Es war ein „legendärer Abend“ und ein Abschied, wie Wirtin Nadine Rambo ihn sich für ihr Nine’s vorgestellt hatte, als sie Mitte Mai Samstagfrüh zum letzten Mal die Tür ihrer Kneipe im Johannesviertel abschloss. Nach fast drei Jahren ist Schluss, der Pachtvertrag wird nicht verlängert. Für sie endet damit eine kleine Ära, aber: „Wenn es am besten ist, sollte man aufhören.“ Seit Anfang 2024 war das Nine’s mit seiner Bierkasten-Bühne auch ein Ort für Live-Musik und Kultur – ganz nach ihrer Vorstellung. „Hier kam man zusammen. Egal, ob bei einem Gespräch am Tresen oder während einer Jam-Session, man konnte ohne Bewertung Anschluss finden.“ Das Nine’s war wie ein Wohnzimmer, ein richtiger Melting Pot für Menschen aller Generationen: „Hier haben sich alle angenommen und geliebt gefühlt – auch die, die so was normalerweise nicht kannten.“ Verantwortlich für diese besondere Atmosphäre waren neben Nadine – genannt „Nine“ – und ihrem Team auch die zahlreichen Stammgäste, die ihre Energie und neue Ideen eingebracht haben – etwas, wofür sie sehr dankbar sei. Wie es für die umtriebige Wirtin weitergeht, lässt sie offen. Was Neues hat Nadine noch nicht geplant, erst mal heißt es: runterkommen. An den Jam-Sessions will sie auf jeden Fall festhalten, vielleicht an einem anderen Ort – „mal gucken, was sich ergibt“. Auch der Kontakt zu ihrem Stammtisch soll bestehen bleiben. An diesem letzten Abend wurde noch einmal das gefeiert, was diese Kneipe besonders gemacht hat: die Gemeinschaft. Dem Johannesviertel – und allen Darmstädter Nachteulen – wird das Nine’s sehr fehlen. (ys)
Wilhelm-Leuschner-Straße 48, Johannesviertel | instagram.com/nines_projectz







