Mindfuck, starke Frauen, Disney-Sound und Open Air

Unsere Filmtipps im Juli und August

 

Foto: Entertainment One

Modern aufbereiteter Klassiker

Auf der Berlinale ging „Berlin Alexanderplatz“ zwar leer aus, war aber einer der großen Publikums- und Kritiker-Lieblinge: Der deutsch-afghanische Regisseur Burhan Qurbani hat aus Alfred Döblins berühmtem Großstadtroman von 1929 ein spannend und mit eigener visueller Handschrift inszeniertes zeitgemäßes Flüchtlingsdrama gemacht. Er lässt darin den Afrikaner Francis (Welket Bungué) nach dessen gefährlicher Mittelmeerüberfahrt in Berlin stranden. Dort gerät er auf die schiefe Bahn und an die Prostituierte Mieze (Jella Haase).

„Berlin Alexanderplatz“

ab Do, 16.07.

Programmkino Rex

 

Foto: Studio Canal

Die Frau mit den Röntgenaugen

Sie bekam zwei Nobelpreise: 1903 für Physik und 1911 für Chemie. Obwohl Marie Curie es Anfang des 20. Jahrhunderts als Wissenschaftlerin in der akademischen Männerwelt der Pariser Sorbonne nicht leicht hatte. Doch ihre Entdeckungen haben die Welt verändert. Tragisch: Sie starb durch die radioaktive Strahlung, der sie bei ihrer Arbeit ausgesetzt war. Von Marjane Satrapi („Persepolis“) kommt ein Biopic mit Rosamund Pike („Gone Girl“) in der Titelrolle und Sam Riley („Control“) als Ehemann. Das Drehbuch basiert auf einer Graphic Novel von Lauren Redniss.

„Marie Curie – Elemente des Lebens“

ab Do, 16.07.

Programmkino Rex

 

Foto: Warner

Verfolgungsjagden plus Rewind-Taste

Mit dem spektakulären Blockbuster „Tenet“ von Christopher Nolan („Interstellar“) melden sich die Kinos nach der Coronakrise paukenschlagartig zurück. Nach den Kultfilmen „Memento“ und „Inception“ präsentiert der britische Regisseur mit dem ungewöhnlichen Actionthriller erneut ein Mindfuck-Movie allererster Güte, in dem er Spionage mit Zeitumkehrungen verbindet. Die Hauptrolle spielt Denzel Washingtons Sohn John David. Außerdem wirken unter anderem Elizabeth Debicki, Michael Caine, Kenneth Branagh und Robert Pattinson mit.

„Tenet“

ab Mi, 12.08.

Kinopolis

 

Foto: Salzgeber & Co. Medien GmbH

Rivale wird Objekt der Begierde

Bereits eine Woche nach dem offiziellen Kinostart zeigt das Kommunale Kino in Weiterstadt das queere Liebesdrama „Als wir tanzten“ des schwedischen Regisseurs Levan Akin, das 2019 viele Festivalpreise gewonnen hat. Merab (Levan Gelbakhiani) trainiert seit Jahren mit seiner Partnerin Mary (Ana Javakishvili), um in das georgische Nationalensemble zu kommen. Ein anderer Tänzer (Bachi Valishvili) wird gleichzeitig zu seinem Rivalen … und Objekt der Begierde – was für Merab den Bruch mit seinen Plänen, Mary und seiner Familie bedeuten könnte.

„Als wir tanzten“

Fr, 31.07., um 18 und 21 Uhr

Kommunales Kino Weiterstadt (+ ab 23.07. im Programmkino Rex)

 

Foto: Deutsches Filmmuseum

Zeichentrick-Klangwelten

Wer kennt nicht die gesungenen Textzeilen „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ oder „Hei-ho, hei-ho – wir sind vergnügt und froh“? Das Frankfurter Filmmuseum widmet sich in der Ausstellung „The Sound of Disney“ den Klangwelten von Klassikern der Disney Studios aus den Jahren 1928 bis 1967 – sowohl Spiel- als auch Kurzfilme. Gezeigt wird der Einsatz von Musik, Geräuschen sowie Dialogen in Originalen und Synchronfassungen. Zusätzlich gibt es Produktionsskizzen, Figurenstudien, Animationszeichnungen und Hintergrundgestaltungen.

Ausstellung „The Sound of Disney 1928–1967“

ab Fr, 07.08.2020 (bis 10.01.2021)

DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum Frankfurt

 

Foto: Warner

Superheldin auf schriller Zeitreise

In „Wonder Woman 1984“ verschlägt es die titelgebende Superheldin (Gal Gadot) in ein Jahrzehnt der analogen Ära mit teils seltsamer Mode und coolen Popsongs. Teil 1 der DC-Comic-Verfilmung war ein mega Überraschungserfolg, und weil Regisseurin Patty Jenkins („Monster“) auch Action gut kann, durfte sie erneut ran. Mit dabei: Chris Pine, Kristen Wiig, Pedro Pascal, Robin Wright und Connie Nielsen. Wenn der Film so viel Spaß macht wie der mit „Blue Monday“ von New Order unterlegte Trailer, ist ein breites Grinsen garantiert.

„Wonder Woman 1984“

war geplant ab Do, 13.08.; nun doch erst ab Do, 01.10.

Helia-Kino + Kinopolis

 

Foto: Filmfest Weiterstadt

Alles anders, aber trotzdem

Kurzfilme ohne Ende – von der Amateur-Produktion bis zum Oscar-Kandidaten – in einer Atmosphäre, die gerne mit Woodstock verglichen wird: Dafür steht das Weiterstädter Open Air Filmfest. Dieses Jahr wäre beinahe nichts daraus geworden. Und weil das Coronavirus immer noch für Beschränkungen sorgt, wird es auch nur Abendprogramme auf dem Bolzplatz am Tännchen geben. Ausnahmsweise sogar mit Vorverkauf (nur ein kleiner Unkostenbeitrag), um zu verhindern, dass mehr Leute kommen, als auf den Platz dürfen. Egal – besser als nix!

Open Air Filmfest Weiterstadt

Do, 13.08., bis Mo, 17.08.

Festivalgelände in Weiterstadt (am Braunshardter Tännchen)

 

Foto: Real Fiction

Grenzen der Männlichkeit

Vier echte Gewaltverbrecher, drei echte Problemhunde und eine echte Hundetrainerin treffen in einer unterirdischen Betonarena aufeinander. Das ist die Grundkonstellation des Konzept-Thrillers „Die Rüden“ der aus Erfelden im Ried stammenden Regisseurin und Grimme-Preisträgerin Connie Walther („Wie Feuer und Flamme“). Das dystopische Therapie-Experiment zwischen Aggression und Uneinsichtigkeit konfrontiert männliche Verhaltensauffälligkeiten mit Menschlichkeit und war bei den Hofer Filmtagen einer der meistdiskutierten Filme.

„Die Rüden“

ab Do, 20.08.

Programmkino Rex

 

 

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