Unbeachtet, gewebt, imaginär

Darmstädter Kunst-Highlights für Mai

 

Abbildung: Christoph Grundmann

Seitenblicke

Insbesondere auf Reisen gehen wir auf Entdeckertour und wollen jeden einzelnen versteckten Winkel abseits der typischen Touri-Sehenswürdigkeiten ausfindig machen. Dabei können wir unseren Fokus auch beim Gang durch Darmstadt bewusst auf unbeachtete Ecken verlegen und diesen mehr Beachtung schenken. Genau das hat Christoph Grundmann – der auch das Cover dieser P-Ausgabe gestaltet hat – umgesetzt und richtet den Blick in seinen Grafiken auf unauffällige Orte unserer Stadt. Könnt Ihr alle Gebäude, Plätze und Straßenzüge zuordnen?

bis 29.05. (Di bis Sa: ab 20 Uhr)

Keller-Klub, im Schloss

keller-klub.de

 

Abbildung: Kathleen Fritz

Changierendes

Gewebte Textilien sind nicht nur zum Tragen geeignet. Das beweist die Künstlerin Kathleen Fritz, die mit einem traditionellen Webgerät indigener Gruppierungen arbeitet, das nur aus Stäben und Schnüren besteht. Mit diesem sogenannten Rückenbandwebstuhl entwickelte sie während des Lockdowns eine besondere Webtechnik. In dieser Zeit entstanden aus der Gebrauchskunst heraus großformatige, bildnerische Transparentgewebe, die in ihrer Anmutung an Bleistiftzeichnungen oder gar an das technische Medium der Fotografie erinnern.

20.05. bis 16.06. (So: 14 bis 17 Uhr)

Kunstraum Traube, Nieder-Ramstädter Straße 28 (Mühltal)

kunstraum-traube.de

 

Abbildung: Anna Penn

Bizarre Bildwelten

Die junge Leipziger Künstlerin Anna Penn untersucht mit analogen Schwarzweißfotografien bei Nacht aufgenommene Pflanzen, die imaginäre Bildwelten abseits von existierenden Räumen eröffnen. Dabei wählt sie als Bildmotiv eine städtische Vegetation, die autark und unbeachtet einer menschlichen Ordnung existiert. Die monochromen, diffusen Flächen stehen im Kontrast zu der urbanen und schnell wachsenden Umgebung, in der wir uns tagtäglich bewegen.

bis 27.05. 24/7 (Führung: 10.05., 19 Uhr | Führung: 17.05., 19 Uhr | Finissage: 27.05., 19 Uhr)

G10 Projektraum, Grafenstraße 10 (Ecke Rheinstraße)

g10.biz

 

Abbildung: Emilia Slychuck

Kunst im Dialog

Als Sprache und Mittler zwischen den Kulturen kennt die Kunst keine Grenzen. Aufgrund der aktuellen Geschehnisse in der Ukraine setzen die Initiator:innen der Ausstellung im Designhaus nun um, was lange vor dem Krieg schon in Planung war: Elf in Darmstadt agierende Künstler:innen werden mit ihren Arbeiten je einer künstlerischen Position aus der Partnerstadt Ushgorod gegenübergestellt, sodass unter individuellen Themen ein stiller, gleichzeitig protestreicher und ausdrucksstarker Dialog entsteht.

bis 15.05. (Fr bis So: 14 bis 18 Uhr)

Designhaus, Eugen-Bracht-Weg 6

hessendesign.de

 

Abbildung: Matthias Berthold

Mit den Wolken wandern

Ab Mai verwandelt sich Darmstadt in eine partizipatorische Kunst-Landschaft. An über vierzig Stellen im Stadtgebiet fordert der Künstler Matthias Berthold auf, sich intensiv mit der Wirkung von Sprache und dem geschriebenen Wort in Verbindung zu den eigenen Wahrnehmungen auseinanderzusetzen. Das Entdecken von Freiräumen wird zur Selbsterforschung, die für Berthold der Antrieb seiner Kunst ist und an Positionen des Fluxus und Happenings der 1960er-Jahre erinnert.

07.05. bis 30.10. (24/7)

An über 40 Stellen im öffentlichen Stadtraum: in den Parks und Grünflächen der Stadt, dem Campus der TU Darmstadt und erstmals auch im Botanischen Garten.

tu-darmstadt.de/kunstforum

 

Abbildung: Zoya Sadri

Utopien

In einer Einzelausstellung stellt die in Teheran geborene Künstlerin Zoya Sadri ihre neuesten Arbeiten aus, die sich mit der Erinnerungskultur auseinandersetzen. Der Schwerpunkt ihrer Werke liegt auf der persischen Mythologie und den Themen Freiheit, Gefangenschaft und Verbundenheit von Mensch und Natur. „Die Gefangenschaft des Bösen ist die Voraussetzung meiner Utopie“, erklärt die Künstlerin und bezieht sich damit auf ihre große Skulptur „Diw ist gefangen“.

20.05. bis 12.06. (Di: 16 bis 19 Uhr, Sa + So: 17 bis 19 Uhr)

Atelierhaus, Riedeselstraße 15

atelierhaus-darmstadt.de

 

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