Foto: Jan Ehlers

Was ist der Unterschied zwischen den Schriftstellerinnen Charlotte Link und Thea Dorn? Charlotte Link heißt wirklich so und hat das Glück eines Namens wie eine Romanfigur. Thea Dorn hat einen Philosophie-Magister in Selbsttäuschung und heißt eigentlich Christiane Scherer.

Rosa Roth, Helen Dorn, Lena Fauch, Marie Brand, Bella Block, Eva Blond. „Die Füchsin“, mit Detektivin Anne Marie Fuchs. „Reiff für die Insel“ mit Anwältin Katharina Reiff. Lutter, Zorn, Balko, Peter Strohm, so heißt kein Mensch! Glauben Sie mir, ich bin einer. Okay, Derrick hieß auch keiner. Und „Kreisbrandmeister Felix Martin“ müssen ja auch nicht alle gut finden.

Kennt Ihr den Verein der Senkrechtbegrabenen? Das war mal eine Idee von durchgeknallten Szene-Wienern, das heißt, von deren Spezl, der a weng später dann zwecks Versicherungsbetrug einen Frachter im Ozean explodieren ließ. Mitsamt der Besatzung. Rudolf Proksch hieß der Mann, Serge Kirchhofer nannte er sich, und Erika Pluhar war seine Frau. Die Senkrechtbegraberei hat sich nicht durchgesetzt, ähnlich wie Erika Pluhar.

Welch ein Fest: Anstatt sich über den Egoismus der Mitmenschen zu ärgern, einfach mal reden über Leute, welche heute keiner mehr kennt. Entschuldigung, Frau Pluhar. Hier kommt Andre Heller ins Spiel. Der war nämlich auch mit Frau Pluhar einst verheiratet. Und da hört der Spaß auf, der hat nämlich versucht, Rudi Carrell seine Frau auszuspannen und deshalb kann ich den überhaupt nicht leiden, denn dem Rudi seine Frau anzubaggern, ist ja wohl das Allerletzte. Als wäre das alles nicht schon genug Pfund, um auf dem Markt der Eigenheiten zu wuchern, treibt es Frau Pluhar anschließend in die Arme von Peter Vogel, dem ersten Major-Kottan-Hauptdarsteller in der Krimi-Groteske „Kottan ermittelt“ – einer, damals sagte man, „Kult-Serie“. Doch leider bringt der Vogel sich nach drei Folgen mit gerade einmal 41 Jahren um. Jaja, die Pluhar.

Ursprünglich waren nostalgische Falschnamen echter Verbrecher mein Aufhänger für diese Kolumne – und nun kam Frau Pluhar, die wir alle sehr schätzen, dazwischen und es bleibt kaum mehr Zeit, denen zu frönen. Aber dennoch, hier meine liebsten Falschnamen echter Verbrecher der 60er- und 70er-Jahre: Helmut Ströhla, Dr. Franz Schöler von Stein, Dr. rer. pol. Hans S. Mikolay, F. Kurt Kündle, Leonard A. van Waalsdorp, Cornelius Schichtel, Johannes Antonius Dahmen sowie der König aller Falschnamen: Dr. Sardo.

 

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