöne Sache! Veröffentlichung ist am 09. Dezember. instagram.com/nomis_simonrueckwarts

„Wir haben einen Neuen“, melden Bushfire. Die Stoner-Blues-Rock-Band wird ab sofort von Luis an der Gitarre verstärkt. Mit frischem Wind in der Besetzung wird gerade an neuem Material geschrieben. 2022 kann also kommen! bushfiremusic.com

Rundes Jubiläum bei Footjob! Phonk D haut mit seinem Label Release Nummer 20 raus. Für „Foot Traxx Pt. 2“ hat es sich der umtriebige Darmstädter DJ nicht nehmen lassen, selbst Hand anzulegen und veröffentlicht seine dritte Solo-EP. Vier Tracks, die Disco, House und Italo-Sounds der 70er verschmelzen. Vergesst Vitamin-D-Pillen, was wirklich gegen den Winter-Blues hilft, ist diese Platte! Ab 03. Dezember auf Vinyl und digital erhältlich. footjob-music.com

Es bleibt funky! Triorität legen nach. 2020 war das irre gute Album „ALG0“ erschienen, jetzt hat sich die Band an einer Cover-EP versucht. In Zusammenarbeit mit Noa Erni hat das Trio drei Stücke des Schweizer Produzenten neu interpretiert. Entliehen sind diese dessen Album „The Mental Traveller“ – eine sehr feine Platte mit teils obskuren Jazz-HipHop-Nummern, die an Größen wie Flying Lotus denken lassen. Im Rahmen einer Live-Session haben die Darmstädter Fusion-Jazzer Ernis Kompositionen neu arrangiert und eingespielt. Das Ergebnis gibt’s sowohl zu hören (erscheint digital via Ouvo Records und Kommerz Records) als auch zu sehen: Die Aufnahme im Studio wurde gefilmt – macht mächtig Bock! trioritaet.bandcamp.com und kommerzrecords.bandcamp.com

Einen Coversong haben auch Gwen Dolyn & Toyboys als neueste Single veröffentlicht. Dem Lied „Dr. Murkes gesammeltes Schweigen“ der Punk-Ikonen EA80 von 1985 hat die Musikerin gemeinsam mit ihrer Band ein Pop-Makeover verpasst – und singt dabei erstmals auf Deutsch statt Englisch. Klingt ziemlich erfrischend! Selbstverständlich ist zu diesem Anlass auch ein Musikvideo erschienen. Schließlich pflegt die Darmstädter Künstlerin ein ausgeprägtes Faible fürs Visuelle. In dem kleinen Streifen lässt Regisseur Nicolai Hildebrandt melancholische Mod-Ästhetik in Vampir-Ausschweifungen gipfeln. gwen-dolyn.com

In der Lincoln-Siedlung wurde ein Jugendzentrum eröffnet. Eine feste Anlaufstelle fehlte bisher in dem großen, relativ neuen Wohngebiet. In Darmstadts Süden findet Ihr jetzt einen ersten Treffpunkt mit Kicker, Konsolen, Brettspielen, Getränken und Snacks sowie auch die Möglichkeit, gemeinsam zu kochen. Bisher gab es hier nur ein mobiles Angebot an der Lincoln Wall, die nun geschaffene temporäre Einrichtung soll die Lücke bis zur Fertigstellung eines dauerhaften Jugendhauses schließen. facebook.com/jugendtreff.lincolnsiedlung

Das Nonstock Festival ist seit 1998 feste Größe der Kulturlandschaft. Seinen Start nahm das beliebte Open Air auf dem schmucken Röderhof in Nonrod im Fischbachtal. Zuletzt kehrte die Veranstaltung auch wieder an ihren Ursprungsort zurück – und begeisterte mit tollem Programm (geile Acts wie Audio88 & Yassin, Frittenbude, Okta Logue spielten) in und vor außerordentlicher Kulisse. Jetzt wird der Hof gründlich renoviert. Der ehemalige landwirtschaftliche Betrieb in dem 100-Seelen-Ort soll ein Kulturhof werden. Auch mit Unterstützung des Kulturwiese Nonstock e. V. stemmen Burkhard Röder und Jasmina Sinko-Röder den Umbau. Ziel ist die Errichtung einer Ferienwohnung mit Selbstversorger- und Erlebnis-Charakter im alten Schweinestall. Weitere Ideen: eine Kulturscheune mit Proberaum, Aufnahmestudio, Seminarräumen sowie Möglichkeiten für kleine Veranstaltungen und Workshops. nonstock.de

Neuer Anlauf für den guten Zweck. Mit zeitloser Kunst wollte der Verein Darmstadtia e. V. Anfang 2020 Spenden zugunsten der Darmstädter Kinderkrebshilfe und dem Kiwanis Club Darmstadt sammeln. In Zusammenarbeit mit der Darmstädter Künstlerin Eva Ullrich wurde ein Poster gestaltet, das 30 Fotografien von ihr mit ungewohnten Ansichten aus dem Stadtbild vereint. Die Pandemie bremste damals jedoch den Verkauf im örtlichen Einzelhandel deutlich. Die weiterhin sehenswerten Eindrücke Ullrichs sind jetzt wieder erhältlich (sowohl in Schwarzweiß als auch in Farbe), exklusiv im Modegeschäft Soulid in der Schulstraße. Kostenpunkt: 22 Euro, „die zu 100 Prozent weitergegeben werden“, so Initiator Wolfgang Faust. p-stadtkultur.de/eva-ullrichs-darmstadt-plakat

„Ich möchte, dass jedes Kind in Darmstadt schwimmen lernt“, vermeldete Darmstadts Bürgermeisterin Barbara Akdeniz. In Kooperation mit dem Darmstädter Technologiekonzern Merck wurden dazu zehn zusätzliche Schwimmkurse für Kinder aus sozial benachteiligten Familien im Angebot der kommunalen Bäder geschaffen. Merck übernimmt dabei die Kosten in Höhe von 10.800 Euro für fachkundiges Lehrpersonal. Start war bereits im November, geplant ist eine Fortführung der Kurse auch im neuen Jahr. darmstadt.de

Theaterpädagoge Kai Schuber-Seel und Nadja Soukup (Theaterlabor Inc) machen gemeinsame Sache und wollen zusammen mit Euch Darmstadts Barrierefreiheit abklopfen. Eher spielerisch sollen Orte gemeinschaftlich erkundet und hinsichtlich ihrer Inklusionsmöglichkeiten beziehungsweise Hürden geprüft werden: Gibt’s eine Rampe für Rollstühle, ein Leitsystem für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen … ? Mitmachen erwünscht, werdet Barrierechecker! Meldet Euch hier: barrierechecker@theaterlabor-inc.com

„Ein neues genähtes Kleidungsstück, was jemand selbstlos für eine fremde Person genäht hat, wärmt nicht nur den Körper, sondern auch die Seele“, schreibt Initiatorin Linda Frey, die für den guten Zweck zur Stricknadel greift – und zum Mitmachen aufruft. Ihre Aktion „Lasst uns Wärme nähen!“ soll Obdachlosen in der kalten Jahreszeit helfen. Die Wolle für die Pullover wird gespendet (vom Bessunger Stoffladen Sterntaler sowie Danisch Pur), die ersten Kleidungsstücke sind auch schon verteilt. Flinke Finger fürs Stricken sind weiterhin gerne gesehen. Infos und Kontakt: lorifan.de/waerme

 

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