Gestaltung: Silke Widdericht
Gestaltung: Silke Widderich

Alle machen Yoga, alle kennen Yoga – und selbst die, die kein Yoga machen, haben eine Meinung dazu. Fakt ist, dass sich auch in Darmstadt längst eine aktive Yoga-Szene etabliert hat und jeder bei sich ums Eck einen Kurs buchen kann. Da Yoga aber nicht gleich Yoga ist und das eigene Empfinden eine große Rolle spielt, macht es Sinn, sich ein wenig über diese jahrtausendalte „Sportart“ zu informieren. Und dann auf die Suche nach dem passenden Angebot zu gehen. Um letztlich vielleicht zu der Meinung zu gelangen, dass mit Yoga vieles im Leben schöner ist als ohne.

Fehler entdeckt? Genau: Yoga ist nämlich gar keine Sportart, sondern eine uralte indische Philosophie, „deren Ziel es ist, durch Meditation, Askese und bestimmte körperliche Übungen den Menschen vom Gebundensein an die Last der Körperlichkeit zu befreien“ (laut Duden). Stress, Rückenschmerzen, Alltagsbelastungen, Denkstau im Hirn? Dann versucht es mal mit Yoga! Hier werden Körperteile und Muskelpartien aktiviert, von denen man nicht wusste, dass man sie besitzt. Dabei wird einem auf sanfte Weise gezeigt, wie man seine Grenzen überwinden und wirkliche Freiheit erleben kann – im Geiste wie im Sein: In der Yoga-Theorie heißt es, dass unsere Geistesverfassung wesentlich ist für unser Befinden und unsere Gesundheit. Erlernbare Methoden helfen, den eigenen Geist günstig zu beeinflussen. Weder Alter noch fehlende Gelenkigkeit sind Hinderungsgründe, sich für Yoga zu entscheiden.

Die Bandbreite an Yoga-Stilen wächst dabei täglich: Schwangerschafts-Yoga, Hormon-Yoga, Business-Yoga oder neuerdings auch Nackt-Yoga (eine Richtung, die es unseren Recherchen nach noch nicht nach Darmstadt geschafft hat). Alle diese Stile lassen sich jedoch im Wesentlichen auf die im Westen besonders verbreitete Form des körperbetonten Hatha Yoga zurückführen.

„Das“ Yoga gibt es trotzdem nicht, vielmehr etliche unterschiedliche Arten. Wenn man für sich selbst das passende Yoga, den passenden Lehrer und Stil gefunden hat, dann spürt man es, so viel ist sicher. „Die richtige Yoga-Art für sich zu finden ist so, wie das richtige Auto zu finden, das zu einem passt“, hat ein Darmstädter Yoga-Lehrer mal gesagt.

Asanas von li. nach re.: Herabschauender Hund, vollkommene Haltung, die Taube Gestaltung: Silke Widderich

Im günstigsten Falle dauert eine Yoga-Einheit anderthalb Stunden, beginnt und endet mit einer Meditation und Entspannungsphase. Dazwischen werden einzelne Körperübungen („Asanas“) vollzogen, meist steht dabei jede Bewegung im Einklang mit dem Ein- und Ausatmen. Die Übungen werden angeleitet. Es gibt fließende Übungen, also sich wiederholende Bewegungsabläufe. Oder aber man bringt sich in eine bestimmte Stellung, in der verweilt wird – so lange man kann oder mag. Yoga arbeitet mit vielen Bildern, viele Übungen haben anschauliche Namen wie „Krieger“, „Hund“, „Dreieck“, „Stellung des Kindes“, „Kobra“ oder „Held“. Sie helfen, die Asana zu verstehen.

Das, was von einer guten Yogastunde letzten Endes beim Schüler ankommt, hat seinen Ursprung in einer der zahlreichen Stile der Yoga-Lehre, die aus Indien hinausgetragen wurden und sich heute an folgenden Hauptausrichtungen festmachen lassen:

Gestaltung: Silke Widderich
Asana: Die Kobra Gestaltung: Silke Widderich

Sivananda Yoga: Swami Vishnudevananda erhielt Ende der 1950er Jahre von seinem Lehrer Swami Sivananda Saraswati den Auftrag, Yoga in die westliche Welt zu bringen. Er gründete das bis heute existierende „Sivananda Yoga Vedanta Center“ in Montreal. Hier werden die fünf Pfeiler der Sivananda-Methode gelehrt: Asana (Praxis, verbunden mit Atemübungen), Tiefenentspannung, Vegetarismus und Meditation, verknüpft mit positivem Denken.

Yoga in der Tradition von Krishnamacharya:

T.K.V. Desikachar, Sohn und engster Schüler Krishnamacharyas, leitet den „Krishnamacharya Yoga Mandiram“ in Chennai, eine staatlich anerkannte Institution, in der auch heute indische und westliche Schüler ausgebildet werden. Das dort gelehrte Yoga greift einen – meist im Einzeltraining praktizierten – therapeutischen Ansatz auf, in dem es sich am Übenden orientiert und die Asana- und Atemübungen speziell an den Voraussetzungen und Bedürfnissen der jeweiligen Person ausrichtet.

Iyengar Yoga: B.K.S. Iyengar, ebenfalls ein Schüler Krishnamacharyas und Desikachars Onkel, ist der Begründer des „Iyengar Memorials Yoga Institute” in Pune. Iyengar Yoga ist einer der bekanntesten Yoga-Stile und weltweit verbreitet. Es nimmt Elemente des therapeutischen Ansatzes auf, setzt jedoch weniger auf individuelle Anpassung der Übungssequenzen als vielmehr auf absolute Präzision bei der Ausübung der Asana. Iyengar benutzt zahlreiche Mittel zur Unterstützung wie Blöcke, Gurte, Decken, Kissen oder Stühle, um die Schüler an eine Position heranzuführen und sie genauestens auszurichten. Ein kraftvoller, betont körperorientierter Yogastil also.

Vinyasa Yoga: Bewegung, Stellung, Verbinden. Die einzelnen Bewegungen werden mit Atemzügen und einem fließenden Übergang von einer Asana in die nächste in Synchronisation mit dem Atem fließend aneinandergereiht. Allerdings folgt man hierbei keiner festgelegten Serie von Körperhaltungen. Die Übungsfolgen sind dynamischer, schneller und körperlich fordernder als im klassischen Hatha-Yoga. Ziel ist eine Art Meditation in Bewegung.

Gestaltung: Silke Widderich
Asana: Der Baum Gestaltung: Silke Widderich

Pattabhi Jois’ Ashtanga Yoga: Pattabhi Jois, 1915 geboren und ebenfalls Krishnamacharya-Schüler, unterrichtet in dem von ihm ins Leben gerufenen „Ashtanga Yoga Research Institute“ in Karnataka (vormals Mysore, Indien) und übernahm vor allem Elemente des Vinyasa Yoga und verfeinerte sie. Die Besonderheit des Ashtanga Yoga liegt in der präzisen Abfolge der von Pattabhi Jois entwickelten Körperübungen, die seither unverändert blieben. In einem solchen Übungsablauf, auch Serie
genannt, bereitet jede Körper-haltung die nachfolgende vor. Die körperlich sehr anspruchsvollen Asanas werden kraftvoll,
dynamisch und fließend geübt und mit Atem-übungen kombiniert.

Kundalini Yoga: Yogi Bhajan (1920–2001, Pakistan) entwickelte diesen Yoga-Stil in der religiösen Tradition des Sikhismus – einer seit Ende des 15. Jahrhundert in Indien praktizierten Religion. Die von ihm gegründete „Health, Happy, Holy Organisation“
(3HO) in New Mexico ist mittlerweile auf der ganzen Welt vertreten. Kundalini Yoga gilt als Yoga der Energie und zielt mit seinen Körper- und Atemübungen darauf ab, die sogenannte Kundalini-Energie, die durch eine Schlange symbolisiert wird, zu erwecken.

Bikram Yoga: Bikram Choudhury bezeichnet sich selbst gern als Yogi für die Stars, da er als Lehrer einiger Hollywoodschauspieler bekannt wurde. Sein Markenzeichen ist der auf 30 bis 35 Grad aufgeheizte Raum, in dem eine körperlich anspruchsvolle Abfolge von 24 Asanas, verbunden mit Atemübungen, praktiziert wird.

Power Yoga: Bryan Kest, 1966 in den USA geboren und ein Pattabhi Jois-Schüler, machte „Power Yoga“ berühmt. Weniger spirituell orientiert zielt dieser Yoga-Stil mit einer sehr anspruchsvollen Asana-Praxis im Vinyasa-Stil darauf ab, sich selbst und seinen Körper zu akzeptieren.

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Abfolge verschiedener Asanas Gestaltung: Silke Widderich

 

Wem das alles zu theoretisch ist, der steige in die Praxis ein! In Darmstadt ist das unter anderem hier möglich:

www.darmstadt-yoga.de Yogaschule Petra Holler-Lambert und Eugen Lambertz, Kahlertstraße 40, 64293 Darmstadt, (06151) 294195, info@darmstadt-yoga.de, Kursort Darmstadt: SKA, Bad Nauheimer Straße 2, unterrichtet nach Tradition von Swami Sivananda & Swami Satyananda

www.devayoga.de: Martina Chaaya Basten, Hagenstraße 19 in Eberstadt, (06151) 9069953, martina@devayoga.de, großes Kursangebot, bietet auch Ayurveda-Kochkurse an

www.flowmotion-yoga.de: Marissa Julia Hiltermann, Mathildenplatz 5, (0172) 5124394, info@flowmotion-yoga.de, bieten unter anderem Business-Yoga an

www.fruehauf-yoga.de: Julia Frühauf, Telemannweg 30 im Komponistenviertel, (06151) 9 81 64 10 und  (0174) 8 80 48 16, info@fruehauf-yoga.de, Kundalini Yoga (3HO)

www.kriyayogadarmstadt.de: Tobias Blum, Integrative Kindertagesstätte St. Elisabeth, Saal (zwischen Caritas und Kindertagesstätte), Schwarzer Weg 14 b im Komponistenviertel, (0179) 7745336, info@yoganand.de, Babaji’s Kriya Yoga

www.sacha.de: Mario Freund, Martinstraße 24g in Bessungen, (06151) 429017, yoga11@sacha.de, Hatha-Yoga, Kurse in kleinen Gruppen

www.satyayoga.de: Institut für Yoga Darmstadt,  NanaMerz & Manuela Ritzert, Marktplatz 5, (06151) 151031, da@satyayoga.de und Elisabethenstraße 5, (06151) 9927071, da1@satyayoga.de, großes und breit angelegtes Kursangebot, flexible Teilnahmemöglichkeiten

www.triniyoga.de: Triniyoga, Kasinostraße 5,  info@triniyoga.de, Yoga für Studenten, Pilates, Ashtanga Mysore

www.y-campus.de: Y-Campus, Bessunger Straße 70, (06151) 2732525, info@y-campus.de, Hatha Flow, Kinderyoga, Power Vinyasa Yoga, Hatha Yoga und Jivamukti

www.yoga-darmstadt.de: Yoga Schule Hage, Silvia & Oliver Hage, (06151) 3966172 (AB), Kurse in Weiterstadt und Waschenbach

www.yoga-im-hof.de: Das Yogazentrum Mühltal bei Darmstadt, Ursula Wenger, Ludwigstraße 79, Traisa, (06151) 147809, info@yoga-im-hof.de, Hatha Yoga, Special: Yoga-Unterricht für Strafinsassen der JVA Weiterstadt.

www.yoga-gymnastik.de: Yoga Zentrum Darmstadt, Elisabeth Baender-Michalska, Heinrichstr. 117, im Hinterhaus, (06151) 293983, fit@yoga-gymnastik.de, Schule für ganzheitliche Bewegungstherapie

www.yoga-praxis.de: Dr. Ernst Adams, Hindenburgstraße 18, 64405 Fischbachtal, (06166) 8272, ernstadams@gmx.de, bietet Yogakurse auf Grundlage des Iyengar-Yoga in der Bessunger Knabenschule an

www.amarayoga.de: Anna Hoffmann und Annika Siegenbruk, Tulpenweg 18 in Arheilgen, (06151) 599302, und Schleiermacherstraße 2 in der Stadtmitte, (06151) 599301, darmstadt@yoga-vidya.de, großes Kursangebot, auch Yoga für Kinder, für Schwangere, Hormonyoga

www.youga.de: Anne Kompenhans, Rheinstraße 99/3, hello@youga.de, Hatha Yoga, Schwangerenyoga. Rückbildungsyoga, Kindertanz und Yoga für die Eltern, Kinderyoga und Pilates für die Eltern

 

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