Inklusion, Eleganz und Hypermood

Unsere Kunst-Highlights im April.

Foto: Behindart

Behind-Art mal 3

Kunst als Ausdruck von Selbstbestimmung und menschlichem Gefühl ist eine echte gesellschaftliche Bereicherung. So sehen es die Initiatoren von Behind-Art, die seit 20 Jahren den kreativen Ausdruck von Menschen mit Handicap der Öffentlichkeit zugänglich machen. Eine aktuelle Ausstellungsreihe an drei Orten in Darmstadt lädt bis Ende Juli dazu ein, kreative Spielweisen inklusiver Kunstproduktion kennenzulernen. Den Startschuss machen Kinder und Jugendliche: Im Kundencenter der Sparkasse zeigen sie Arbeiten zum Thema „Ausgrenzung“.

10.04. bis 03.05.2018

Foyer der Sparkasse Darmstadt, Rheinstraße 10-12

www.behindart.org

 

Foto: Friedemann Grieshaber/Menno Fahl

Mausgrau, Steingrau, Aschgrau …

Wer Loriot kennt, erinnert sich an den zugeknöpften Typ, der nicht müde wird, Graunuancen zu differenzieren. Jetzt nimmt sich die Galerie Netuschil der Farbe Grau an und zeigt: Vielfältig kann es sein, das Beton-Grau. Friedemann Grieshaber gießt aus dem druckfesten Baustoff Hausvariationen und Stadtlandschaften und inszeniert sie künstlerisch. Sein dialogisches Gegenüber ist Menno Fahl, der aus Fundstücken Bilder collagiert, die auch mal in den Raum auswuchern. Dem Grau als Grundfarbe setzt er dabei farbige Akzente auf.

15.04. bis 26.05.2018

Galerie Netuschil, Schleiermacherstraße 8

www.galerie-netuschil.net

 

Foto: Wolfgang Fuhrmannek

Eleganz meets Poesie

Sie wurden 2007 bereits im Pariser Louvre ausgestellt, ausgeliehen vom Hessischen Landesmuseum Darmstadt (HLMD), zu dessen Bestand sie gehören: die französischen Zeichnungen aus drei Jahrhunderten. Jetzt werden sie erstmals in der Karl-Freund-Galerie des HLMD präsentiert. Während grafische Exponate aus dem Museumsbestand normalerweise nur auf Anfrage einzusehen sind, zeigt die Sonderausstellung „Eleganz & Poesie“ nun allgemein zugänglich, was Darmstadt an zeichnerischer Kostbarkeit aus dem 16. bis 18. Jahrhundert zu bieten hat.

bis 24.06.2018

Hessisches Landesmuseum Darmstadt, Friedensplatz 1

www.hlmd.de

 

Foto: Marc Behrens, VG Bild-Kunst

Transit im Gehörgang

Bremsen quietschen, Klingeltöne schrillen, Durchsagen scheppern – am Bahnhof mischen sich Geräusche zum Hörbrei. Die drei Klangkünstler Annesley Black, Marc Behrens und Julia Mihály sehen das als Chance und laden Ankommende und Abreisende ein, die Momente des Wartens dafür zu nutzen, aus vorfindlichen Geräuschen eigene Klangmixturen anzufertigen. Interaktion ist angesagt. Wer die „HyperMOODbox“, eine begehbare Installation inmitten der Besucherströme am Hauptbahnhof, betritt, kann die Geräuschkulisse aktiv mit- und umgestalten.

25.04. bis 04.05.2018 (geöffnet von 11 bis 20 Uhr)

Hauptbahnhof Darmstadt

www.kulturfonds-frm.de/hypermoodbox

 

Foto: Jan Ehlers

Schrift ist Kunst

Das Institut für Neue Technische Form (INTeF) hat sein vorübergehendes Domizil im „Waben“ am Friedensplatz bezogen (mehr im Artikel auf Seite 20). 1952 als erstes deutsches Design-Institut gegründet, seitdem rund 300 Ausstellungen zum Thema Industriedesign. Aktuell ehrt das Institut mit einer Schau die Schriftkünstlerin Gudrun Zapf-von Hesse, die im Januar 100 Jahre alt wurde. Während sie in Darmstadt nur wenigen bekannt ist, blickt die Typografin mit ihrem Mann, dem Designer Hermann Zapf, auf internationales Renommee zurück. Die Ausstellung zeigt ihre künstlerische Buch- und Schriftgestaltung.

bis 15.04.2018

INTeF – Institut für Neue Technische Form, Friedensplatz 11

www.institut-fuer-neue-technische-form.de

 

Foto: Manfred Fuchs

Fläche trifft Wölbung

Das Licht des Himmels mit dem Dunkel der Wassertiefe zu verbinden, ist ein malerisches Anliegen der neuen Arbeiten von Manfred Fuchs. Im Künstlerhaus Ziegelhütte zeigt der in Berlin lebende Künstler Bilder, die Frühlingsluft atmen: schimmernde Blautöne, glitzernd gebrochen. 1993 wurde ihm der Förderpreis der Darmstädter Sezession verliehen, seither ist er Teil der Künstlervereinigung. Mit ihm stellt der Bildhauer Marc Haselbach (Berlin) aus: Seiner bewusst einfachen plastischen Formsprache zeichnet er rasche Skizzen auf den Leib.

08.04. bis 06.05.2018

Künstlerhaus Ziegelhütte, Kranichsteiner Straße 110

www.künstlerhaus-ziegelhütte.de

 

Weitere Ausstellungen im April 2018

In Darmstadt:

Atelier Siegele: „Von der Erde genommen … “ (Arbeiten aus erdigem Material wie Ziegel, Lehm und Ton, bis 22.04.2018) www.ateliersiegele.org

Deutsches Polen-Institut (im Schloss): „Lex is More“ (politische Plakate von Lex Drewinski, 05.04. bis 25.05.2018) www.deutsches-polen-institut.de

Earlstreet 5: „ĀTAAHUA“ (Monotypien aus Tauranga/New Zealand von Sheena Mayer, bis 28.04.2018) www.earlstreet.org

Galerie Trautmann: „Profundum“ (Malerei von Douglas Brion Locke, bis 22.05.2018) www.mariatrautmann.de

Hessischen Landesmuseum: „Beschaffenheit des Himmels“ (Altarmalerei am Mittelrhein vom 13. bis 16. Jahrhundert, 24.04. bis 22.07.2018) www.hlmd.de

Internationales Waldkunst Zentrum (IWZ): „The HeArt ist present – Past Present Future“ (Regina Franks Performances, Collagen und Vernähungen, bis 20.04.2018) www.waldkunst.com

Jazzinstitut Darmstadt: „local art 1: Conceptions“ (Zeichnungen von Walter A. Schmidt, 13.04. bis 30.06.2018) www.jazzinstitut.de

Kunstforum der TU Darmstadt: „Der Blick von außen“ (Anna Lehmann-Brauns, 11. Darmstädter Stadtfotografin 2017, stellt aus, bis 15.04.2018) www.tu-darmstadt.de/kunstforum

Kunsthalle Darmstadt: Alex Hanimann „Trapped – Fallen und Raster“ (Fotografie, bis 08.04.2018) www.kunsthalle-darmstadt.de

Kunst-Schaefer, Kunstraum Darmstadt (Galerie Schindler): Bernd Schneider (zwischen Karikatur und Illustration, bis 21.04.2018) www.facebook.com/galerie.schaefer.darmstadt

La Lucha: Felix Heine (Malereien und Zeichnungen 2016 und 2017, bis Ende April 2018) www.felixheine.de

Literaturhaus Darmstadt: „Glatze zeigen“ (fotografische Porträts von Rahel Welsen, bis 15.04.2018) www.literaturhaus-darmstadt.de

Out of Darmstadt

Wiederentdecktes von Wert

Fritz Schaefler ist ein unbekannt gebliebener expressionistischer Künstler. Lag es an traumatischen Kriegserfahrungen, die ihn nach 1919 zu politisch-publizistischem Engagement trieben? Eine Ausstellung im Kirchner Haus in Aschaffenburg holt den fränkischen Künstler mit 60 Arbeiten aus den Jahren 1918 bis 1925 aus der Vergessenheit. Die Aquarelle, Holzschnitte und Radierungen formulieren Not und Angst als Folgen des Ersten Weltkrieges, aber auch Aufbruch und Hoffnung. Besonders in den Porträts zeigt sich eine authentische Expressivität.

bis 22.04.2018

Kirchner Haus Aschaffenburg, Ludwigstraße 19

www.kirchnerhaus-aschaffenburg.de

Damenbau Staatspark Fürstenlager, Bensheim-Auerbach: „Konkrete Kunst“ mit Werken von Dominique Chapuis (Frankreich), István Haász (Ungarn), Reinhard Roy (Deutschland), Mark Starel (Polen) und Joanna Zak (Polen) (bis 08.04.2018) + „Buch/Bilder/Figuren“ (Root Leebs Bilder und Aquarelle, 15.04. bis 20.05.2018)

 

 

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