Welche neuen Läden buhlen in Darmstadt um Kunden? Welche neuen Restaurants und gastronomischen Konzepte bereichern die Stadt? Und wer musste schließen? Das erfahrt Ihr in der P-Rubrik „Kommen und Gehen“.

 

Foto: Jan Ehlers

Gasoline Brothers

Kustom Kulture ist nix für Spießer. Der Oberbegriff für Kunst, Fahrzeuge, Frisuren und Kleidungsstil der Customizing-Szene, die Autos und Motorräder im hot-rodding-Stil künstlerisch aufmotzt (Drag Racers, Lowriders), hat seinen Urspung in einer Arbeiterklasse-Jugendbewegung der 1950er, den Greasers. Auch andere Subkulturen wie die Mods und Rocker der 1970er, die Metal- und Rockabilly-Szene der 1980er sowie die Psychobillys der 1990er beeinflussten die moderne Kustom Kulture. Gepaart mit Anlehnungen an Cartoons und Monsterfilme aus den 1950er- bis 1970er-Jahren entstand eine vor Kreativität sprudelnde Form der Subkultur. Diesen Spirit fangen Enzo Scaramella und Stefan Warken mit ihrem neuen Laden Gasoline Brothers ein. Hier gibt es Mode und Accessoires abseits des Mainstream, „für coole Biker und urbane Nonkomformisten“, definiert Enzo, der übrigens auch das Café Salve in der Darmstädter Innenstadt betreibt. Die Gasoline Brothers verkaufen abriebfeste Kevlar-Jeans, robuste wie klassisch schöne Arbeiter-Boots, bequeme Elastan-Jeans für die bikende Dame, Klamotten aus raw-Denim oder eng gewebtem Japan Denim, schmutz- und wasserabweisende Holzfäller-Hemden, senffarbene Lederhandschuhe, Helme im Retro-Design, rock’n’rollige Hüte, Portemonnaies, Biker-Brillen und andere Accessoires. Die Labels stammen aus den USA, der Schweiz, Frankreich, vom Chiemsee und aus Frankfurt. Alle so stylo und authentisch wie das wunderbar ironische Deckengemälde des Künstlers Von Maze über der Ladentheke. Das ist natürlich auch in Kustom Lowbrow Art gehalten. (ct)

Pallaswiesenstraße 145, Weststadt | www.gasbros.com und www.facebook.com/GasolineBrothers

 

Foto: Jan Ehlers

Café Lotte

Das Café Lotte unweit des Woogs hat eine neue Betreiberin: Hannelore Glock, die zusammen mit ihrem Mann ein „kleines charmantes Viertelcafé als Anlaufpunkt für die direkten Anwohner“ betreiben will. Dafür gibt es (bis auf Dienstag als Ruhetag) jeden Morgen ein Frühstücksangebot (sonntags ein extra reichhaltiges Frühstücksbuffet), mittags und abends Kuchen, Kaffee, diverse Suppen („selbstgemacht nach Großmutters Rezepten“) und gerne auch mal spontan italienische Nudeln mit Pesto und Käse. Spontan, weil neben der Speisekarte auch ein Spezialitäten-Verkauf für Gourmets angeboten wird: mit Nudeln, Trüffeln, Likören, Branntweinessigen, Ölen und Gewürzmischungen von einer Fachhändler-Manufaktur an der Mosel. Das Café Lotte bietet Platz für 35 bis 40 Gäste und kann auch für private Feiern angemietet werden. Geöffnet ist von 10 bis 19 Uhr (mittwochs bis 22 Uhr). „Es geht mir hier keiner raus, bevor er oder sie satt ist“, bringt Frau Glock ihr Credo auf den Punkt. (obi)

Soderstraße 116, Woogsviertel | www.facebook.com/cafelotte.darmstadt

 

Foto: Lilly Pacher

Goldmarmor (Lingerie)

Warum entstammen Bezeichnungen für geschmackvolle, reizende Unterwäsche eigentlich immer dem Französischen? Lingerie. Oder, vielen weit geläufiger, aber auch abgenutzter: Dessous. Weil sie „in ihrer Gestaltung oft an Vorbilder aus dem französisch geprägten späten 19. Jahrhundert angelegt sind, in dem zunehmend ansprechende Wäsche produziert wurde“, verrät Wikipedia. In Darmstadt gibt es nun einen Laden, der Lingerie-affinen Damen eine echte Alternative bietet. Anfang Februar eröffnet direkt neben dem Goldmarmor-Laden in der Wilhelminenstraße der ebenfalls von Karima Hartit und Jörg Klingelmeyer geführte kleine Lingerie-Ableger. Mit ebenso individuellen wie puristischen Labels (unter anderem: Stella McCartney) und einer exklusiven Auswahl an Bustiers, Spitzen-, Softcup- und Bügel-BHs, Balconettes, Bodys, (Tanga-) Slips und Nachthemden. In weiß und altrosé. Zart, mit viel Seide und Spitze, zeitgenössisch im Design. Für die Gold eck Bar, die für sechs Monate auf diesen 20 qm eingezogen war, wird aktuell übrigens eine neue Bleibe gesucht. (ct)

Wilhelminenstraße 4, Innenstadt | www.goldmarmor-shop.de

 

Foto: Lilly Pacher

Resales

Second Hand im großen Stil: Seit Oktober 2016 gibt es in der Innenstadt eine Filiale von „ReSales“, mitten in der Fußgängerzone. Hier könnt Ihr auf drei Etagen gebrauchte Teile durchstöbern, insgesamt rund 750 Quadratmeter voll mit Klamotten – von der orangenen Skihose bis zur schicken Glitzer-Bluse ist alles dabei. Und der Vintage-Bereich im zweiten Stock vermittelt sogar einen gewissen Großstadt-Flair, das könnte genau so auch in Berlin oder Hamburg stattfinden. Anders als die lauschigen, kleinen Second-Hand-Lädchen in den Vierteln kauft ReSales nichts an, sondern verkauft nur. Sämtliche Ware kommt über ein Containernetz, ReSales gehört nämlich zur Texaid-Gruppe. Und das wiederum ist ein Unternehmen, dessen Hauptaktionäre sechs Schweizer Hilfsorganisationen sind. Gemeinsam erwirtschaftet man über den Verkauf gebrauchter Textilien „finanzielle Mittel für karikative Zwecke“. Ressourcenschonend einkaufen – für Damen, für Herren, für Kids. Alle Größen, alle Styles. Geöffnet ist von Montag bis Samstag von 10 bis 19 Uhr. (pb)

Ludwigstraße 7, Innenstadt | www.resales-shop.de und www.texaid.de

 

Foto: Lilly Pacher

Tuana – Café & Patisserie

Im ehemaligen Pelzwarengeschäft unweit der Grafenstraße hat in der ersten Januarwoche das Tuana eröffnet. Als Café und Patisserie beworben, sind die Vitrinen gefüllt mit allerlei türkischen Teig-Spezialitäten sowie Backwaren von süß bis herzhaft (Kuchen, belegte Brötchen, Brezeln). Wem das schnelle Börek auf die Hand nicht reicht, der darf sich über das reichhaltige Frühstücksbuffet freuen. Hier kann man täglich von 7 bis 12 Uhr (am Wochenende von 8 bis 13 Uhr) Kräfte für den Tag sammeln. Allen, denen eher am Mittag der Magen knurrt, werden wechselnde Tagesgerichte serviert. Zum Beispiel Manti, gefüllte Teigtaschen, oder Karniyarik mit Pirinc Pilavi, mit Hackfleisch und Reis gefüllte Auberginen. Herzstück und Hingucker ist die große Fensterfront zur Fußgängerzone mit Blick in die Backstube. Vor Euren Augen werden hier Gözleme frisch zubereitet. Für die traditionsreiche Spezialität der türkischen Küche wird Yuvka-Teig superdünn ausgerollt, hälftig belegt – zum Beispiel ganz klassisch mit Spinat –, zusammengeklappt und ohne Fett heiß gebacken. Köstlich! Wählen könnt Ihr aus insgesamt 27 Variationen. (mn)

Elisabethenstraße 28, Innenstadt | „Tuana Café & Patisserie“ bei Facebook

 

Weitere Neuigkeiten aus Darmstadts Einzelhandel und Gastronomie:

+++ Umzug: Jack Wolfskin ist von der Wilhelminen- in die Ludwigstraße gezogen. +++ Der Hochwert-Second-Hand-Klamottenmarkt Kleid At Night verwandelt die Centralstation am Donnerstag, 09.02., von 19 bis 22 Uhr, wieder in einen Pop-up-Shoppingtempel mit geschmackvoller Kaufrausch-Musik-Untermalung von Chara & Alexandre. Eintrit: 2 € +++ Die Goldene Krone, Multimedia-Kulturhaus since 1975, wird jetzt auch noch Café: Ab Februar gibt es in der Kneipe täglich ab 13 Uhr (bis zur Schoppestund’ um 19 Uhr) Krone-Kaffee plus Kuchen und Hörnchen. „Für alle, die beim Kaffeetrinken auch mal rauchen wollen, oder für alle, die einfach ein bisschen Entspannung beim Lernen oder zwischen den Univeranstaltungen suchen.“ Dazu Tischkickern, ab und zu ein Mittagskonzertchen, Spielenachmittag „und ganz oft einfach mal gar nichts, außer gemütlich im Krönchen abzuhängen.“ +++ Nach monatelanger Renovierung hat am Stadtkirchplatz wieder ein italienisches Restaurant eröffnet: Nachfolger von La Piazzetta ist La Fratelli. Pizza, Pasta und Schnitzel mit Blick durch riesige Glasfenster auf Darmstadts schönsten Innenstadtplatz. +++ Darmstadt mausert sich zur Burger-Hochburg. Anfang Januar hat in der Elisabethenstraße 41 Lieblingsburger eröffnet. Im Angebot: Hamburger, Cheeseburger, Bagleburger, mediterrane Burger, Bio-Burger, Veggie-Burger, vegane Burger, Süßkartoffeln, Pommes, Chilli Cheese Pommes. Mehr im März-P. +++ Im neuen Imbiss Lilien Tisch in der Lauteschlägerstraße (neben dem „Hobbit“) gibt es Burger, Pizza, Sandwiches und Salate, das Angebot soll bald in Richtung Pasta erweitert werden. +++ Das Obsthaus Rebell („Marktschreier“) hat Mitte Dezember einen Pop-Up-Store im Carree (im Durchgang Richtung Luisenplatz) eröffnet. +++ Das vegane Bistro Veelgood in der Müllerstraße (hinterm Ludwig-Georgs-Gymnasium) wollte eigentlich nach Renovierung und mit neuer Verstärkung im Team wiedereröffnen. Am 07.02. hieß es via Facebook: „Mien gibt das Veelgood auf. Viele unschöne Dinge sind passiert, die ihn demotiviert haben und er traurig den Rückzug nehmen muss.“ +++ Fast schon traditionell an dieser Stelle: ein Update aus dem Wilhelminenquartier: „coa Asian Food & Drinks“ und Streetfood-Filialist Butchers Original (Pastrami, Burger, Pulledpork, Phillycheesesteak, Salat, Sweets) stehen in den Startlöchern, feilen aber noch an Kleinigkeiten bei der Ausstattung. (ct) +++

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