Wenn Vintage Mode und Kunst sich vereinen, ist das eine Win-win-win-Situation. Im Sinne der Nachhaltigkeit. Im Sinne der Mode, die dadurch unique wird. Und im Sinne der Kunst, die eine Plattform bekommt, die öffentlich und leicht zugänglich ist. So ist es auch bei dieser Kollaboration von Attic Studio, dem Second-Hand-Mode-Laden mit dem gelben Schaufenster in der Ludwigstraße, und dem Darmstädter Künstler Nede. Dessen Schriftzug prangt nun nicht mehr nur auf konsumkritischen Installationen und dem Sperrmüll dieser Stadt, sondern auch auf aussortierten Shirts, Pullis und Jacken, die damit zurück in den Verkauf gehen – „jedoch nicht als klassisches Upcycling, sondern als künstlerische Intervention und prozessuale Arbeit“, wie der Künstler erklärt.
Durch das „NEDE“-Signet werden die gebrauchten Kleidungsstücke erneut zu Ware, ein weggeworfenes Teil wird so wieder zum Konsumobjekt, weil sich seine Zuschreibung verändert: „Es wird neu codiert. Genau in diesem Moment wird Wert sichtbar als etwas, das entsteht, nicht existiert. Die Verwandlung von Konsum ist der eigentliche Prozess, nicht das Produkt“, so Nede. Die Kunstaktion im Innenstadt-Laden von Lukas Geipert und Florian Lehmann wurde bereits zweimal verlängert und läuft (vorerst) bis Ende Juni. „Das Projekt trifft einen Nerv, in dem Fragen nach Überfluss, Zuschreibung und Nachhaltigkeit zunehmend gesellschaftlich verhandelt werden“, ist sich der Künstler sicher. Übrigens: Nede ist nicht allein, auch vom Darmstädter Artist El Kroma künstlerisch veredelte Kleidung hängt aktuell im Attic Studio. (ct)
Ludwigstraße 5, Innenstadt | attic-studio.de und instagram.com/nede_1.0







