Foto: Jan Ehlers

Wie passt eine Erbse zu Marzipan und Wein? Eigentlich gar nicht. Bei Green Feather Wine aus Darmstadt passt diese Kombi perfekt. Denn zwei Papageien namens Erbse und Marzipan sowie der Wunsch, biologisch zu arbeiten, brachten Marianne Klausberger und Nick Tjaardstra auf die Idee, sich im Weinanbau zu versuchen.

„Die eher scherzhafte Idee eines englischen Bekannten traf auf Kindheitserfahrungen im biologischen Gemüseanbau und das Wissen, dass die Gesundheit der Pflanzen im Weinbau sehr ernst zu nehmen ist“, erinnert sich die gebürtige Österreicherin Marianne lachend. Kurzentschlossen pachteten sie und Kompagnon Nick ein Stück Land. Da dort keine Bio-Zertifizierung möglich war, suchten sie nach einem neuen Stück Boden. „Jetzt sind wir Pächter von rheinhessischen Reben, die schon viel länger bio sind als wir“, schmunzelt Marianne.

„Zu Beginn des Jahres gehen die Reben ,zum Frisör’. Danach, für den Rest des Jahres, beschützt man sie: vor Unkraut, Pilzkrankheiten und vor Schädlingen“, erklärt die Juristin. Bis zur Weinlese ist es ein ständiges Hoffen und Bangen. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, werden die freiwilligen Helfer zusammengetrommelt, das Wohnmobil zur Einsatzzentrale umfunktioniert – und die Vögel eingepackt. Denn Erbse und Marzipan sind natürlich immer mit von der Partie. Ihr Federkleid ist Namensgeber für das Weinlabel Green Feather („grüne Feder“). Fast schon logisch: Auf dem von der Darmstädter Illustratorin Sonja Schmitt entworfenen Flaschenetikett sind die beiden Tropen-Vögel abgebildet.

Nach der Ernte wird das Lesegut in den kleinen Keller transportiert und gepresst. Vor der Vergärung wird der Wein geklärt, dann lässt man ihn erst einmal reifen. Nachdem er geschwefelt wurde, wird er abschließend gefiltert und abgefüllt. Fast ein Jahr später kommt der schönste Teil der Arbeit: Gemeinsam mit den freiwilligen Helfern wird die erste Flasche geöffnet. „Für die ist das besonders aufregend, was daraus wurde. Auch eine Frage der Geduld, so lange zu warten”, erzählen die Winzer, die ihre Weine inzwischen bis nach Kanada exportieren.

Trotzdem wird es keinen 2017er Green-Feather-Jahrgang geben. Der Arbeits- und Lagerraum ist inzwischen einfach zu klein: „All die Maschinen, die wir für einen Einsatz in den Reben brauchen, schleppen wir im Moment die Treppen unseres Wohnhauses im Johannesviertel rauf und runter”, bedauert Marianne. Da die Logistik immer umfangreicher wird, suchen die Winzer jetzt einen „Raum für Wein“ und freuen sich über jeden Tipp (siehe Infobox). Damit wir uns 2019 wieder auf einen edlen Tropfen made in Darmstadt freuen können!

 

Green Feather Wine

Mehr Info: www.greenfeatherwine.com

Kaufen: im Vinocentral am Hauptbahnhof, bei Louis und Louise in Bessungen. Direktverkauf und Bestellungen via E-Mail an: more@greenfeatherwine.com

 

„Raum für Wein“ gesucht!

Die Macher des Green-Feather-Weines suchen einen Platz für ihre Micro-Winery im Herzen Darmstadts. Ein bestenfalls gekachelter Raum im Johannesviertel, in dem nass gearbeitet werden kann, wäre optimal. Für die Lagerung der Weinfässer muss genügend Platz vorhanden sein, ebenso ausreichend Stellplatz für Fahrzeuge und Maschinen: „Wir suchen nichts Riesiges, aber eine alte Werkstatthalle oder eine größere Garage wären toll“, so Marianne Klausberger und Nick Tjaardstra.

Artikel drucken Artikel versenden