Grafik: Rocky Beach Studio

Zwölf Jahre „Heißes Pflaster uff de Piazza!“: Seit 2014 fügen Zoo Bar und P Stadtkulturmagazin dem Heinerfestprogramm ihren Farbtupfer in Form eines eigenen, kleinen Fünf-Tage-Festivals hinzu.

Bei aller organisatorischen Eigenständigkeit: Der etwas unterschätzte, wunderschöne Stadtkirchplatz, sein Kulturprogramm und seine Gastronomien gehören zu unserem geliebten Innenstadtfest wie die Mussig zum Handkäs‘. Als würziges Topping sozusagen. Und stets im besten Fred-Hill-Heinerfestboogie-Sinne: „Wir sin‘ alle Heiner!“

Insgesamt stehen an den fünf Festtagen zwölf interessante und szenebekannte Bands und DJs auf der Piazza-Bühne und beleben Darmstadts charmantesten Innenstadtplatz. Der Eintritt ist und bleibt – dank gütiger Sponsoren und des Getränkekonsums der Besucher:innen (also bitte nix mitbringen!) – frei.

Die Gestaltung des Stadtkirchplatzes fürs Fest wird wieder bunt und discokugelig. Und dank des natürlichen Blätterdachs der 13 lauschigen Kastanien bietet die Piazza Schutz vor Regen – oder zu starker Sonne. Gastronomisch ist neben der Zoo Bar auch wieder der Goldene Hirsch mit im Boot – und zum ersten Mal auch das „Downtown“.

Los geht’s mit DJs und Bands am Donnerstag, Freitag und Samstag ab 19 Uhr, am Sonntag bereits um 16 Uhr und zum Abschluss am Montag schon um 18 Uhr. Kommt alle!

 

Das Programm von „Heißes Pflaster uff de Piazza!“ 2026:

Donnerstag, 2. Juli:

19 bis 21.30 Uhr, DJ: Marianne | Parler et danser!

Foto: Marianne

Das „Heiße Pflaster uff de Piazza!“ 2026 eröffnet la incroyable Marianne (ohne die Garçons)! Die singende Köchin tauscht an diesem Abend Mikro gegen Mischpult und serviert Tanzmusik von Bamako (Mali) bis Paris, um schon mal ein bisschen „maladd in de tete“ zu werden. Als Amuse-Gueule für die direkt im Anschluss auftretende Superband.

 

21.30 bis 1 Uhr, live: Maladd in de tête | French Freak Beat, Soul, Chanson, NDW, Rock

Foto: Jule Lenz

Heinerfestdonnerstag uff de Piazza ohne Maladd in de tête? Geht net – und gibt’s net! Eine fulminante, hochkarätig besetzte Liveband, Rampensau Nouki und die charmante Chanteuse Ina bedeuten: Tanz-Schwoof-und-Pogo-Ekstase, Discokugelglitzer, Bierdusche, müde, Bett.

 

Freitag, 3. Juli:

19 bis 21.30 Uhr + 22.30 bis 2 Uhr, DJ: Marko (Come to the Dance) | R’n’B & World Pop

Foto: Nouki

Mit „Come to the Dance“ hat Marko eine Partyreihe konzipiert, bei der er dank R’n’B-, Afrobeats- & World-Pop-Perlen schon das Weststadtcafé und das „TiP“ abgerissen hat. Aufgelegt werden liebevoll ausgewählte Tracks von Beyoncé und Aaliyah bis Burna Boy, von Sean Paul bis Dua Lipa, von Timbaland, Drake und den Neptunes bis Michael-Jackson-Classics und Whitney-Houston-Hymnen – ein Mix, der Dich förmlich auf die Tanzfläche zieht. Das Ganze open air und bei freiem Eintritt auf der Piazza … geht’s noch besser?!

 

21.30 bis 22.30 Uhr, live: Scheiba | Indie-Rock mit Disco-Beats

Foto: Scheiba

Mit flirrenden Synths, Disco-Beats, schillernden Bläsern und Texten über die intensiven Gefühle der Zwanziger vereinen die sechs Musiker in ihren Konzerten Emotion, Ernsthaftigkeit und Euphorie. Dank Saxofon und Posaune kreiert die Darmstädter Band einen eigenen Sound: eingängigen Indie-Rock, der einlädt zum Feiern, Fühlen und Abtanzen. Funktioniert auf dem Hurricane Festival genau so gut wie neulich in der pickepackevollen Centralstation – und an diesem Abend auf dem Stadtkirchplatz!

 

Samstag, 4. Juli:

19 bis 21.30 Uhr + 23 bis 2 Uhr, DJ: DontCanDJ | Indielectro

Foto: DontCanDJ

Comeback des Jahres! An diesem magischen Samstagabend auf der Heinerfest-Piazza steht ein Duo an den Decks, das die Darmstädter Clubkultur nachhaltig geprägt hat: DontCanDJ. Was in den 2000ern als mutiges Projekt zweier junger Frauen begann, wurde schnell zu einer festen Größe in Darmstadt – und weit darüber hinaus. Geprägt von der Energie der 2000er-Jahre stehen Emma und Doris für einen Sound, der Indie und Electro mühelos miteinander verbindet. Das Herzstück ihres DJ-Wirkens war die „Elektroschule“ im Schlosskeller, ein verlässlicher und einzigartiger Treffpunkt für die lokale Szene und der Ausgangspunkt für ihren Ruf als Garantinnen für volle Tanzflächen. Nachdem DontCanDJ die Veranstaltungsreihe nach elf Jahren beendeten, sah man die beiden nur noch äußerst selten gemeinsam auflegen. Zuletzt als Support für Romy (The XX) im Jahr 2023 – und jetzt bei „Heißes Pflaster uff de Piazza“!

 

21.30 bis 23 Uhr, live: SDUUDZ & Q-REC | Live-Techno-Jazz

Foto: Josko Joketovic

Steffen Stütz dreht wieder frei! Der Darmstädter Keyboard-Genius widmet sich unter seinem Alias „SDUUDZ“ wieder handgemachter elektronischer Musik, hier unterstützt von Wight-Drummer Thomas Kurek alias Q-REC. Euch erwartet eine Symbiose aus Electronic Dance Music und jazznaher Improvisation. Es gibt keine vorgefertigten Song-Strukturen, alles entsteht spontan. SDUUDZ bedient Synthesizer-Legenden aus den 1970ern, Sequencer, Samples und Piano-Sounds, Q-REC elektronische und akustische Drums sowie zahlreiche Percussions, die er mit Loops verbindet.

 

Sonntag, 5. Juli:

16 bis 18 Uhr: „Downtown“-Stage | Handmade Music & More

Foto: Josko Joketovic

Das „Downtown“, diese unscheinbare Billard-und-viel-mehr-Bar in der Kinopassage zwischen Rex und Helia, bereichert das Darmstädter Kulturleben auch musikalisch: Hier, wo ganz früher „der Uli“ Platten verkaufte („Uli’s Musicland“), finden sich seit rund zwei Jahren jeden Montag ab 19 Uhr Musiker:innen und Musikliebhabende ein, um gemeinsam zu improvisieren. Kevin Nguyen, Inhaber und selbst Musiker, startete die Jamsession mit Kolleg:innen. Seit Kurzem gibt’s alle zwei Monate an einem Freitag außerdem noch eine „Open Stage“, bei der neben Musik auch Jonglage und Comedy präsentiert werden. Eine gute Mische aus alledem erwartet Euch an diesem Heinerfestsonntag-Spätnachmittag auf der kunterbunten „Downtown“-Stage.

 

18.30 Uhr bis 20 Uhr: Vinyl Age | Rock Cover & Oldies

Foto: Nouki

Strictly Vinyl! Vinyl Age spielen Hits aus den Zeiten, als Schallplatten noch nicht retrocool waren, sondern konkurrenzlos knorke und super. The Who, Stones, Kinks, Pink Floyd, Beatles, Santana, Doobie Brothers, Creedence Clearwater Revival, Eric Clapton, Neil Young, Jimi Hendrix, Deep Purple, The Free, ZZ Top: Was diese sechs Darmstädter – von Beruf: Ärzte, TU-Dezernent, Ingenieur, Übersetzer – in klassischer Rockband-Besetzung covern, weckt wohlig nostalgische Gefühle.

 

20 Uhr bis 21 Uhr + 22.30 bis 24 Uhr: ROUGH55 | Strom, Indie, Funk

Foto: ROUGH55

Dieser Heinerfest-Sonntag ist Wildwasserbahn, Hau-den-Lukas und Nessy in einem! Der geheimnisumwobene DJ ROUGH55 – nur Insider wissen, von wem hier die Rede ist – schlägt die nächste breakdancer-eske musikalische Volte und kündigt als Genremix für ein garantiert heißes Pflaster an: „Strom, Indie, Funk“.

 

21 bis 22.30 Uhr: Von Liebknecht | Krautpunk

Foto: Christian Schuller

Nach zwei EPs hat die Darmstädter/Frankfurter Formation Von Liebknecht ihr erstes Album mit einigen vertrauten, neu abgemischten Tracks vorgelegt. Das Nachfolgeprojekt der Messer Brüder um Thomas Buchenauer und Julia Rothfuchs mixt Punk, Wave, Psychedelic und Krautrock bei kryptisch-zeitkritischen Lyrics um die Auslöschung des Individuums im digitalen Zeitalter. Energische Vocals, donnernde Gitarren und treibende Beats liefern ein „Best of Vergangenheit auf dem Weg in die Zukunft“, so Bassist Linus König.

 

Montag, 6. Juli:

18 bis 20.30 Uhr, DJ: Buergermeister („Come to the Casbah“) | Outernational Dance Madness

Foto: Thomas Kurek

Hüseyin Köroglu alias Buergermeister ist aus der Darmstädter Musikszene nicht wegzudenken. Der vieltalentierte Musik-Aficionado (Soundkitchen Orchestra, Orange-Box-Studios, Phunkmob, Besidos) rückt mit seiner „Come to the Casbah“-Reihe festgefahrenen (europäischen) Hörgewohnheiten zu Leibe. Entlang der Losungen „Vinyl only!“ und „No fillers – just killers“ bringt das Partyformat Hits, Songs und Klänge der gesamten Musikwelt auf die Tanzfläche. Klingt wie: „Telephone Call From Istanbul“ …

 

20.30 bis 22 Uhr (bis zum Feuerwerk), live: Blood Money | Hommage an Tom Waits

Foto: Nouki

Auf vielfachen Wunsch sind sie zurück „uff de Piazza“: Diese sechs gestandenen, sauguten Darmstädter Musiker spielen in einer „Tribute to“-Band, obwohl sie „so was“ eigentlich nie machen wollten. Warum? Weil die gemeinsame Liebe zu Tom Waits‘ Œuvre stärker war. Und weil Sänger Bill die Songs – von „Downtown Train“ über „Clap Hands“ bis „Waltzing Mathilda“ (!) – in einer so betörenden Intensität singt, dass man zwischen Gänsehaut, Rührung und Euphorie hin- und hergeworfen wird. Da findet jede verlorene Seele zurück nach Hause. Oder sieht zumindest Licht am Ende des Tunnels.

22 bis etwa 24 Uhr (also auch nach dem Feuerwerk), DJ: Buergermeister („Come to the Casbah“) | Ausklang mit Tanz

Und noch eine Runde „Outernational Dance Madness“ zum Abschluss: Internationaler und vielfältiger kann das Heinerfest 2026 nicht ausklingen. Wir sehen uns nächstes Jahr!

heinerfest.de