Illustration: Petra Blank

krähen ziehen fäden

im himmel aus nebel

ich hab nicht viel zeit, ich muss gehen

schwefel regnet, ich hör die erde beben

särge und schutt, seen aus blut,

berge aus glas – was ist gescheh’n?

ein weg in der ferne

der nirgendwo hinführt

neben mir im schlamm, ein totes pferd

ich geh durch eine schlucht

in der sich kein wind rührt

sehe brennende autos

die niemand mehr fährt

ich schaue mich um, ich stehe im regen

seh‘ leblose dinge, die sich bewegen

rieche menschen ohne leben

kein verzeihen, kein vergeben

ich renne dagegen

mauern aus glühenden kohlen

und wut und hass

träume von weizenfeldern

und grünem gras

ich schau dich an und du bist unbeschreiblich schön

doch das ist kein weg, das ist das ende

auf allen vieren werd ich suchen

bis ich dich wiederfinde

bluten mir auch die knie und die hände

krach aus vergangenen zeiten

die ich nie vergaß

ich wünsche mir wälder und kühles nass

was soll das

egal wo man steht, wohin man auch rennt

nichts als stahl, gestank, müll und zement

und kein mensch weit und breit

den man erkennt

ich schau dich an und du bist unbeschreiblich schön

doch das ist kein weg, das ist das ende

auf allen vieren werd ich suchen

bis ich dich wiederfinde

bluten mir auch die knie und die hände

ich vermisse, vermisse, vermisse

was war und was wäre

die angst ist weg, da ist nur noch leere

ich hab verloren, verloren, verloren

was weg ist hätte ich gerne

mir fehlt der halt zur welt

ich umarme eine laterne

ich bin weg, bin weg, bin weg

ich wär so gern wieder hier

bin ich bei dir bei dir bei dir

dann wär ich lieber bei mir

wach auf, wach auf, wach auf

das laken ist voller schweiss

und unter der decke

ganz hinten in der ecke

hör ich ein schluchzen

ganz leis

das laken war weiss