Donnergott, Eighties, Ufo und Känguru

Unsere Kino- und Film-Tipps im Juli und August

 

Open-Air-Kino im feudalen Garten

Was entsteht, wenn das schräge Regieduo Daniel Scheinert und Daniel Kwan („Swiss Army Man“) das Multiversum mit Michelle Yeoh („Tiger and Dragon“) kombinieren? Eine völlig irre Sci-Fi-Kungfu-Action-Abenteuerkomödie! „Everything Everywhere All At Once“ ist einer der Filme, die das Koki Weiterstadt ab Juli im Braunshardter Schlosspark (mit Kopfhörern) zeigt. Außerdem im Programm sind unter anderem „Leander Haußmanns Stasikomödie“, das französische Feel-Good-Movie „Glück auf einer Skala von 1 bis 10“ und das Biopic „Elvis“.

Sommer-Kino im Schlosspark

Mi, 29.06. bis Do, 08.09., Programm-Details auf kino-weiterstadt.de/sommerkino

Braunshardter Schloss, Schlossgartenstraße 2, Weiterstadt

 

No-Budget-Roadmovie aus Darmstadt

Kim (die 22-jährige Janina Lutter ist Hauptdarstellerin, Autorin und Regisseurin) will sich nach Sachsen-Anhalt zu ihrem Vater durchschlagen. Das Roadmovie von drei Studierenden des h_da-Mediencampus in Dieburg (die anderen sind Kamerafrau Fabienne Schweers und Produzent Paul Galli) wurde auf dem Lichter Filmfest in Frankfurt gezeigt und kommt nun in Darmstadt ins Kino. Entstanden ist es ohne Hilfe von Dozenten:innen oder Filmförderungen, nur mit 4.000 Euro Spendengeld. Das ultraschmale Budget sieht man dem Film aber überhaupt nicht an!

„Brennesselbad“

Di, 05.07., 20.15 Uhr (Filmgespräch in Anwesenheit am Film beteiligter Personen)

Programmkino Rex

 

Die Freundin schwingt den Hammer

Thor (Chris Hemsworth) sucht nach den aufwühlenden Erlebnissen seit dem letzten Donnergott-Film inneren Frieden. Doch der intergalaktische Killer Gorr (Christian Bale) will alle Götter vernichten und legt los. Hilfe kommt von Valkyrie (Tessa Thompson), Stein-Alien Korg und der Ex-Freundin (Natalie Portman), die plötzlich den magischen Hammer Mjölnir schwingt. Außerdem hat auch Zeus (Russell Crowe) einen Gastauftritt. Wenn der Film von Regisseur Taika Waititi so irre wird wie sein Vorgänger, explodiert erneut das Gagameter.

„Thor: Love and Thunder“

ab Mi, 06.07.

Kinopolis

 

Publikumslieblinge aus 25 Jahren

„Der Conny ihr Pony“, „Motodrom“, „Underground Odyssey“, „Hase & Igel“, „The Centrifuge Brain Project“, „Ich bin’s Helmut“, „Eine einfache Liebe“ und „Trotzdem Danke“ sind lauter prämierte und nominierte Titel des Deutschen Kurzfilmpreises. Sie laufen als Jubiläumsprogramm-Sonderreihe „Kurz.Film.Tour.analog“ zu „25 Jahren Kurzfilmtournee“ bundesweit auf 35 Millimeter in einigen Kinos. Die ideenreiche, wagemutige und unterhaltsame Kompilation von Publikumslieblingen wurde von der AG Kurzfilm und dem Kurzfilm Verleih Hamburg ausgewählt.

„Kurz.Film.Tour.analog“

Do, 07.07., 20 Uhr

TU-Audimax (Campus Stadtmitte)

 

Ein junger Franzose in den Eighties

In den Achtzigern lebte man im Spannungsfeld explodierender Pop-Kreativität und eines täglich drohenden Atomkriegs. Zwei Brüder aus einem französischen Kaff (Joseph Olivennes und Thimotée Robart) verlieben sich in dieselbe Frau (Marie Colomb). Einer muss als Soldat nach West-Berlin und wird DJ beim Militär-Radio. Regisseur Vincent Maël Cardona bringt in seinem Eighties-Drama die besondere Stimmung der Ära mit Musik von Joy Division, Iggy Pop und Front 242 auf den Punkt. Dafür gab es einen César als bester Debütfilm.

„Die Magnetischen“

ab Do, 28.07.

Programmkino Rex

 

Kurzfilme unter freiem Himmel

Nachdem die Pandemie dem Orga-Team des Koki Weiterstadt zuletzt die Arbeit erschwerte, ist die kultige Kurzfilm-Dröhnung diesmal wieder fünf Tage lang im Wald zu erleben. Von experimentellen Einminütern bis zu ambitionierten Studierenden-Abschlussfilmen und interessanten Beiträgen aus aller Welt ist alles vertreten – eine große Wundertüte, in der natürlich auch einige Perlen versteckt sind. Dazu gibt es wieder den Wettbewerb um die „Filmhirsch“-Trophäe, entspannte Gespräche mit Filmemachern sowie Speis und Trank für alle.

Open-Air-Filmfest Weiterstadt

Do, 11.08., bis Mo, 15.08.

Braunshardter Tännchen

 

Ufo-Schocker mit Western-Atmosphäre

US-Regisseur Jordan Peele gilt Filmfans als eigene Marke. Für das Blumhouse Studio dreht er Arthouse-Horrorfilme, in denen schwarze Schauspieler die Hauptrollen spielen und es um Rassismus geht. Für das Drehbuch von „Get Out“ hat er 2018 einen Oscar gewonnen, und der Nachfolger „Wir“ war absolut creepy. Nun legt er einen ebenso unheimlichen Ufo-Thriller nach, in dem auf einer kalifornischen Farm für Hollywood-Filmpferde etwas passiert, wofür die Eigentümer:innen (Keke Palmer und Daniel Kaluuya) keinerlei Erklärung haben.

„Nope“

ab Do, 11.08.

Kinopolis

 

Beuteltier versus Schwurbler

Das erste Abenteuer des kultigen Kängurus von Marc-Uwe Kling war so erfolgreich, dass nun eine Fortsetzung folgt. Diesmal führt Kling selbst Regie und präsentiert eine eigens für den Film erfundene Handlung: Marc-Uwe (Dimitrij Schaad) und das Känguru begeben sich auf einen irren Roadtrip, um die Mutter von Maria (Rosalie Thomass) zu retten. Die ist Klimakrisen-Leugnerin und folgt einem Verschwörungs-Guru (Benno Fürmann). Das wie immer sehr vorlaute Beuteltier und Marc-Uwe nehmen den Kampf gegen fanatische Aluhut-Träger auf.

„Die Känguru-Verschwörung“

ab Do, 25.08.

Kinopolis

 

Cineastische Tauch-Impressionen

Was vereint „Im Rausch der Tiefe“, „Das Boot“, „Abyss“, „Aquaman“ oder Filme von Jacques Cousteau? Sie spielen teils unter Wasser. Diesem Genre widmet sich die neueste Ausstellung im Frankfurter Filmmuseum. Es geht um Wassernixen, tauchende Liebespaare, nette Delfine und Orcas sowie weiße Riesenhaie. Eine Rundum-Projektion macht zentrale Motive in einem audiovisuellen Erlebnisraum sinnlich erfahrbar. Kompilationen zeigen Unterwasserszenen zu allen möglichen Themen – auch naturwissenschaftliche, politische und ökologische.

Ausstellung „Im Tiefenrausch – Film unter Wasser“

Fr, 01.07.2022, bis So, 08.01.2023

DFF – Filminstitut & Filmmuseum, Schaumainkai 41, Frankfurt

 

Nachzügler

„Willkommen in Siegheilkirchen“ – die Biografie des österreichischen Cartoonisten Manfred Deix als ätzend gesellschaftskritischer Animationsfilm im Stil des Künstlers – hatten wir bereits als Tipp veröffentlicht. Coronabedingt wurde der Starttermin verschoben, der Film läuft nun sehr wahrscheinlich am 07.07. auch im Programmkino Rex an.

 

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