Foto: Nouki

 

Werte Leserschaft, seit meinem Artikel mit dem Themenschwerpunkt Stubenfliege sind neun Jahre vergangen. Da kann man mit neuem Wissen und neuen Methoden ruhig mal nachbessern. Zumal erneut Sommer ist.

Wenn sich in unsere Wohnung mal eine Maus einschleicht, so erschlagen wir sie nicht, sondern benutzen eine Lebendfalle. Genauso verfahren wir jetzt im zweiten Jahr mit lästigen Stubenfliegen. Fangen und aussetzen. Früher ein langwieriges, oftmals enttäuschendes Unterfangen, haben wir nun trotz der nervigen Landerei auf Nase, Augenlid oder sonst einem nackten Körperteil, eine großartige Methode gefunden, welche aufgrund ihrer Einfachheit und Effizienz fast schon lächerlich leicht zu hervorragenden Ergebnissen führt.

Wahrscheinlich ist es im Netz schon um Lösungen ringenden Lifehack-Followern vorgeführt worden, aber da ich Analogikus bestimmt nicht nachschauen werde, fühle ich mich als Pionier, da mir diese freundliche Jagdmethode selbst eingefallen ist.

Man kaufe also einen Billigköcher, welcher oft zusammen mit Eimer und Schaufel verramscht wird, aber auch so nur 1.- Euro kostet, und deponiere ihn in Reichweite jenes Platzes, an welchem Sie für gewöhnlich von den Schmaserts attackiert werden. Kommt nun eine Fliege geflogen und setzt sich, sagen wir mal, auf einen Sessel oder an die Wand, so kann man sie 100-mal verscheuchen oder 15-mal versuchen, sie zu erschlagen. Man kann aber auch einfach den Köcher nehmen und über das verdutzte Tier stülpen. Klappt fast immer! Die Fliege erkennt zwar eine sich drohend nähernde Hand, aber der Köcher wirft durch seine löchrige Bauweise keinen soliden Schatten. Und der Luftzug ist auch kleiner. So hat man den Köcher rascher über die Fliege gestülpt als die Fassettenglotzerchen gucken können. Hilfreich dabei ist, dass der ausziehbare Köcher uns in Distanzen zuschlagen lässt, in welchen sich die Fliege sicher wähnt, noch weiter entfernt von ihr, als es die tödlichen Vorgänger des Köchers – die Klatsche und der elektrische Tennisschläger – es je zuließen.

Zack, das Ding ist gefangen, man lässt das Netz darüber und zieht es zu einem Säcklein hoch, bis das Tier nach oben läuft, dann verschließt man es darunter mit einer Faust, öffnet das Fenster, streckt den Köcher hinaus und öffnet die Faust. Wie bei der Blutentnahme. So fliegt die Fliege unblutig aus dem Netz und womöglich sogar in die Nahrungskette eines unserer wenigen Singvögel.

Das wäre natürlich am besten. Nicht für die Fliege, aber immerhin für zwei der drei Beteiligten.