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Foto: Beate Heuser

Hinterm Jugendstilbad liegt der einzige BMX und Skatepark dieser Stadt. Der Ort ist dementsprechend gut besucht – nicht nur von Darmstädtern. Im September feiert der 1. Darmstädter BMX-Verein das 15-jährige Bestehen des BMX- und Skateparks mit einem Jubiläums-Jam.

Bei gutem Wetter zieht es nicht nur die Stadtkinder auf das Gelände an der Stadtmauer. Sie kommen aus anderen Orten rund um Darmstadt. Echte Biker fahren die Strecke aus dem Vorort zur Lindenhofstraße am Jugendstilbad natürlich mit dem Rad. Jan und Daniel, beide 14 Jahre alt, sind oft auf dem Platz, um Tricks zu üben. Sie geben immer wieder ordentlich Speed, wenn sie mit den kleinen 20-Zoll Rädern über die Rampen und Boxen springen. Stets tragen sie dabei einen Helm. Der ist Pflicht, nicht nur wenn man Vorbild für die Jüngeren sein will. Sondern auch, weil Stürze einfach dazu gehören. Jans Pedale sind deshalb aus Kunststoff. Das schmerzt beim Darauffallen weniger als Metall. Neben den BMX-Rädern rollen auch Dirt-Bikes über den Platz. Dirt-Bikes haben größere Räder (26 Zoll) und sind mit Stoßdämpfern ausgerüstet. Eigentlich springt man damit über Sandhügel, wie im Dirt-Park, – zum Beispiel in Seeheim – oder über Holz und Asphalt wie an der Stadtmauer. Dass der Platz mitten in der Stadt zum Magnet für Jugendliche werden konnte und auch bleiben kann, ist den 60 Mitgliedern des 1. Darmstädter BMX-Verein zu verdanken. Mit den Mitgliedsbeiträgen von fünf Euro im Monat, Spenden und Geld von der Stadt haben sie den Platz vor 15 Jahren aufgebaut und halten ihn seitdem instand. Auch wenn jeder den Skatepark umsonst nutzen kann, ist die Mitgliedschaft gerade für Neulinge interessant, da sie ein Einführungstraining beinhaltet. Außerdem werden dringend Sponsoren und Spenden für eine neue Asphaltdecke benötigt.

 Die Geschichte des BMX-Vereins beginnt auf dem ehemaligen Schlachthofgelände neben der heutigen Waldspirale. Vor mehr als 15 Jahren haben dort einige der Vereinsgründer in einer stillgelegten Halle einen Ort für Rampen und Tricks für Inlineskater, Skateboarder und BMX-Biker gefunden. Als Teile des Schlachthofgeländes platt gemacht und neu bebaut wurden, erhielt der Verein von der Stadt als Ersatz das Gelände an der Stadtmauer.

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Foto: Beate Heuser
Eine weitere Anfahrstelle für Biker ist der BMX-Laden Twenty Inch in der Schulstraße. Dort stellen sich die Kunden die zehn bis 13 Kilo schweren Räder zusammen, je nach Bedarf mit oder ohne Bremse. Sie rüsten ihre Räder auf oder besorgen sich Ersatzteile. Im Hinterhof befindet sich eine Reparatur-Werkstatt. Marcus Stöckel ist nicht nur Händler und Berater, sondern auch eine soziale Institution für die meist jugendlichen Kunden. Er fährt natürlich selbst BMX und ist auch seit zehn Jahren im BMX-Verein engagiert. Tägliches Trainieren, zwei bis drei Stunden sind ein Muss, wenn man die Tricks beherrschen oder neue ausprobieren will, sagt der Vereinsvorsitzende Michael Gerhold. Er setzt sich seit vielen Jahren für den Platz und für die Jugendlichen ein. Getrieben vom Adrenalin- Kick und der gegenseitigen Anerkennung, würden manche so viel trainieren, wie es Schule und Wetter gerade zulassen. Nur selten geschähen dabei Unfälle, sagt Gerhold. Dass sei nicht nur dem Training geschuldet, sondern auch, weil unter den Jungs ein gesundes Maß an Sozialverhalten herrsche. Es gibt sogar jemanden, der sich täglich um den Platz kümmert und ihn vom Müll befreit. Franz Frommelt erhielt 2008 von der Stadt Darmstadt den Bürgerpreis für seine ehrenamtliche Arbeit auf dem Gelände.  

 

Anfahrt: Skatepark an der Stadtmauer am Jugendstilbad, Lindenhofstraße
Mehr Infos auf http://darmstadt.bmxworld.de

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