Can you feel Bauhaus?

Unsere Kunst-Highlights im Februar

 

Foto: Gertrud Arndt

Kunst kreuzt Handwerk

Vor 100 Jahren wurde eine Avantgarde-Schule, das Bauhaus in Weimar, gegründet. In ganz Deutschland finden deshalb in diesem Jahr Jubiläums-Veranstaltungen statt, da diese Kunstschule prägenden Einfluss auf das Verständnis und die Praxis von Kunst hatte. Alfred Arndt und seine Frau Gertrud gelten als Ur-Bauhäusler, weil sie ab 1921 erst studierend und schließlich lehrend und gestaltend Einfluss nahmen. Das Kunst Archiv zeigt in einer Ausstellung Malerei und textile Wandarbeiten der beiden, die nach 1925 entstanden.

bis 29.03.2019

Kunst Archiv Darmstadt, Kasinostraße 3

www.kunstarchivdarmstadt.de

 

Foto: Paul Neagu

Ost im Kunstgriff

Die Künstler der Schau „What Are We Made Of?“ kommen aus Rumänien, Bosnien oder der Ukraine. Wer sie vereint, ist die Art Collection Telekom, die seit 2010 Kunstwerke ost- und südeuropäischer Kunstschaffender sammelt. Die Kunsthalle zeigt eine mediale Bandbreite von Zeichnung bis Installation aus den 70ern bis heute, in denen sich gesellschaftliche Wirklichkeit spiegelt: Wie Kapitalismus den Kommunismus konfrontierte, sich Parteidiktatur zu Demokratie hin öffnete und persönlich Erlebtes mit politisch Durchkämpftem verschmolz.

bis 14.04.2019

Kunsthalle Darmstadt, Steubenplatz 1

www.kunsthalle-darmstadt.de

 

Foto: Anna Meuer

Modelliert mit Licht

Wenn Schreiber mit Fotografen als Veranstalter kooperieren, kommen Schwarz-Weiß-Abzüge heraus: Anna Meuer lichtet seit 25 Jahren die Menschen hinter ihrer Kunst ab, porträtiert Dichter wie Robert Gernhardt, Maler wie Emil Schumacher oder Musikerinnen wie Irith Gabriely. Bei den Inszenierungen der Künstler spürt sie Kontrasten nach, die sie als eine Art zweidimensionale Modelliermasse für ihre Bilder nutzt. Für die Schau im Literaturhaus einen sich die Darmstädter Tage der Fotografie mit der Gesellschaft Hessischer Literaturfreunde.

bis 15.03.2019

Literaturhaus Darmstadt, Kasinostraße 3

www.literaturhaus-darmstadt.de

 

Foto: Werner Mansholt

Vom Bild zum Mund

Die Ausstellung „Mein Bild – deine Geschichte“ ist als Versuchslabor zu verstehen: Bilder-Macher wollen in Dialog treten mit Betrachtenden. Je 50 Abzüge der Fotografinnen Brigitte Constantinescu, Vera Fles-Schönegge und Isabel Merkle sowie des Fotografen Werner Mansholt sind im Atelierhaus ausgehängt. Die Besucher sind eingeladen, sich ein Lieblingsmotiv auszusuchen und in Fragebögen Gedanken oder Gefühle dazu zu äußern. Ein Dankeschön fürs Mitmachen gibt es auch: Man erhält ein Duplikat des gewählten Motivs.

15.02. bis 10.03.2019

Atelierhaus Darmstadt, Riedeselstraße 15

www.atelierhaus-darmstadt.de

 

Foto: Leo Grewenig

Poesie versus Geometrie

Weil 2019 im Stern des Bauhauses steht, beginnt auch die Galerie Netuschil das Jahr mit einem Bauhaus-Schüler: Leo Grewenig (1898-1991). Nach einer Reise durch Paris und Deutschland blieb der 26-Jährige in Weimar hängen und studierte am Bauhaus die Symbiose aus Kunst und Handwerk. Bis in seine poetisch-malerischen Arbeiten der 60er Jahre lassen sich Spuren dieser Zeit nachweisen. Ihnen sind geometrisch fragile Stabskulpturen der Frankfurter Künstlerin Astrid Lincke-Zukunft gegenübergestellt, die Raum transparent denken.

bis 16.03.2019

Galerie Netuschil, Schleiermacherstraße 8

www.galerie-netuschil.net

 

Foto: Sinan Teking[/caption

Selbst als Landschaft

Für alle, die es noch nicht wissen: Earlstreet versteht sich als Netzwerk, das Kreativen Ausstellungsplattformen in Zwischennutzung bietet und dafür vorübergehend leer stehende Gebäude nutzt. Eine feste Plattform sind die Schaukästen in der Earlstreet 5 und dort heißt es derzeit: „Can you feel it? No!“. Sinan Tekin, eigentlich in der Sprayerszene beheimatet, nutzt für seine allererste Ausstellung Leinwand und Pinsel. Was da rauskommt, erinnert zum Glück immer noch an Graffiti – allerdings verstanden als großes Selbstporträt.

bis 10.03.2019

Schaukästen der Earlstreet 5, Schulstraße 5

www.earlstreet.org

 

Weitere Ausstellungen

In Darmstadt:

Deutsches Polen-Institut: „Jüdisches Lublin“ (Straßenfotografien der 1930er Jahre, vom 07.02. bis 22.04.) www.deutsches-polen-institut.de

Foyer des Regierungspräsidiums (am Luisenplatz): „Darmstädter Biografien 1933 – 1945“ (über zwanzig Ausstellungstafeln zu Biografien von Verfolgten des Nazi-Regimes aus Darmstadt, um Dokumente und Abbildungen ergänzt, bis 18.02.2019) www.darmstaedter-geschichtswerkstatt.de

Galerie im Jazzinstitut: „Reflex“ (Fotografien von Leander Lenz, bis 08.03.) www.jazzinstitut.de

Hessisches Landesmuseum: „Leo Grewenig. Tinten – Tiere“ (Tuschezeichnungen, bis 17.02.) www.hlmd.de

Hessisches Landesmuseum (Videoraum): „Ozeanische Gefühle 01“ (Videoinstallation „Grosse Fatigue“ von Camille Henrot, bis 28.02.) www.hlmd.de

Hoff-Art Theater: „3mah=1“ (Graffitti-Fotos-Texte-Grafiken von Klaus Mai, Michael Hüttenberger und Thorsten Adler, bis 31.03.) www.hoffart-theater.de

Kunst Archiv Darmstadt: „Gertrud und Alfred Arndt. Zwei Bauhaus-Künstler in Darmstadt“ (Bilder von 1925 bis in die Nachkriegszeit, bis 29.03.) www.kunstarchivdarmstadt.de

Kunstforum der TU Darmstadt: „Sauvage“ (Assemblagen von Emmanuelle Rapin und Fotokunst von Angelika Krinzinger, bis 24.02.) www.tu-darmstadt.de/kunstforum

Museum Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe: „Neues frisch zu wagen“ (zum 150. von Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein, bis 24.02.) www.mathildenhoehe.eu/ausstellungen/ernstludwig

Offenes Haus Evangelisches Forum Darmstadt: „Das Unsichtbare“ (Pyrografien von Regina Basaran, bis 12.04.) www.kunstreginabasaran.beepworld.de

Theater im Pädagog: „Fesselnd“ (Fotografien von Marion Geyssel, ab 24.03.) www.paedagogtheater.de

Out of Darmstadt:

Kirchner-Haus Museum Aschaffenburg: „Flächenbrand Expressionismus“ (bislang selten und teils noch nie gezeigte Holzschnitte des Expressionismus von Kandinsky bis Wach. 09.02. bis 28.04.) www.kirchnerhaus-aschaffenburg.de

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