Orte voller Anmut, Schönheit und Magie sind WCs eher selten. Immer aber sind sie individuell gestaltet – und haben somit einen eigenen Charakter. Außerdem geht es einfach nicht ohne sie! Das P stellt Euch die bemerkenswertesten „stillen Örtchen“ Darmstadts vor: als Toiletten-Quartett, zum Sammeln und Überprüfen.

Am Hochzeitsturm (Olbrichweg 11, 64287 Darmstadt)

 

Foto: Nouki Ehlers, nouki.co

Frauen

Optische Komposition: Frau erwartet (das Bild des Hochzeitsturmes noch vor Augen) eine Collage aus Backstein und Blattgold – und wird vom Charme der Lobby eines mittelgroßen Bürokomplexes überrascht. Alsbald stellt sich aber Freude ein, denn nun muss man nach einem Spaziergang über die Rosenhöhe oder während einer Partie Boule auf der Mathildenhöhe nicht schnell nach Hause hetzen, sondern kann sich in aller Seelenruhe einen erleichternden Abstecher auf der frisch renoviertesten öffentlichen Toilette Darmstadts gönnen.

Größe: großzügige rund neun Quadratmeter

Anzahl der Kabinen: zwei

Duftnote: Desinfektionsmittel und Seifenschaum. Nicht wirklich erfrischend, dafür beruhigend reinlich.

Sitzkomfort: enttäuschend durchschnittlich

Schmirgelgrad des Klopapiers: Es wurde am Detail gespart – auch Öko-Papier gibt es weniger hart.

Schönster Klospruch: … fehlt. (Ob das wohl der Neuheit des Ortes oder dem weiblichen Klientel zu verdanken ist?)

Rahmenprogramm: Historische Türen und Treppen treffen auf den minimalistischen Chic der Moderne – zwischen neu glänzendem Chrom und restauriertem Mosaik auf dem Fußboden fehlt es zur Perfektion nur noch an einem barrierefreien Zugang.

Soundtrack fürs Klo: Kool & The Gang „Fresh“

 

Foto: Nouki Ehlers, nouki.co

Männer

Optische Komposition: Mann erwartet (dem äußeren Aufbau geschuldet) eine direkte Spiegelung der Damentoilette – und wird ein wenig enttäuscht. Nicht von der Neuheit der Materialen oder fehlenden Accessoires, sondern der Kleine des Spiegels. Die Stadt scheint anzunehmen, männliche Besucher der Mathildenhöhe hätten ein geringeres Interesse, sich selbst zu betrachten.

Anzahl der Kabinen: eine Kabine, ein Pissoir

Duftnote: sich permanent im Prozess der Reinigung befindend

Sitzkomfort: enttäuschend durchschnittlich

Schmirgelgrad des Klopapiers: ebenfalls absoluter Standard

Schönster Klospruch: fehlt, da sich das EAD tatkräftig und regelmäßig die „Edding-Schmierereien“ (Zitat eines Mitarbeiters des Grünflächenamts) vornimmt.

Rahmenprogramm: Funktionalität trifft auf modernen Aufbau und lässt den Besucher so ein wenig länger verharren, als für den Besuch nötig. Alles glänzt (so schön neu) und lädt zum Wiederkommen ein. Die Abgestimmtheit der Inneneinrichtung und die fachmenschliche Instandhaltung versprechen langanhaltende Freude an dieser öffentlichen Örtlichkeit.

Soundtrack fürs Klo: The Front Bottoms „Be Nice To Me“

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