Kossi
Foto: Jan Ehlers

Ein von mir schon länger beobachtetes Phänomen soll heute Gegenstand dieser Kolumne sein. War es damals in meiner Teenager- und Twenzeit verpönt, eine Gesichtsbehaarung zu tragen (vom ersten Oberlippenflaum mal abgesehen), so sieht man heutzutage überall junge Männer mit mehr oder weniger vollem Bartwuchs. Auch hierfür hat der Heiner die unterschiedlichsten Namen parat.

In den achtziger Jahren waren Männer mit langen Haaren und Vollbart weitläufig als „Hippies“ bekannt. Der Heiner wiederum kreierte gern seine eigene Umschreibung; in diesem Fall wird (noch heute) von einem „Zugewucherde“ gesprochen. Nun ist aber zu beobachten, dass immer mehr Männer mit wenig oder überhaupt keinem Haupthaar „um die unner Kopphälfd zugewucherd sin‘“ (Guude Lutz!).

Es gibt natürlich noch andere Formen des Bartwuchses, zum Beispiel „de Schnorres“, „de Schnautzer“ oder „Schnäutzer“. Die Erklärung dieser Wörter ist simpel, stehen sie doch alle in Verbindung zum Verbum „schnurren“, daher der Name Schnurrbart.

Auch die Bezeichnung „Kottis“ ist leicht zu deuten; sie ist die Verniedlichungsform von „Koteletten“, also des Backenbarts. Die Form dieser Gesichtsbehaarung wird mit einem Fleischstück, das eine ähnliche Silhouette hat, assoziiert.

Richtig derbe wird es aber bei der Umschreibung des „Klobrillenbarts“, einem zusammengewachsenen Oberlippen- und Kinnbart. Der Heiner begegnet dem Träger dieses Gebildes mit der Frage: „Na, hossde bei de Gebuät de Rahme mit raus gerisse?“ (Gebuät = Geburt). Wer sich mit dem (behaarten) primären Geschlechtsteil der Frau auskennt, wird wohl ahnen, um was es hierbei geht… (bei Unwissenheit kläre ich gerne persönlich auf).

Zu guter Letzt ist der „Ziegenbart“ schlicht ein „Ziejeboät“.

Männer in Darmstadt: Her mit neuen Bartkreationen! Auf jetzt! Isch will woss zu lästern howwe…

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