„Zwei rechts, zwei links, widiwidi–wer will´s von uns lernen? Wir machen uns die Stadt widiwidi-wie sie uns gefällt!”, sangen wir – und eine neue Idee war geboren: Wir machen Darmstadt selbst. Darmstadt zum Anziehen, zum Kuscheln, zum Benutzen, Darmstadt zum Schmücken, zum Verschenken – oder auch Darmstadt zum Wegwerfen. Und das Monat für Monat. Ab jetzt gibt es in jeder P-Ausgabe etwas Handgemachtes mit Darmstadt-Bezug inklusive Anleitung zum Nachmachen. Los geht es mit dem „Jugendstilsitz“, der sich übrigens hervorragend als Weihnachtsgeschenk für die liebe Verwandtschaft eignet.

Man muss kein Profi sein, nicht einmal nähen oder bügeln können. Fäden vernähen, schiefe Nähte wieder auftrennen, irgendetwas mit einem Lineal abmessen oder Stoffe versäubern sind unnötige Nebensachen. Dies hier ist ein Indie-Craft-Projekt und das bedeutet: Hab’ keine Angst und wenig Respekt vor den Materialien und dem Arbeitsgerät. Du kannst es! Großmütter und Perfektionisten werden sich die Haare raufen. Sei’s drum!

Material:

> 1 Kisseninlett
> Gefällige, feste oder kuschelige Stoffe – ein alter Vorhang, eine Tischdecke, ein Handtuch oder ein verwaschener Pulli zum Beispiel (mit neu gekauftem Stoff macht es nur halb so viel Spaß!)
> 1 Stück Borte oder Bordüre
> Transferfolie für helle Stoffe (zum „Verstofflichen“ der Fotos)
> Schöne Fotos oder unsere Darmstadt-Bilder (einfach Downloaden von www.p-verlag.de)
> 1 Nähmaschine
> Faden, Nadeln und Schere

Zuerst bügelst Du nach Anleitung die Transfers auf einen hellen Stoff. Daraus schneidest Du Postkarten (Foto 1) und nähst sie mit Zickzackstich (Stichlänge 4 Millimeter, Stichbreite 0,2 Millimeter) auf ein Stück gemusterten Stoff. Lass es so aussehen, als lägen die Postkarten zufällig da (Foto 2).

Foto 1
Foto 1
Foto 2
Foto 2

Das gemusterte Stoffstück schneidest Du nun so zu, dass es einen Gutteil der Vorderseite Deines Kissens bedecken würde. Nähe eine Borte außen herum. Verzweifle nicht an den Ecken! Nun hast Du schon ein schönes Stück. Dieses kannst Du zum Beispiel auf einen fertigen Kissenbezug nähen oder an die Wand hängen (Foto 3).

Foto 3
Foto 3

Oder Du machst weiter: Lege Dir ein großes Stück Stoff zurecht. Entweder ein zusammenhängendes oder Du nähst aus verschiedenen kleineren ein großes. Lege dazu die einzelnen Stücke Vorderseite auf Vorderseite aufeinander und nähe sie an einer Seite zusammen. Dann musst Du jeweils die Nahtzugaben (also das, was man innen sieht) auseinander bügeln (Foto 4).

Foto 4
Foto 4

Aus dem Ganzen schneidest Du ein Stück heraus, das einmal komplett um das Kisseninlett gewickelt werden kann plus noch einmal einem Viertel dieser Länge. Die schmalen Enden kannst Du, wenn Du magst, einmal umnähen. Auf die Kissenvorderseite nähst Du das Stück mit den Postkarten.

Lege das Ganze nun so zurecht, dass die Kissenvorderseite unter der Kissenrückseite liegt und das zusätzliche Viertel auf die Rückseite geklappt ist (siehe Zeichnung). Auch hier müssen die Außenseiten aufeinander liegen, sonst sind die Nähte später außen sichtbar. Nun nähst Du beide Außenkanten zusammen. Damit beim Nähen nichts verrutscht, die Stoffteile vorher mit Stecknadeln fixieren. Dann krempelst Du das Ganze um. Wie bei den bekannten schwedischen Bettbezug-Kollegen gibt es eine kleine innere Lasche.

Zeichnung
Zeichnung

Stecke das Inlett in den Bezug und unter die Lasche. Wenn Du magst, kannst Du noch einen kleinen Duckknopf annähen, um die Öffnung zu schließen (Foto 5). Fertig ist der Jugendstilsitz (Foto 6 und 7).

Foto 5
Foto 5
Foto 6
Foto 6
Foto 7
Foto 7
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