Kultur in Rhein-Main-Neckar

Für Kulturorte geht’s an die Substanz. Die gegenwärtigen Maßnahmen bringen Clubs und Läden, deren Konzerte und Veranstaltungen wir Euch an dieser Stelle sonst gerne ans Herz legen, amtlich ins Straucheln. Vor allem Bühnen, die ihr Programm größtenteils ohne Förderungen der öffentlichen Hand realisieren, sind bei gänzlich ausgefallenen Einnahmen mit weiterhin hohen laufenden Kosten konfrontiert und kämpfen ums Überleben. Auf die Rückerstattungen von gekauften Tickets zu verzichten, ist eine Möglichkeit zu helfen. Einige weitere Aktionen haben wir hier für Euch gelistet.

Foto: Hafen 2

„Hafen schultern“

Im Februar hat das Kulturzentrum noch fulminant seinen 16. Geburtstag gefeiert – jetzt kämpft es um die Existenz. Ohne den Hafen 2 wären Offenbach und Rhein-Main ziemlich öde! Mit unglaublich viel Engagement realisiert hier der Verein Suesswasser e. V. ein hochwertiges Programm aus Kino, Konzert, Party, Lesung, Nischenkultur, Gastronomie und mehr. Welche Fixkosten zu stemmen sind (monatlich fast 30.000 Euro), wird auf der Webseite des „Hafens“ ziemlich transparent dargestellt. Um diese abzufedern, wurde eine Crowdfunding-Aktion „Hafen schultern“ gestartet.

Hafen 2, Offenbach | hafen2.net

 

Foto: Marina Hoppmann

„See You Soon“

Der Nordring 131 in Offenbach ist ein Sehnsuchtsort. Weltweit. Seit 21 Jahren setzt das Robert Johnson mit eklektischem Konzept Maßstäbe – in elektronischer Musik, Architektur und Kunst. In Gedanken an den minimalistisch eingerichteten Club schwärmte Ricardo Villalobos einst von einer ganz besonderen „Anarchie der Moleküle“. Um der international gefeierten Institution des Nachtlebens jetzt über die Runden zu helfen, haben Ata Macias und Kollegen 32 Kreative und Kunstschaffende zusammengetrommelt. Eigens für die Kampagne „See You Soon“ haben Größen wie Anne Imhof und Tobias Rehberger sowie Nachwuchstalente aus Rhein-Main aus dem breiten Netzwerk des „Robert“ Arbeiten und Kunstwerke geschaffen, die Ihr erwerben könnt. Die streng limitierten „Multiples“ und „Robert Johnson Editions“ werden noch bis September immer erst nach und nach veröffentlicht.

Robert Johnson, Offenbach | robert-johnson.de und seeyousoon.love

 

Foto: Marcus Guetta

„Rettet das schon schön“

Richtig öde wär’s ohne den kuscheligen Club „schon schön“. Nicht nur in Mainz! Mit super vielseitigem Konzert-Programm von Pop, Indie, Post-Punk über HipHop bis Jazz gehen jährlich circa 150 Live-Shows über die kleine, intime Bühne des sympathischen Ladens mit charmanter Retro-Patina. Verdienter Weise wurde das spitzenmäßige Programm, das oft auch neuere Bands präsentiert, schon zweifach mit dem Bundesmusikpreis „Applaus“ ausgezeichnet. Doch mit Lorbeeren allein lässt sich keine Miete zahlen. Damit der ohne öffentliche Mittel finanzierte Betrieb nach der Krise wieder starten kann und Kracher wie Gurr, Bonaparte oder Fil Bo Riva aufspielen können, ist jetzt Eure Hilfe gefragt. Checkt die Spendenkampagne!

Schon Schön, Mainz | schon-schön.de

 

Foto: Kulturprojekt 21 e.V.

Hilfe für die Brotfabrik

Die Brotfabrik ist eines der ältesten selbstverwalteten Zentren Frankfurts. Noch bis in die 70er wurde hier Brot gebacken, in den 80ern nutzten verschiedene Initiativen das schmucke Gelände des historischen Industriebaus. Allen voran das gemeinnützige Kulturprojekt 21 e. V. mit seinem breit aufgestellten Kulturprogramm: Neben Jazz, Pop, Indie und Lesungen finden hier vor allem regelmäßig Bands und Künstler abseits konventioneller Hörgewohnheiten und des Genres Weltmusik eine Bühne. Um die Zukunft des vielfältigen und anspruchsvollen Konzepts zu sichern, wurde eine Spendenkampagne ins Leben gerufen.

Brotfabrik, Frankfurt | brotfabrik.de

 

Weitere Soli-Aktionen

Ihr wollt Eurer Lieblings-Venue helfen? Viele haben mittlerweile Spendenkonten eingerichtet oder kleine Soli-Aktionen laufen. Die Batschkapp in Frankfurt verkauft zum Beispiel T-Shirts. Infos findet Ihr auf den Webseiten der Läden.

 

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