Foto: Jan Ehlers
Foto: Jan Ehlers

Werte Leserschaft, heute beleuchten wir eine der markantesten Stellen des menschlichen Antlitzes, und zwar die Nase. In ihrer Form und Größe so unterschiedlich wie ihr jeweiliger Träger, hat auch der Darmstädter die (manchmal un-) passendsten Umschreibungen für das Riechorgan.

Wie schon oben erwähnt, bezieht sich die Namensgebung meist auf das äußere Erscheinungsbild der Nase. So ist es auch zu verstehen, wenn der Heiner eine gekrümmte Nase „Zing-ge“ nennt (Zing-ge = Zinken – als Teil einer Gabel. Größere Nasen müssen sich daher den Vergleich mit einer Mistgabel gefallen lassen).

Eine andere Umschreibung des zentralen Teils des Gesichts ist „Gummer“ (= Gurke). Ob jetzt aber die Farbe der Nase mit der des Gemüses gleichgesetzt wird, ist unklar. Auf jeden Fall wird auf die pickelige Oberfläche beider Subjekte hingewiesen. Auch die jeweils leicht gekrümmte Form sollte nicht unbeachtet bleiben.

Es finden aber auch Wörter mit mehreren Bedeutungen Einzug in die Nasenbeschreibung, zum Beispiel „Kloowe“ (= Kloben). Ein Kloben ist ein Klotz oder ein Stück Holz, kann aber auch – als „klobig“ verwendet – „klotzig, grob, ungeschlacht“ bedeuten. Ein ungehobelter Kerl ist also im wahrsten Sinne des Wortes „enn Kloowe“. Auf die Nase bezogen ist nun von einer groben Form derselben die Rede.

Spricht der Heiner von einem „Rissel“ (= Rüssel), so ist die Umschreibung mit dem Tast- und Riechorgan bestimmter Tiere naheliegend: Elefanten, Tapire oder Ameisenbären zum Beispiel verfügen über gar prächtige Exemplare dieses Körperteils.

Der Begriff „Osramkadoffel“ wiederum ist aber nicht-hessischen Ursprungs, sondern kommt aus dem sogenannten Ruhrpott. Hier bedeutet „Osramkartoffel“ schlicht und ergreifend „Säufernase“. Der erste Teil des Wortes bezieht sich auf einen Hersteller von Glühbirnen. Damit soll die starke Verfärbung und ein gewisses „Leuchten“ der Nase angedeutet werden, die ein äußeres Anzeichen des Alkoholismus sein kann. Der zweite Teil des Wortes ist ein Vergleich. Form und knollige Oberfläche des Gemüses werden mit der grobporigen Nase gleichgesetzt. Ach ja, bevor ich es vergesse zu erwähnen: Die zu vergleichende Glühbirne sollte natürlich eine rotfarbige sein.

Ein letzter Satz: Wenn der Heiner sagt „Wie die Nase des Mannes, so auch sein Johannes“, wobei Johannes den Penis meint, mag man sich nicht vorstellen, wie es in manchen Männerhosen aussehen mag…

Artikel drucken Artikel versenden