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Grafik: Klangwerker

Seit jeher lag der Termin für die stadtweite „Nacht der Clubs“ (NdC) in der Zeit zwischen Weihnachten und Silvester – jetzt das erste Mal nach 16 Jahren Ende Januar. Kurzfristig änderte sich jetzt auch noch die Liste der teilnehmenden Clubs, da Künstlerkeller und Schlosskeller weiterhin als Baustelle gesperrt sind (mehr dazu in der am 29. Januar erscheinenden Ausgabe des P-Magazin). Ein klärendes Interview mit Christian Jung (Klangwerker), dem Hauptorganisator des Festivals.

Das P: Das erste Mal ein Termin, der nicht in der Zeit zwischen Weihnachten und Silvester liegt. Was sind die Gründe und was versprichst Du Dir davon?

Christian Jung: Ich verspreche mir davon vor allem für alle ein entspannteres Feiern. Die NdC ist ja vor 16 Jahren unter anderem aus dem Umstand heraus geboren worden, dass es zwischen den Jahren keine Partys in Darmstadt gab und die ganzen weggezogenen Darmstädter für einen Besuch nachhause kamen und nicht wussten, wo sie abends hingehen sollen. Das hat sich in den letzten Jahren zum Glück sehr gut entwickelt, aber leider auch dahingehend, dass zwischen Weihnachten und Silvester ein regelrechter „Ausgeh-Stress“ herrscht. Die Veranstaltungen stehen sich nur so gegenseitig auf den Füßen und die Leute feiern neuerdings vier bis fünf Tage am Stück. Dazu ist auch noch ein richtiger Konkurrenzkampf zwischen den Veranstaltern innerhalb dieser Zeit entbrannt. Das entspricht einfach überhaupt nicht dem Geist der „Nacht der Clubs“. Also lieber entspannt im Januar feiern, dann haben alle auch wieder richtig Bock drauf. Die NdC war nie kommerziell gedacht und soll es auch nicht werden, deshalb halte ich als Veranstalter mich lieber raus aus diesem Wettrennen um die angesagteste Party zu Weihnachten. Weiterer Grund: Der Termin des 28.12., der irgendwann Gesetz wurde, nahm der ganzen Sache sehr die Flexibilität. Und gerade wenn so viele Clubs, Bands, DJs, Präsentatoren und Gäste beteiligt sind, braucht man diese Flexibilität einfach.

Die Nacht der Clubs dauert für die meisten Besucher nur eine lange Nacht (mit Hang-over vielleicht zwei Tage). Wie viel Zeitaufwand für Planung, Durchführung und Nachbereitung bedeutet es dagegen für Dich?

Nach der NdC kommen drei Monate des Durchatmens und Luftholens, dann startet schon wieder die Planung der nächsten NdC. Es ist wahnsinnig viel Arbeit, das ahnen viele nicht, die einfach nur feiern, aber das ist auch nicht schlimm. Die Veranstaltung wird auch von Jahr zu Jahr arbeitsintensiver, denn die behördlichen Reglements werden von Jahr zu Jahr strenger und außerdem wird ja auch der Anspruch an sich selbst höher, es immer besser zu machen.

Welche Kriterien gab es diesmal für die Auswahl der teilnehmenden Clubs?

Grundsätzlich ist ja jedes Jahr für die Auswahl wichtig, dass die teilnehmenden Clubs die Vielfalt und Qualität des Darmstädter Nachtlebens und der Kulturlandschaft Darmstadts widerspiegeln (und natürlich auch, ob sie gerne mitmachen, sprich: mit anderen Veranstaltern gerne mal was zusammen auf die Beine stellen und netzwerken statt sich als Konkurrenten zu betrachten). Ich bin aber ganz ehrlich – die Auswahl war dieses Jahr so schwierig wie noch nie und es war lange unklar, ob die NdC dieses Jahr überhaupt stattfinden kann! Denn es steht nicht gerade gut um die Clublandschaft in Darmstadt, das ist ja offensichtlich. Viele Locations wie das Level 6, das 603qm, das Extasis, und das Blumen mussten schließen und fehlen einfach im Nachtleben der Stadt. Und diese Problematik zeigt sich ja jetzt auch aktuell darin, dass zumindest zwei Locations – der „Schlosskeller“ und der „Künstlerkeller“ – fest eingeplant waren und nun aufgrund von behördlichen Auflagen nicht rechtzeitig wieder öffnen, obwohl ihnen das teilweise zugesagt wurde. Auch das Hoffart-Theater war für dieses Jahr mit eingeplant, musste sich aber wieder zurückziehen, weil die Anwohnerbeschwerden sich häuften. Von einer „Clublandschaft“ im wörtlichen Sinne kann man also derzeit leider überhaupt nicht mehr reden in Darmstadt, dafür sind es einfach zu wenige verbliebene Clubs, und für die ist der Überlebenskampf auch noch verdammt hart, das höre ich von allen Seiten. Die zu leistenden Abgaben werde immer höher, die Zuschüsse aus dem Kultur-Etat wiederum sinken kontinuierlich. Und immer mehr Gäste müssen von immer weniger Geld leben, das macht sich auch im Ausgeh-Verhalten bemerkbar.

Der Schlosskeller musste kurzfristig absagen, weil sich dessen Umbauten von Seiten der TU Darmstadt weiter verzögern. Wie sieht Dein Ersatzplan aus?

Ich denke, wir haben das ganz gut gelöst, so dass man trotzdem uneingeschränkt feiern kann: Die Ausweich-Location für den Künstlerkeller ist das La Lucha (Schleiermacherstraße 10-12), die Band Le Very aus Berlin spielt nach den Busters in der Centralstation, in der es dann auch zwei Dancefloors geben wird (Reggae/Ragga in der Lounge, Elektro in der Halle). Bei so vielen beteiligten Clubs, Bands und DJs gibt es eigentlich jedes Jahr irgendwelche kleinen Überraschungen. Aber da bin ich echt stolz auf das „Nacht der Clubs“-Publikum, das bisher immer sehr gelassen mit solchen kurzfristigen Änderungen umgegangen ist und sich einfach nicht den Spaß hat nehmen lassen. Es gab nie Beschwerden und übrigens auch noch nie Randale oder nennenswerte Prügeleien. Ein besseres Publikum kann man sich nicht wünschen, und das zeigt mir, dass der Geist der Veranstaltung verstanden und gelebt wird.

Wo bist Du während der NdC? Und kannst Du das Event selber genießen oder stehst Du unter Dauerstrom?

Ich renne mit wehenden Haaren zwischen allen Locations hin und her und habe es noch nie geschafft, in jeden Club hineinzuschauen, obwohl ich mir das jedes Jahr vornehme. Es ist immer wieder krass: Da plant man monatelang vor, aber der Abend selbst verfliegt für mich wie in wenigen Sekunden. Wenn ich aber sehe, wie die Leute Spaß haben, reicht mir das, ich muss nicht mitfeiern.

Was sind die Besonderheiten des Line-up 2016?

Die NdC verändert sich ja immer wieder. Dieses Jahr liegt der Schwerpunkt wieder mehr auf Live-Musik, weil das vielfach gewünscht wurde, und es gibt noch mehr musikalische Vielfalt. Im Jahr davor war es eindeutig zu clublastig, dieses Jahr gibt es zwar auch House- und Elektro-Floors, aber auch viele andere Genres wie Ska, Oldschool HipHop und Funk’n’Soul werden bedient. Die Veranstaltung soll so vielfältig sein wie die Auswahl der teilnehmenden Locations und wie das Publikum.

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Foto: Veranstalter

15. Nacht der Clubs | Party all over Darmstadt

Der Termin ist neu, das Motto altbewährt: Einmal alles, bitte! In Darmstadt kein Problem – zumindest an diesem Abend. Zum schmalen Kurs könnt Ihr Euer goldenes Ticket für die neverending Party-Nacht in gleich sieben Darmstädter Clubs lösen, in denen knapp doppelt so viele Bands und DJs rotieren. Die Live-Acts (Headliner: The Busters) spielen wie immer zeitversetzt und selbst in den Shuttle-Bussen ist Halligalli angesagt. Programmdetails und Line-up findet Ihr unter: www.facebook.com/nachtderclubs. (mn)

Centralstation, Galerie Kurzweil, Ponyhof, Theater im Pädagog, La Lucha und Herkules | Fr, 29.01. | 22 Uhr | Vorverkauf 8 Euro (plus Gebühren) – Abendkasse 11,00 Euro (inklusive Shuttle-Bus)

 

Das Programm:

Centralstation: Ska/Reggae/Dancehall-Floor mit The Busters (WI) (live ab 21:00 h), Support-DJ (ab 23.00 Uhr in der Lounge): General Motors

Theater im Pädagog: Soul-Floor mit Dirty Flamingo (live ab 22.30 Uhr), DJ Florian H. (Northernsoulpolizei Darmstadt)

La Lucha (statt Künstlerkeller): Balkan Beats-Floor mit Branko Slava Superband (live ab 22.30 Uhr)

Schlosskeller (verlegt in die Centralstation): Elektro-Floor mit Le Very (live ab 23.30 Uhr), Support: DJ Marian

Ponyhof: TechHouse-Floor mit Franksen (You FM Clubnight) + Daddi Bahmani (live ab 00.00 Uhr), Support-DJ:Luho

Galerie Kurzweil: House-Floor mit Erdbeerschnitzel (Delsin/Miraumusik) (live ab 00.30 Uhr), Support: Galerie Kurzweil-Residents

Herkules: 90’s HipHop/R&B-Floor mit Uppercut Soundsystem (ab 00.00 Uhr)

Weitere Informationen zur Veranstaltung und zum musikalischen Programm unter www.klangwerker.net.

Tickets sind am Vorverkaufsschalter der Centralstation, im Fritz-Ticketshop und im Ticketshop Luisencenter sowie online direkt beim Veranstalter erhältlich. Einlass nur ab 18 Jahren.

 

Win! Win! Das P verlost 2 x 2 Tickets für die Nacht der Clubs:

Frage: In welchem Club spielt nach der kurzfristigen Änderung jetzt die Band Le Very?

 

Einfach eine E-Mail an verlosung[at]p-verlag.de mit der richtigen Antwort schreiben!

Betreff: Nacht der Clubs; und in der Mail oder der Signatur Euren Vor- und Zunamen nicht vergessen!

Die Verlosung endet am 28.01., die Gewinner werden spätestens am Morgen des 29.01. per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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