Fassbinder, Frauen-Power und Antifa

Unsere Film-Highlights im Oktober

 

Foto: Weltbild

Zwischen Kinokunst, Drogen und Liebhabern

Rainer Werner Fassbinder (1945–82) hat in seinem kurzen Leben 40 Spielfilme gedreht. Regisseur Oskar Roehler präsentiert mit „Enfant Terrible“ ein episodenhaftes Gesamtbild des bisexuellen Ausnahmekünstlers, der mit seinen vielfach prämierten Filmen, Kontroversen, exzessivem Drogenkonsum und schwierigen Umgangsformen stark polarisierte. Neben Oliver Masucci in der Titelrolle noch dabei: Katja Riemann, Eva Mattes, Alexander Scheer, André Hennicke, Sunnyi Melles, Antoine Monot Jr., Christian Berkel, Ralf Richter und Götz Otto.

„Enfant Terrible“

ab Do, 01.10.

Programmkino Rex

 

Foto: eOne Filmverleih

Nicht nur Schönheit zählt

1970 sprengte eine Frauengruppe den „Miss World“-Wettbewerb in London und schaffte es damit vor den Augen von 100 Millionen TV-Zuschauern, veraltete Rollenklischees und gesellschaftliche Missstände anzuprangern. Regisseurin Philippa Lowthorpe drehte das authentische, um mehrere individuelle Beispiele von Emanzipation gestrickte Retrodrama „Die Misswahl“ mit Keira Knightley als Aktivistin, Rhys Ifans als Showmanager und Greg Kinnear als US-Komiker Bob Hope, der die Veranstaltung mit chauvinistischen Gags moderierte.

„Die Misswahl“

ab Do, 01.10.

Programmkino Rex

 

Foto: Tobis

Ein Anwalt klagt die eigene Firma an

Der US-Anwalt Rob Bilott (Mark Ruffalo) deckte 1998 einen der größten Umweltskandale aller Zeiten auf, indem er erfolgreich Indizien gegen seinen eigenen Arbeitgeber, den Chemiekonzern Dupont, sammelte. Für seine Recherchen über vergiftetes Trinkwasser setzte er alles aufs Spiel und brachte sich selbst in Gefahr, am Ende wurde er aber sogar mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Der packende Justizthriller von Regisseur Todd Haynes („Carol“) wartet zusätzlich noch mit Anne Hathaway, Tim Robbins und Bill Pullman auf.

„Vergiftete Wahrheit“

ab Do, 08.10.

Programmkino Rex

 

Foto: Neue Visionen

Spontaner Jobwechsel führt zum Erfolg

„Eine Frau mit berauschenden Talenten“ ist Isabelle Huppert („Die Klavierspielerin“) ohne Zweifel. Im französischen Krimi-Lustspiel von Regisseur Jean-Paul Salomé liegt es vor allem an der komödiantischen Spielfreude der Schauspielerin, mit der sie die Titelfigur von einer unterbezahlten Dolmetscherin im Rauschgiftdezernat in eine erfolgreiche Pariser Drogendiva verwandelt. Der Clou gelingt der selbstbewussten Lebenskünstlerin auf wendungsreiche Weise mit Schlagfertigkeit und einem Höchstmaß an krimineller Kreativität.

„Eine Frau mit berauschenden Talenten“

ab Do, 08.10.

Programmkino Rex

 

Foto: Pro-Fun

Ein Pogrom, Star-Power und eine ironische Zeitreise

Die Zeichen im Kommunalen Kino Weiterstadt stehen auf queer. 23 Lang- sowie 24 Kurz- und mittellange Filme decken eine große Bandbreite ab. Manche kommen direkt von den Produzent*innen, weil sie hierzulande nicht im Kino laufen. Die Highlights sind die Doku „Welcome to Chechnya“ über den Pogrom an queeren Menschen in Tschetschenien, Xavier Dolans „Matthias & Maxime“, „Kajillionaire“ mit Evan Rachel Wood und der bewusst ironische Film „Zeit der Monster“ über Transvestiten und Schwule in den 70ern, als Queersein noch verboten war.

Queer Filmfest Weiterstadt

Mi, 21.10., bis Mi, 04.11.

Kommunales Kino Weiterstadt (Bürgerzentrum), zusätzlich: Lichtblick Walldorf + Programmkino Rex Darmstadt

 

Foto: Walt Disney

Marvel eröffnet die vierte Runde

Nach sieben Gast-Auftritten startet die vierte Phase des Marvel Cinematic Universe (MCU) mit dem Solo-Film von „Black Widow“ – obwohl die von Scarlett Johansson gespielte Superheldin in „Avengers: Endgame“ gestorben ist. Die Handlung spielt daher direkt nach „The First Avenger: Civil War“. Da werden wohl ein paar neue Pfade getreten, auf denen künftig andere Figuren wandeln – etwa die MCU-Newcomer David Harbour, Florence Pugh, O-T Fagbenle und Rachel Weisz. Regisseurin Cate Shortland stand bisher für feministische Arthouse-Filme.

„Black Widow“

war geplant ab Do, 29.10., nun doch erst ab 06.05.2021

Kinopolis

 

Foto: Alamode Filmagentinnen

Radikalisierung einer Studentin

Jura-Studentin Luisa will etwas gegen Neonazis tun, wird Teil einer Antifa-Gruppe, lernt dort militante Aktivisten kennen und legt bald darauf ihre gewaltfreie Gesinnung ab. Regisseurin Julia von Heinz („Hannas Reise“) verarbeitete in ihrem kürzlich bei den Filmfestspielen von Venedig uraufgeführten Politdrama „Und morgen die ganze Welt“ eigene Erfahrungen. Das Thema ist genauso aktuell wie brisant. Mala Emde spielt die Hauptrolle und hat in Venedig den Preis der unabhängigen Filmkritik als beste Darstellerin gewonnen.

„Und morgen die ganze Welt“

ab Do, 29.10.

Programmkino Rex

 

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