Die Geheimformel für ein gutes Tattoo ist weit mehr als die Summe aus Artist, Haut und Nadel. Dem Darmstädter Tätowierer Chris „Krieger“ Seifert ist die Connection zu seinen Klient:innen enorm wichtig. Er betont: „Man kommt zu mir als Mensch und nicht als Leinwand.“ Seit rund einem Jahr führt Krieger sein Atelier unter neuem Namen. Mit „Come As U R“ (kurz: CAUR) spricht er besonders diejenigen an, denen das Sich-Öffnen nicht immer so leicht fällt. Mehr als ein Dutzend Jahre schon tätowiert Chris „alles, was das Herz begehrt“. Sein eigenes Herz schlägt so richtig hoch, wenn er Klient:innen mit eigenen Illustrationen oder Aquarelldesigns verzieren darf. Das perfekte Match also für den sehr bunten und noch diverseren Kunden:innenstamm. Aufgrund seiner „eigenen Neurodivergenz, meines Engagements in der Depressionshilfe und meiner Nähe zu Queers“ gehe es ihm darum, „einen Raum zu schaffen, in dem Du sein kannst, wie Du bist“, erklärt Krieger. Dabei ist auch seine Expertise als gelernter Raumausstatter gefragt: Viele warme Farben, eine gemütliche Sitzecke und ein Fernseher samt Spielekonsole verbreiten eine wohlige Wohnzimmeratmosphäre im hoch gelegenen Tattoo Atelier, wo früher mal der Technoclub „Level 6“ residierte. Unzählige Skizzen und Easter Eggs schmeicheln dem Auge, die eigene Lieblingsmusik dem Ohr und Heißgetränke dem nervösen Magen – fertig ist das Rundum-Sorglos-Paket. „Alles kann, nichts muss“, lautet die Devise. „Aber meist wird viel gesprochen,“ warnt Krieger und schmunzelt, denn: „Meist wird mein Redeanteil zum Ende hin eher höher.“ Bei sinkender Schmerztoleranz kein Wunder und für den allseits interessierten Farbkünstler eine Leichtigkeit. Trotz aller Ablenkung: Das Tattoo ist und bleibt natürlich der kreative Dreh- und Angelpunkt. (mah)
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