Foto: Jan Ehlers
Foto: Jan Ehlers

„Ich bin übrigens AFD-Mitglied“, teilte mir Hardy neulich salopp mit. Bevor ich jedoch lange überlegen musste, was denn in den freidenkenden Steinmetz gefahren sein, ergänzte er: „… beim Arbeitskreis Friedhof und Denkmal.“ Daran hatte ich mächtig Spaß, und überlegte, ob es wohl noch mehr solcher Doubletten gäbe, gleichwohl ahnend, dass die „Alternative für Deutschland“-Friedhof-Denkmal-Nummer nicht zu toppen sein würde. Doch wie so oft, akribisches Nachforschen wird belohnt:

SSW: Moderne Mütter wissen Bescheid. Nicht nur der „Südschleswigsche Wählerverband“ verbirgt sich dahinter, sondern auch die Schwangerschaftswochen. Und natürlich die Stadwerke St. Wedel.

AVIP: „Autofahrer- und Volksinteressen-Partei“. Selbige trat vor zwei Jahren bei unserer Landtagswahl an und kam auf knapp 2.500 Stimmen. Die gleiche Abkürzung benutzt Gottseidank auch die „Appartement Vermietung der Insel Poel“.

Vor unseren Toren, im Boots-, Angel- und Mückenparadies Gernsheim gründete sich eine Partei, die bei denselben Wahlen antrat: ADD steht für „Aktive Demokratie direkt” und wird ebenfalls genutzt von der rheinland-pfälzischen Verwaltungsbehörde „Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion“ sowie als Abkürzung für den Flughafen von Addis Abeba.

SPV kennen Plattenfreunde als großen Schallplattenversand, steht politisch aber für die „Sarazzistische Partei für Volksentscheide“. Die Abkürzung steht allerdings auch für die „Schweizer Paralegiker-Vereinigung“, dem Dachverband der Querschnittsgelämten.

APD: Die „Arbeiter-Arbeiterinnen Partei Deutschland“ teilt sich ihre Abkürzung mit dem „Aluminium-Portal Deutschland“ sowie etlichen ambulanten Pflegediensten.

PSG: Die linksextreme „Partei für soziale Gerechtigkeit der Vierten Internationale“ ist neben dem französischen Hauptstadtclub Paris Saint-Germain nur eine von mehreren Nutzern dieser Abkürzung. Auch die „Pfadfinderinnenschaft St. Georg“ gehört dazu. Und die „Patienten-Selbsthilfe Gruppe“.

MLPD: Da passte nichts, und auch die Recherche nach dem Kürzel DKP brachte lediglich eine „Doppelkoch-Platte“ aus dem Schweizer Elektrogroßhandel zum Vorschein. Was ich als Zeichen wertete, es dabei zu belassen.

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