Foto: Jan Ehlers

 

Darmstadt kann grün, Darmstadt kann bio, Darmstadt kann nachhaltig – mittlerweile sogar ganz schön gut! In unserer Reihe „Das gute Leben“ zeigen wir Euch, wie auch Ihr dazu beitragen könnt.

Früher war alles besser und alles, was von den Offiziellen kommt, ist mit Vorsicht zu genießen … das gilt nur bedingt. Der EAD (Darmstadts Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen) zum Beispiel ruft derzeit ein paar Veränderungen ins Positive auf den Plan. Nicht nur, dass er neuerdings Synergien zwischen Sperrmüll und Kaufhaus der Gelegenheiten sinnvoll nutzt (wir berichteten in P-Ausgabe 119 im November 2019) – zum neuen Jahr hat er nun auch den Abfuhrrhythmus der Wertstofftonnen von vier- auf zweiwöchentlich verkürzt. Das scheint auf den ersten Blick nur ein Schulterzucken wert zu sein, auf den zweiten Blick aber kann es erheblich dazu beitragen, dass die Mülltrennung in Darmstädter Haushalten noch besser funktioniert.

Stadtkämmerer André Schellenberg erklärt: „Diese Steigerung der Servicequalität kommt allen Darmstädter Bürgerinnen und Bürgern zugute, die verstärkt Verpackungen getrennt sammeln wollen und vermeidet, dass Gefäße überfüllt werden.“ Tatsächlich führt die viel zu schnell gefüllte Wertstofftonne in einem Mehrfamilienhaus oft dazu, dass wertvolle Verpackungsstoffe am Ende doch wieder im Restmüll landen. Jetzt ist es natürlich nicht so, dass der EAD das ganz und gar freiwillig gemacht hat: Die Stadt hat auf das neue Verpackungsgesetz, welches vor gut einem Jahr in Kraft getreten ist, reagiert und eine entsprechende Vorgabe erlassen, an die sich der EAD halten muss. Das Verpackungsgesetz hat das Ziel, die Recyclingquoten zu erhöhen. Ausreichend Platz für Wertstoffe ist da die eine Sache – das Wissen, wie man eigentlich richtig trennt, die andere.

Was gehört in die Gelbe Tonne?

2014 hat die Wertstofftonne für Privathaushalte in Darmstadt den altbekannten gelben Sack abgelöst. Rein kommt aber immer noch dasselbe: Verpackungen und stoffgleiche Nichtverpackungen. Soll heißen: Verpackungen aus Aluminium, Metall, Verbund- und Kunststoffen – ergo: alles von der Zahnpastatube über Obst- und Gemüsenetze bis zur Konservendose. Auch das umstrittene Tetrapack gehört in die Gelbe Tonne: Es besteht aus einem Verbund aus Pappe und Plastik und wird vor dem Wegwerfen aus Platzgründen am besten zusammengedrückt. Die sogenannten „stoffgleichen Nichtverpackungen“ dürfen nicht in jeder Stadt in den Gelben Sack, bei uns aber schon. Gemeint sind damit übrigens beispielsweise ausgediente Pfannen und Töpfe, Zahnbürsten, Werkzeuge, Kleiderbügel, CDs und DVDs. Jaaa, als nei dademit!

Nicht in die Tonne – auch dann nicht, wenn der Grüne Punkt aufgedruckt ist – dürfen Verpackungen aus Papier, auch kein Glas, Elektroschrott oder etwa nicht vollständig geleerte Spraydosen. Dafür gibt es eigene Entsorgungswege – ganze 36 Elektroschrottcontainer etwa stehen im Darmstädter Stadtgebiet. Und was ist mit beschichtetem Papier? Als Faustregel der Entsorgungsbranche gilt: Alles, was sich leicht zerreißen lässt, gehört in den Papiermüll – alles andere sollte in die Wertstofftonne.

Wie muss die Wertstofftrennung sein? Sorten- und löffelrein!

Auch der Joghurtdeckel gehört – ebenso, wie der Becher an dem er hängt – in die Gelbe Tonne … logisch. Was vielen aber nicht klar ist: Die beiden Freunde muss man, ähnlich wie etwa auch die Käsepackung und ihre Verschlussfolie, vorm Einwurf in die Tonne trennen! Sortenreinheit ist bei der Müllentsorgung generell, in diesem Fall aber ganz besonders wichtig. Denn wo etwa Plastik und Aluminium aneinander hängen, funktioniert die Sortierungsanlage nicht richtig. Im Worst Case landet die gesamte wertvolle Verpackung im Restmüll – und wird dann verbrannt. Die Schale der Käsepackung etwa besteht aus PET, ihr Deckel aus dem weicheren Polyethylen. Beide Stoffe können einzeln wiederverwendet werden, zusammen geht das nicht.

Und was ist mit Essensresten an Verpackungen? Das Auswaschen leerer Joghurtbecher ist wirklich nicht notwendig – das verschwendet nur Wasser und Energie, der Müll wird bei der Aufbereitung sowieso gewaschen. „Löffelrein“ soll der Müll aber schon sein, also keine Joghurtreste oder Käsescheiben drin lassen. Und: Die Becher bitte nicht stapeln!

Am besten wäre es natürlich, Verpackungsmüll gleich weitgehend zu vermeiden. Wie das gehen kann, haben wir an dieser Stelle in P-Ausgabe 116 thematisiert. Doch auch, wer nicht komplett auf den Zero-Waste-Zug aufspringen will oder kann, hat in der Hand, dass Wertstoffe zurück ins System kommen. Wortwörtlich. Jeden Tag vor dem Mülleimer.

 

Der EAD-Abfallkalender sagt Dir, wann und wo!

Seit dem 01. Januar 2020 werden die Wertstofftonnen in Darmstadt nicht mehr alle vier, sondern alle zwei Wochen gelehrt. Die Abfuhrtermine sind dem Abfallkalender zu entnehmen, etwa auf der Webseite des EAD unter dem Stichwort „Abfallkalender“ oder via EAD-App auf dem Smartphone.

Auf der Webseite findet man auch einen alphabetischen Ratgeber, der dabei hilft, Müll richtig zu entsorgen, und eine Standortkarte für öffentliche Container und Sammelstellen.

www.ead.de

 

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