Foto: Nicolas Blanchadell

Euch fehlt noch ein Soundtrack für den Sommer? Hier ist er! Lui Hill haut mit seiner neuen EP „Creatures“ sechs super frische Songs raus, die direkt ins Ohr gehen. Dass sich der Musiker hierbei vom atmosphärischen Neo-Soul löst, deutete die gleichnamige Single an, die als Vorbote bereits im Winter 2020 erschienen war (das passende Video dazu ist auch ganz geil). Disco-Beats, Inspirationen von Daft Punk und Justice, Funk und Rap-Anleihen ziehen das Tempo an. Neues wagte der Exil-Darmstädter nicht nur bei seiner Verortung im Klangkosmos der Popmusik, sondern auch inhaltlich. Während das selbstbetitelte Debüt-Album von 2018 unüberhörbar eine autobiografische Auseinandersetzung abbildete, weicht der Fokus jetzt von Persönlichem. „Wie soll man auch immer so viel Dramatisches und Tiefschürfendes erleben, während man gezwungenermaßen fast nur zu Hause oder im Studio sitzt?“, erklärt Lui Hill alias Philipp Rittmannsperger. Und so findet sich zum Beispiel mit „Sidewinder“ eine Hommage an den Jazztrompeter Lee Morgan in der Tracklist. Hört mal rein, macht echt Bock. Gibt’s als digitales Release bei gängigen Anbietern als Stream. facebook.com/luihillmusic und luihill.com

Die Darmstädter Sezession ist auf der Suche nach junger Video- und Filmkunst! Der Förderpreis der Künstlervereinigung hat sich 2021 dem Medium Bewegtbild verschrieben – und spannt einen internationalen Bogen. Die Ausschreibung findet in Kooperation mit Blue Star Contemporary, dem am längsten bestehenden gemeinnützigen Raum für zeitgenössische Kunst in San Antonio, Darmstadts texanischer Partnerstadt, statt. Unter dem Titel „Projection/Projektion“ können zeitgenössische Werke von maximal zehn Minuten Spielzeit eingereicht werden. Bis zu zwölf Arbeiten werden im Rahmen eines Sommerkinos Ende August/Anfang September auf dem Gelände der Ziegelhütte gezeigt. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Neu ist der Carlo Mierendorff Preis, der mit 1.500 Euro dotiert ist. Bewerben können sich Kreative, die „über Kunst durch Sprache reflektieren und regelmäßig Texte, Audiobeiträge oder Videos“ hierzu veröffentlichen. Die Ausschreibung läuft noch bis 16. Juli. Bewerben können sich alle ab dem 01. Januar 1981 Geborenen. Infos: darmstaedtersezession.de

Ein nordisches Indie-Dreigespann macht das Programm des Endlich Open Airs komplett. Am Samstag, 07. August, werden Markus Wiebusch (Kettcar), Bosse und Thees Uhlmann als neu formiertes Trio unter den Titel „Wiebush Bosse Uhlmann“ auf der Bühne stehen. Mehr Infos zum Festival auf dem Darmstädter Messplatz vom 30. Juli bis 08. August findet Ihr auf Seite 36. endlichopenair.de

Mit Groove, experimentell und unkonventionell gehen Inui ans Werk. Die noch recht frische Jazz-Kombo gründete sich bereits 2020 um Mitglieder der Minimalismus-Jazzrock-Band Nic Demasow: Nico Petry (Schlagzeug, Percussion), Denise Frey (Saxofon, Elektronik) und Fabian Galler (Klavier, Synthesizer). Nachdem die gegenwärtigen Umstände den Bandstart etwas erschwerten, geht’s jetzt in die Vollen. Den Juni nutzte das Trio, um in der noch leer stehenden Centralstation Aufnahmen fürs erste Album einzuspielen. Der Sound: super divers, ein rauschhafter Trip durch facettenreiche Klangwelten. facebook.com/INUItrio

Tobi Vorwerk startet mit neuen Ideen in den Sommer. Der Singer-Songwriter mit Rauschebart und starker Stimme lässt das Musizieren als Solist hinter sich und hat eine Band mit lokalem All-Star-Charakter versammelt. Mit Ellen Janiel am Bass und Gesang (Rivers), Patrick Zehner an den Drums (Wortblind) und Fabian von Boetticher am Klavier und Gesang (Rooftop Riots) wurden die Weichen auf zeitgenössischen Indie-Folk-Pop gestellt. The Lumineers, The Head and the Heart und Co. grüßen! Der Bandname steht mit Tobi Vorwerk & The Shakey Pines und bald gibt’s auch erstes Material zu sehen und hören. Am 16. Juli und 06. August werden zwei Videos aus den Live-Recording-Sessions als Musikclips veröffentlicht – und werden kurz darauf auch als digitale Singles als Stream zu finden sein. tobivorwerk.de

Über Sterben, Tod und Trauer zu sprechen, ist nicht alltäglich. Tabus abzubauen will eine Gruppe junger Ehrenamtlicher des Malteser Hospizzentrums Darmstadt/Südhessen fördern. Die in der Sterbe- und Trauerbegleitung Aktiven starten hierzu die „Before I die“-Kampagne. Anonym und digital könnt Ihr Antworten auf die Frage, was Ihr vor Eurem Tod noch machen möchtet, einsenden. Ziel sei, „Menschen dazu anzuregen, sich mit Sterben und Trauer auseinanderzusetzen“, erklärt Jana Haselberger die Idee. Weitere Infos findet Ihr online: malteser.de/hospizarbeit/junge-menschen-in-begleitungen.html

Selbstlos nähte Sandra Wöckel im vergangenen Jahr Hunderte Stoffmasken für den guten Zweck. Um die drei Jahre alte, an Leukämie erkrankte Sofia aus Pfungstadt und deren Familie zu unterstützen, ratterte die Nähmaschine der 38-jährigen Darmstädterin im Akkord. Im Rahmen der Spendenaktion, die vom Stoffladen Sterntaler unterstützt wurde, waren die Masken unter anderem in der Buchhandlung am Markt und der Buchhandlung Lesezeichen gegen einen Spendenbetrag zu erhalten. 1.380 Euro kamen so zusammen, die kürzlich Sofia übergeben wurden. Da (selbst genähte) Masken womöglich zunehmend aus dem Alltag verschwinden, wurde nun ein Spendenkonto eingerichtet. IBAN: DE48 5085 0150 0129 1950 37

Das Golden Leaves Festival fällt auch 2021 aus. Die Veranstalter sprechen von einer Absage, die „unendlich geschmerzt hat“. Angesichts der gegenwärtigen Gegebenheiten sei es unmöglich, das Open Air kostendeckend und gleichzeitig pandemiekonform durchzuführen, weil jegliche Planungssicherheit fehle. Eben diese forderte jüngst ein breiter Zusammenschluss von 42 Festivals in Hessen von der Politik ein (siehe P Ausgabe #134 vom Juni 2021). Der lancierte Hilferuf blieb jedoch ohne substanziellen Widerhall aus den Parlamenten. Nachdem das spätsommerliche Festival mit stets geschmacksicherem Indie-Line-up nun bereits zum zweiten Mal in Folge ins Wasser fällt, stehen die Veranstalter mit dem Rücken zur Wand: „Im letzten Jahr haben wir noch geschrieben, dass wir nicht um Almosen betteln wollen. In diesem Jahr sind wir leider darauf angewiesen.“ Einen Überblick zu den Möglichkeiten, das Festival und dessen Strukturen zu unterstützen, findet Ihr hier: goldenleavesfestival.de

Die sich stets wandelnde 640 Meter lange Lincoln Wall ist Hessen größte legale Graffiti-Wand. Der von lokalen, nationalen und internationalen Sprayern fortwährend neu gestalteten Fläche hat Gregor Krisztian jetzt sein 14. Hinguckbuch gewidmet. Auf 29 Seiten dokumentiert der Herausgeber Streetart in aller Vielfalt und Farbenpracht. Die Hinguckbuch-Reihe veröffentlicht der Kommunikationsdesigner seit Anfang 2020 regelmäßig in rein digitaler Form und kostenfrei. facebook.com/hinguckbuch

 

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