Die lokale Kulturszene und (Stadt-) Kulturpolitik ist ständig in Bewegung – da bekommt man viele interessante Neuigkeiten nur am Rande, viel zu spät oder gar nicht mit. Schluss damit: An dieser Stelle servieren wir alle Info-Häppchen, welche die P-Redaktion in den letzten Wochen aufgeschnappt hat.

Foto: Guido Schiek

Der Skatepark an der Stadtmauer soll weichen. Der Magistrat der Stadt Darmstadt hat beschlossen, das knapp 7.500 Quadratmeter große Gelände samt angrenzendem Spielplatz dem Neubau für die Heinrich-Hoffmann-Schule zuzusprechen. Damit hätte die jetzt in maroder Bausubstanz untergebrachte Grundschule endlich wieder eine Perspektive. Und die Skater? Seit 1995 betreibt der 1. Darmstädter Skate- und BMX-Verein die Anlage – und ist einer Ersatzlösung prinzipiell aufgeschlossen. Nach ersten Gesprächen mit Oberbürgermeister Jochen Partsch und den zuständigen Stadtplanern sei das alte Rollhockeyfeld der TSG nahe der Felsinghalle am Woog eine Option. Eine Lösung, die Michael Gerold, Vorsitzender des Vereins, begrüßen würde. Vor allem, wenn sogar die Nutzung der angrenzenden Halle möglich wäre. „Dann könnten wir unser Angebot sogar ausweiten“, so Gerold. Zentrale Bedingung bei der Suche nach Ersatzflächen sei jedoch, dass die Aktivitäten und Autonomie des Vereins durch ein neues Gelände nicht eingeschränkt werden. Dazu gehöre auch, dass Gerold von den politischen Entscheidungsträgern eine rechtliche Absicherung gegenüber möglichen Lärmbeschwerden fordert.

Knapp zwei Jahre nach Veröffentlichung ihres Albums „Nie Wieder Stumm“ melden sich Wortblind jetzt mit neuem Material wieder. „Wunderbare Welt“ heißt die frische, digital erhältliche EP der pop-affinen Crossover-Truppe. Vom knackigen Sound der neuen Songs könnt Ihr Euch im Musikvideo zum Release überzeugen: In düsterer Lagerhallen-Kulisse spielt die Band das Titelstück mit gesellschaftspolitischer Message. www.facebook.com/wortblind

Besonders schön in Szene gesetzt wurden auch Electric Horseman. Nachdem die Psychedelic-Folk-Rocker im Spätsommer mit einer ziemlich coolen EP debütierten, veröffentlichten die Five Finger Sessions jetzt Videos mit Aufnahmen der Band. In der sommerlichen Datterich Klause spielten die Musiker zwei Stücke ihrer Platte „Arrival“ live ein, während das Five-Finger-Team für eine stimmungsvolle Kameraführung sorgte. Frischer Retro-Rock, der Spaß macht und gut aussieht! www.electrichorseman.band und www.fivefingersessions.de

Dass ohne knackige Videos heute nix mehr geht, wissen auch Rivers. Dass man sich als Band Sporen aber nicht allein mit Schnitten und Studioaufnahmen verdienen kann, auch. Zu Beginn des Jahres zeigte das Quartett mit einer Single erste Lebenszeichen, den Sommer über wurden fleißig viele, viele Konzerte gespielt – und gefilmt. Ein Zusammenschnitt aus den Liveaufnahmen wurde jetzt dem Song „Something Else“ auf den Leib geschneidert. Wer auf Rock, Pop, kleine Hymnen, Placebo und The Subways steht, sollte mal reinschauen. www.wearerivers.de

Impact – so der Titel des neuen, von der Hochschule Darmstadt frisch aus der Taufe gehobenen Magazins für angewandte Wissenschaft und Kunst. Idee des Online-Angebots: Die vielen von der Hochschule initiierten Projekte mit ihrer Wirkung auf Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft sichtbar zu machen. Mit journalistisch sorgfältig aufbereiteten Themen bricht das multi- und crossmedial angelegte Magazin aus dem akademischen Kontext aus und präsentiert spannende Reportagen, Interviews, Fotos, Bildergalerien und kurze Filmformate. Berichtet wird zum Start beispielsweise über Designinnovationen für Ballett-Schuhe, ein Projekt der Hochschule zur Filterung von Mikroplastik aus dem Abwasser oder einen „Insektenscanner“.

Autorin und P-Schreiberin Antje Herden wurde mit dem Peter-Härtling-Preis ausgezeichnet. Die vor allem für ihre Kinderbücher bekannte Darmstädterin landete bei der Jury mit ihrem Manuskript „Keine halben Sachen mehr“ einen Volltreffer. „Meisterhaft und äußerst glaubwürdig“ erzähle Herden die Geschichte des fünfzehnjährigen Robin zwischen Schule, Freunden und Selbstfindung, so die Begründung. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert, zusätzlich veröffentlicht der Verlag Beltz & Gelberg das Manuskript. www.facebook.com/Antje.Herden.Autorin

Der Kathrin-Preis wurde erstmals verliehen und geht an den Perkussionisten Joss Turnbull. Die Ehrung, eine Art kleines Stipendium, wurde vom Jazzinstitut Darmstadt gemeinsam mit der Familie der kürzlich verstorbenen Jazz-Saxofonistin Kathrin Lemke initiiert und soll alle zwei Jahre junge Talente der Szene fördern. www.kathrin-preis.de und www.jazzinsitut.de

Das Hessische Landesmuseum hat einen neuen Direktor. Nachdem zu Beginn des Jahres Dr. Theo Jülich verstorben war, wurde jetzt mit Dr. Martin Faass ein Nachfolger gefunden. Zuvor lenkte Faass führend die Geschäfte der international renommierten Liebermann-Villa in Berlin. www.hlmd.de

1864 in Darmstadt als Nachkommin des großherzoglichen Paares Ludiwg IV. und Alice von Hessen Darmstadt und Enkelin von Queen Victoria geboren, zählt Großfürstin Elisabeth nicht zuletzt aufgrund ihrer späteren Heirat in die kaiserliche Familie Russlands zu den historisch prägendsten Töchtern unserer Stadt. Anlässlich ihres Geburtstages am 01. November weihte Oberbürgermeister Jochen Partsch gemeinsam mit dem Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland, Sergej Netschaew, eine Gedenktafel am ehemaligen Prinz-Carl-Palais, dem Geburtshaus Elisabeths, ein. www.darmstadt.de

Darmstadts Mondo-Beat-Methusaleme veröffentlichen im Dezember ihr neues Album: Die Vinyl-LP aus dem Hause The Dass Sägebett mit dem lautmalerischen Titel „Heute wird sie nicht mehr da sein“ ist auf nur 100 Exemplare limitiert und erscheint über das bandeigene Label Declaration of Santo. Zu hören sind acht mäandernde, mal wirr, mal knackig treibende Improvisationen mit Texten von Hardy Zech. Erhältlich ist das Ganze im Plattenladen Musik als Hilfe in der Pallaswiesenstraße.

„Zukunft braucht Erinnerung“: Der Förderverein Liberale Synagoge sammelt weiter Spenden aus der Bürgerschaft für sein aktuelles Projekt „Darmstadt braucht eine Rabbi-Bruno-Italiener-Straße und -Gedenktafel“: Der Förderverein möchte auf diese Weise den legendären, heute aber vergessenen Rabbiner und Thora-Gelehrten der Weimarer Republik, Dr. Bruno Italiener (1881-1956) ehren. „Rabbi Bruno Italiener war die zweite Lichtgestalt des liberalen Darmstädter Reform-Judentums. Er hat hier eine 20-jährige Ära geprägt – vom späten Kaiserreich bis kurz vor Ende der Weimarer Republik – und fiel nach 1945 in unserer Stadt der kollektiven Geschichtsvergessenheit anheim“, erklärt Martin Frenzel, Gründer und Vorsitzender des Fördervereins. www.liberale-synagoge-darmstadt.de

 

 

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