Wolfsgeheul im Stadtraum

Kunst und Performance Rhein-Main im September 2021

 

Foto: Courtesy Galerie Scheffel

Skulpturenwald

Der 1963 geborene israelische Künstler Arik Levy hat in den Jakobshallen der Galerie Scheffel rund 60 plastische Arbeiten, Wandobjekte und Bilder zu einem Skulpturenwald zusammengefügt. „MineralForest“ heißt die imposante Gesamtinstallation. Zu ihr inspirieren ließ sich Levy von den Ausstellungsräumen, die aus der ehemaligen Jakobskirche entstanden sind, sowie dem angrenzenden Garten. Besucher:innen treffen auf ihrem Spaziergang durch Levys Skulpturenwald auf fein geschliffene „Rocks“ (Gesteinsbrocken) und kantigere „Logs“ (Baumstämme) aus Cortenstahl, poliertem, bemaltem oder pulverbeschichtetem Edelstahl, Bronze oder Glas.

bis 02.10.

Jakobshallen der Galerie Scheffel, Bad Homburg

galerie-scheffel.de

 

Foto: Valie Export & VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Wolfsgeheul

In Hessen gibt es Wolfsnachwuchs: Eine Wildtierkamera hat zwei Wolfswelpen im Rheingau-Taunus-Kreis aufgenommen. Dazu passt die Multimediaarbeit „Der Wolf in uns“, in der sich die österreichische Medien- und Performance-Künstlerin Valie Export (1940 geboren) mit der Spaltung von Mensch und Tier auseinandersetzt. Audio- und Videostrecke der Installation wetteifern um die Aufmerksamkeit der Rezipient:innen; über acht Tonspuren ist Wolfsgeheul zu hören, dazu werden abwechselnd Bilder von Wölfen und Astronauten gezeigt.

bis 06.02.2022

Opelvillen Rüsselsheim (Außenbereich Eingangsterrasse, während der Öffnungszeiten frei zugänglich)

opelvillen.de

 

Foto: Barbara Rademacher

Klanglandschaft

Alles hat ein Ende, auch Corona. „This too shall pass“ nennt der 1977 geborene nigerianische Sound- und Installationskünstler Emeka Ogboh die Klanglandschaft, die er zwischen dem Frankfurter Römer über den Main bis hin zur Dreikönigskirche aufspannt. Im Zentrum der dreiteiligen Mehrkanal-Soundinstallation steht eine für die Stadt und das Coronajahr 2020 komponierte Hymne, die von Chören aus Frankfurt und aus Ogbohs Heimatstadt Lagos eingesungen wurden. Der gemeinsame Gesang, in der Hochzeit der Pandemie wegen der Aerosolausschüttung verboten, überwindet Grenzen und gibt Hoffnung für die Zeit nach Corona.

bis 03.10.

Stadtraum Frankfurt

thistooshallpass.site

 

Foto: Wolfgang Günzel

Kolonialismuskritik

Nicht erst die aktuelle Diskussion rund um die Eröffnung des Berliner Humboldt Forums lenkt den Fokus auf Herkunftsgeschichten ausgestellter Objekte. Mit der Ausstellung „Hidden in plain sight – Vom Unsichtbarmachen und Sichtbarwerden“ setzt sich das Weltkulturen Museum Frankfurt kritisch mit dem Kolonialismus und den damit verbundenen Auswirkungen bis in die Gegenwart auseinander. Unter Einbeziehung zeitgenössischer Arbeiten wird unter anderem gezeigt, welche Personen und Ereignisse in der vorherrschenden Geschichtsschreibung ausgelassen oder verfremdet gezeigt werden, sodass sie sich nicht in ein kollektives Gedächtnis einschreiben können.

bis 05.09.

Weltkulturen Museum Frankfurt

weltkulturenmuseum.de

 

 

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