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Hhmmm … | Foto: Jan Ehlers

Expedition ins Tierreich! Heute widmen wir unsere Aufmerksamkeit einem ganz posierlichen Tierchen. Auf allen Vieren kriechend mussten wir uns bis in den Odenwald vorkämpfen, um einen Blick auf eines der wenigen noch existierenden Exemplare werfen zu können. Und da stand er plötzlich vor uns – ansehnlich, wohlriechend und lecker: der Grindkopp.

Iss was! – Grindkopp
Dauert so lang wie: zwei Folgen „Expedition ins Tierreich“
Sieht aus wie: Ein rasierter Tribble
Am besten mit: der Mama
Nebenwirkungen: nicht bekannt
Kostet so viel wie: 2 x Eintritt ins Vivarium

Zutaen für 4 Personen
1 kg gemischtes Hackfleisch
4 große Zwiebeln
2 Zehen Knoblauch
Trockenes Brötchen oder Semmelbrösel
2 Eier
Öl
2 TL Tomatenmark
2 EL Paprikapulver
1 TL Oregano
Salz & Pfeffer
1 Prise Zucker
2 TL Butter
2 TL Senf
100 ml Rotwein
250 ml Wasser

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Der Grindkopp hat ganz schön was in der Birne | Foto: Jan Ehlers

Der gemeine Grindkopp ist ein Fleischgericht aus der Familie der Frikadellen. Sein Körperbau unterscheidet sich von der herkömmlichen Frikadelle durch seine runde Form und einer deutlich gesteigerten Leibesfülle, außerdem bevorzugt der Grindkopp eine konstant feucht-warme Umgebung, die von Zwiebeln und Soße geprägt ist. Einst war der Grindkopp auch in unseren Breitengraden heimisch, doch wurde er in den späten Ausläufern des letzten Jahrhunderts zunehmend durch hier ansässig gewordene Tierarten wie dem „Hamburger“ oder der „veganen Alternative zu Fleisch-Frikadelle auf Sojabasis“ weitestgehend verdrängt. Da der Grindkopp ein sehr scheues Tier ist, findet man ihn hier kaum noch in freier Wildbahn. Meist versteckt sich das schreckhafte Geschöpf im Bau hessischer Mütter und wird dort bei Familienfesten in einer Art Balzritual der Verwandtschaft zum Bestaunen dargeboten. Leider vermehrt sich der gemeine Grindkopp sehr behäbig. Die Befruchtung erfolgt fast ausschließlich durch Weitergabe von „Rezepten“, welche wenig später die unkomplizierte Aufzucht im sogenannten „Nachkoch“-Verfahren einleitet.

Bei artgerechter Haltung wächst ein Grindkopp bis auf die Größe einer Apfelsine heran. Es wurden jedoch vereinzelt Exemplare gesichtet, welche den Körperumfang einer Pampelmuse aufweisen konnten. Das P möchte helfen, den Grindkopp wieder in seinem ursprünglichen Wohnraum anzusiedeln und ihn zurück in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Sei dabei! Auf dieser Seite gibt’s eine Aufzuchtanleitung und ein paar putzige Bilder tollpatschig dreinschauender Grindkoppwelpen beim Spielen. Teilen erwünscht.

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Ei love you | Foto: Jan Ehlers
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Lügenpresse mit Knoblauch | Foto: Jan Ehlers

Zuerst bereitet Ihr die Grindkopp-Rohmasse vor. Im Prinzip könnt Ihr hierfür Euer Lieblingsfrikadellenrezept verwenden. Recht unkompliziert und schnell geht’s so: In einer Schüssel das Hackfleisch mit zwei Eiern, einer gewürfelten Zwiebel, einer Zehe gepresstem Knoblauch, Senf, einem in Milch aufgeweichten Brötchen und etwas Salz, Pfeffer und Paprikapulver vermengen. Aus dem Schlonz formt ihr apfelsinengroße Bälle.

Diese bratet Ihr nun am besten in einem Bräter von allen Seiten schön dunkelbraun an und schiebt Fleischbälle samt Bräter für 20 Minuten in einen auf 180 Grad vorgeheizten Backofen zum Durchgaren.

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Semmelgebrösel | Foto: Jan Ehlers
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Süß: Ein Grindkopp-Baby | Foto: Jan Ehlers

Währenddessen bereitet Ihr Eure Soße vor: Die restlichen Zwiebeln in Streifen schneiden und sie ausgiebig in heißem Öl anbraten, bis sie schön hellbraun und glasig sind. Nun gebt Ihr die Butter und ein bis zwei Zehen geschnittenen Knoblauch dazu. Wenn die Butter zerlaufen ist, rührt Ihr Tomatenmark und Paprikapulver unter und löscht nach kurzer Röstzeit alles mit Rotwein und Wasser ab. Jetzt gebt Ihr Oregano, Salz und Pfeffer dazu und lasst die Zwiebelmasse für ‘ne knappe halbe Stunde vor sich hinköcheln.

Dann kippt Ihr Eure Soße in den Bräter zu den Fleischköppn und lasst alles im Backofen bei 140 Grad zugedeckt für 20 Minuten einköcheln. Am Ende nochmal alles mit Salz, Pfeffer, Zucker abschmecken und, wenn’s Euch zu dünn erscheint, mit Mehl oder Soßenbinder eindicken.

Guden Appo!

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Zwiebeln of Death für Blähungen of Hell | Foto: Jan Ehlers
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Familie Grindkopp im Nest | Foto: Jan Ehlers
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