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Vierzehnmal wurde Charlotte Teske Deutsche Meisterin im Langstreckenlauf. Die in Darmstadt lebende ehemalige Hochleistungssportlerin nahm an Olympischen Spielen, an Europa- und Weltmeisterschaften teil, lief Weltbestzeiten, holte Titel und Rekordsiege. Mit 41 Jahren gab sie den Hochleistungsport auf und wandte sich anderen Interessen zu. Heute praktiziert die 76-Jährige in ihrer Naturheilpraxis mit grüner Oase mitten in Darmstadt und blickt dankbar zurück.

„Ich laufe mittlerweile nicht mehr, bin aber jeden Morgen im Wald unterwegs.“ Ursprünglich stammt Charlotte Teske aus Waldeck, lebte mit ihrer Familie naturnah am Edersee. „Das bedeutete Schlittschuhlaufen im Winter, schwimmen im Sommer und jeden Tag 18 Kilometer Fahrradfahren zur Bahnstation, zur Schule und zurück.“ Diese Zeit legte vielleicht auch die Grundlage für ihre Ausdauer. „Meine Kindheit war ein ,Draußenleben’“, erinnert sie sich.

Nach Darmstadt kam Charlotte Teske 1967, um eine Ausbildung als Kinderkrankenschwester zu absolvieren. In diesem Beruf war sie einige Zeit tätig, wechselte dann aber in den Bereich Zahntechnik, „um mehr Zeit für das Laufen zu haben“. Das wurde schnell immer interessanter für sie – bis der Schritt zum Hochleistungssport nicht mehr weit war.

Zu diesem Zeitpunkt, im Jahr 1970, durften Frauen laut Charlotte allerdings nur 800 Meter laufen. 1972 sei die Regelung gelockert worden und vier weitere Jahre später habe Ernst van Aaken die ersten inoffiziellen Weltmeisterschaften für Frauen in Waldniel veranstaltet. „Ich habe schnell gemerkt, dass lange Strecken gut für mich waren, dass mir der Marathon liegt“, erinnert sich die Sportlerin. Charlottes damaliger Ehemann war ebenfalls Läufer und gemeinsam begannen sie zu trainieren. Bei ihren ersten Deutschen Meisterschaften wurde Teske Zweite hinter Marathon-Pionierin Christa Vahlensieck, 1981 gewann sie die Deutsche Marathon-Meisterschaft in Orsoy. „So nahm das Ganze seinen Lauf.“

Der Sport begleitete Charlotte Teske auch nach ihrer Karriere als Langstreckenläuferin, sie war Ausbilderin für Lauftreffleiter und gab Sportkurse an der TU Darmstadt. Später bildete sie sich als Heilpraktikerin weiter: „Mein Know-how aus Sportlerzeiten diente mir hierbei.“ Der Beruf der Heilpraktikerin sei, ebenso wie der Hochleistungssport, eine Herzensangelegenheit, betont die 76-Jährige und ergänzt: „Ich habe gerne mit Menschen zu tun und gebe mein Wissen gerne weiter.“

An Darmstadt gefällt der innigen Baum-Liebhaberin und bewussten Wald-Beobachterin „das Eingebundensein in die Natur“, ganz besonders: „das Oberfeld, das zum Glück als Ganzes erhalten geblieben ist – trotz mehrfacher Versuche, es durch Straßen zu zerschneiden und zu zerstören.“ Charlottes Dank gilt den Bürgerprotesten, die dafür gesorgt haben. Bürgerbeteiligung bei der Stadtplanung könnte ihrer Meinung nach in Darmstadt generell wirkungsvoller und vor allem eher geschehen. Dabei denkt sie an die mehrfache Umgestaltung der oberen Dieburger Straße in der letzten Jahren. „Da wüsste ich gerne, wer da eigentlich die Kosten trägt“, fragt die engagierte Heinerin rhetorisch.