Alles in Bewegung

Unsere Kunst-Highlights für Juli und August

 

Abbildung: Pierre Kröger

Hommage an Sammlerinnen

Hinter jedem einzelnen Kunstobjekt der weit über 20.000 Werke umfassenden Sammlung des Kunst Archivs Darmstadt verbirgt sich eine individuelle Provenienzgeschichte, die in der regelmäßig stattfindenden Ausstellungsreihe „Geschenkt, Gestiftet und Erworben“ offengelegt wird. Mit der Ausstellung dankt das Archiv den wohlwollenden Privatpersonen, die mit ihren Schenkungen und Stiftungen die Sammlung des Kunst Archivs erweitern. Eine Besonderheit der aktuellen Ausstellung: Es werden ausschließlich Kunstwerke von Sammlerinnen ausgestellt.

04.07. bis 01.10.2021 (Di + Mi + Fr: 10 bis 13 Uhr, Do: 10 bis 18 Uhr)

Kunst Archiv Darmstadt e. V., Kasinostraße 3

 

Abbildung: Bern Donabauer

 Verzerrt und verfremdet

Statisch und gleichzeitig schwerelos sind die Fotografien von Brigitta Fiesel und Bernd Donabauer, die derzeit im „HUB31“ zusammentreffen. Schwere Industriebauten sind durch die Bewegung der aufnehmenden Kamera verzerrt und verfremdet, werden abstrakt und lösen sich in ihrer Form gänzlich auf. Angelehnt an die philosophische Theorie des Leviathans von Thomas Hobbes sind die subjektiven Fotografien Mahnmale von Ausbeutung natürlicher und gesellschaftlicher Ressourcen und geben philosophische Denkanstöße.

bis 15.08.2021 (werktags von 08 bis 18 Uhr)

art.LAB im HUB31, Hilpertstraße 31

art.lab3.org

 

Abbildung: John Gerrard

Technik vs. Natur

Inmitten einer kargen Wüstenlandschaft im Westen der USA befindet sich eine Pferdekopf-Pumpe, die in der Echtzeit-Simulation „Lufkin (nahe Hugo, Colorado)“ die Hauptrolle spielt. Die Kamera des irischen Künstlers John Gerrard umkreist die Pumpe in langsamen Bewegungen und zeichnet deren Öl-Beförderung auf. Die Liveschalte zeigt nicht nur den Rhythmus der Maschine, sondern auch die unterschiedlichen Tageszeiten und Wetterbedingungen, wodurch die Installation, die vom Vorplatz der Kunsthalle aus zu sehen ist, immer wieder neue Blickwinkel bietet.

bis 20.06.2022 (Mi bis So: 11 bis 17 Uhr)

Kunsthalle Darmstadt, Steubenplatz 1

kunsthalle-darmstadt.de

 

Abbildung: Max Skorwider

Musikalische Plakatkunst

Plakate tragen eine informierende und auffordernde Botschaft in sich, können gesellschaftlich-politische Probleme aufzeigen und als Spiegel der Zeit eingesetzt werden. Politisch und künstlerisch populär geworden ist die polnische Plakatkunst der Nachkriegszeit, die Max Skorwider in seinen grafischen Designs aufgreift. Eigens für das Deutsche Polen-Institut fertigte er 26 Plakate mit eigenen Motiven an, die einen musikalischen Bezug zum Rock, Pop und Jazz haben und die deutsch-polnischen Musikbeziehungen und deren historischen Umstände hervorheben.

bis 03.09.2021 (Mo bis Fr: 10 bis 16 Uhr, Sa: 10 bis 13 Uhr)

Deutsches Polen-Institut, Residenzschloss (über Eingang Karolinenplatz)

deutsches-polen-institut.de

 

Abbildung: Gregor Schuster

Made in Darmstadt

Neben der laufenden Bewerbung zum Weltkulturerbe und den aufwendigen Renovierungsarbeiten präsentiert das Museum Künstlerkolonie den zweiten Teil der Ausstellung „Raumkunst“. Die Ausstellung, die als Sammlungspräsentation konzipiert wurde, veranschaulicht mit Artefakten von 1904 bis 1914 die Idee der Künstlerkolonie-Mitglieder einer gesamtkünstlerischen Reformbewegung. Eine Besonderheit liegt darin, dass mithilfe von 3D-Visualisierungen die Exponate in ihrem ursprünglichen Raumkontext von 1914 erfahrbar werden.

bis 28.11.2021 (Di bis So: 11 bis 18 Uhr)

Museum Künstlerkolonie, Olbrichweg 13a

mathildenhoehe.eu

 

Abbildung: Stefan Häfner

Kunst, die verbindet

Ganz nach dem Motto Joseph Beuys‘, dass jeder Mensch ein Künstler ist, hat Kreativität nicht vordergründig etwas mit akademischer Bildung zu tun. Das sieht auch die inklusive Kunstinitiative „BehindART“ so, die jährlich die Werke von Künstler:innen mit und ohne Handicap ausstellt. Ein Potpourri an Kunstwerken im großen und kleinen Format, Skulpturales wie Gegenständliches, Figürliches und Abstraktes: Alles ist dabei und kann vor Ort erworben werden.

12.07. bis 08.10.2021 (Mo bis Fr: 09 bis 16 Uhr)

Bildungszentrum des Hessischen Handels, 1. Stock des Goebelhauses, Goebelstraße 21

hessendesign.de

 

Abbildung: Christof Gassner

Typografie, Formen und Farben

Zu Ehren des Grafikdesigners Christof Gassner richtet das INTeF eine Einzelausstellung mit dem Titel „Zeitläufte“ ein. Aus dem Designbereich nicht wegzudenken, entwickelte Gassner visuelle Programme, Editoriale und Corporate Designs, Buch-, Plakat und Briefmarkengestaltung für bekannte Firmen wie Braun und Canton oder die Zeitschrift Öko-Test. Neben dem Rückblick auf sein Werk liegt der Fokus der Ausstellung auf Briefmarken und Plakaten. Im Großem wie im Kleinen wird unser Auge auf die Wirkung von Typografie, Formen und Farben sensibilisiert.

bis 29.08.2021 (Di bis Sa: 11 bis 17 Uhr, So: 11 bis 14 Uhr)

Institut für Neue Technische Form e. V. (INTeF), Friedensplatz 11

intef.info

 

Abbildung: Vincent Mark

Collagierte Porträts

Die neue Ausstellung im Apéro zeigt die Mixed-Media-Arbeiten von Vincent Mark der vergangenen anderthalb Jahre. In seinen Bildern der Serie „art destruct“ zerschneidet der junge Darmstädter Künstler Leinwände, die er anschließend auf einen farbig-gestalteten Bildträger platziert und teils sogar mehrfach übereinanderlegt. Dadurch entstehen dreidimensionale Erhöhungen, die das Bild wie ein Relief wirken lassen. Die geometrisch angeordneten Formen ordnen sich zu Porträts und evozieren die dekonstruktiven Formen des Kubismus.

05.07. bis 29.08.2021 (Di bis Fr: 11.30 bis 22 Uhr, Sa: 10 bis 19 Uhr)

Schaufenstergalerie Apéro Café & Tagesbar, Schulstraße 6

vincentmarkart.com/artdestruct

 

Abbildung: Onur Gökmen

Back to the roots

Zentrales Anliegen des Ausstellungs- und Veranstaltungsformats „tinyBE“ ist das nachhaltige und minimalistische Gestalten des Lebens. In den vergangenen Wochen wurden im Rhein-Main-Gebiet temporär bewohnbare Skulpturen im öffentlichen Raum installiert. Onur Gökmen fertigte für Darmstadt die Skulptur „FIRST“ an, die in Bezug zur ältesten untergegangenen Stadt der Welt, dem UNESCO-Weltkulturerbe Çatalhöyük, steht. Kritisch und reflektiert wird in „FIRST“ der Umgang mit unserer Umwelt hinterfragt und architektonische Herausforderungen neu gedacht.

bis 26.09.2021

Auf der Brache am Hessischen Landesmuseum, Schleiermacherstraße

tinybe.org

 

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