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Foto: Leander Lenz

Die Welt braucht Macher – weibliche wie männliche. Und Macher brauchen die Freiheit zur Selbstverwirklichung. Doch oftmals fehlt eine wichtige Komponente auf dem Weg zur Umsetzung einer Idee: die passende Räumlichkeit. Seit rund vier Jahren bietet das „Zucker“ in der Liebfrauenstraße 66 im Martinsviertel einen offenen Raum für Veranstaltungen. Nach wie vor ist man offen für neue Aktive, die Verantwortung übernehmen und selbstgemachte Kultur in Darmstadt ermöglichen.

Indoorflohmarkt, Bastelworkshop, leises Konzert oder Themenabend mit anschließender Diskussionsrunde: Was zum Konzept passt, wird umgesetzt. Das „Zucker“ gibt nicht nur Anregung zur Initiative, es veranstaltet auch eigene Events wie das „Schlechte-Witze-Festival“ oder „Kopf & Kragen“, eine Art Power-Point-Karaoke, bei der Freiwillige spontan und völlig ahnungslos (mehr oder minder) souverän Vorträge halten. Der Eintritt ist für jede Veranstaltung frei. Stattdessen wartet eine Spendendose in Form einer silbernen Michael-Jackson-Büste darauf, gefüttert zu werden. Auch wer ein Getränk bekommt, kann selbst entscheiden, wie viel er dafür zahlen will und ob er über den Getränkepreis hinaus spenden möchte. „Daran merkt man, wenn jemand das erste Mal da ist“, sagt Petra Blank und lacht, „wenn die Leute fragen: Was kostet das Bier?“. Petra Blank ist Mitgründerin des Zucker e. V., Verein zur Förderung der Selbstmach-Kultur in Darmstadt, der den Veranstaltungsraum verwaltet.

Ursprünglich war das „Zucker“ ein gleichnamiger Laden mit einzigartigem Sortiment abseits der Stangenware. Vom ehemaligen Lädchen ist das schöne, große Schaufenster geblieben – und der Anspruch, auch weiterhin ein Ort für Innovation und Eigeninitiative zu sein. 30 qm Nutzfläche und 20 qm Lager: Das „Zucker“ ist so süß, wie der Name verheißt. Wohlfühl-Atmosphäre und Basic-Equipment wie Anlage und DJ-Pult sind vorhanden. Dank rollbarer Regal-Elemente und leerer weißer Wände kann der Raum flexibel gestaltet und genutzt werden. Wer das „Zucker“ mieten will, zahlt eine geringe Gebühr und bekommt einen Paten zur Seite gestellt. Der schließt auf und zu, fungiert als Ansprechpartner und hilft bei Fragen. Für die Organisation selbst ist der Veranstalter zuständig.

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Foto: Leander Lenz
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Foto: Leander Lenz

Ort der (Sub-) Kultur, Meeting Point, Freizeittreff: Das „Zucker“ ist immer in Bewegung. Und das nicht ohne Grund, denn die Initiative lebt nicht nur von kreativen Köpfen, sondern auch von helfenden Händen. Am Laufen gehalten wird das Non-Profit-Projekt von aktuell sechs bis sieben Team-Mitgliedern. „Zu wenig“, meint Petra Blank. „Damit alle Aufgaben entlastend verteilt werden, wären etwa zehn Aktive wünschenswert.“ Ab sofort wird also Verstärkung gesucht. Das einzigartige Projekt steht und fällt nicht nur mit dem Engagement der Gäste, sondern zuallererst dem des Teams. Denn das „Zucker“ existiert vollkommen autark. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Förderungen aus öffentlichen Mitteln lehnt man ab, denn die Devise lautet: absolute Unabhängigkeit. Der monatlich anfallende Betrag von 650 Euro für Miete, Nebenkosten, Haftpflichtversicherung et cetera wird durch Mitgliedsbeiträge und Spenden gedeckt. Damit das Projekt auch in Zukunft weiterlaufen kann, ist also Deine Hilfe gefragt: Durch das Mieten des Raums, einer Spende oder einer (Förder-) Mitgliedschaft kannst Du das „Zucker“ unterstützen. Support your local Heiner-Kultur und gib dem Affen Zucker!

 

Meet the Zuckers

Du willst mehr über das Zucker erfahren? Dann komm zum Neulingstreffen am Montag, 27.04. um 19 Uhr in der Liebfrauenstraße 66 vorbei und lern’ das Zucker-Team kennen. Weitere Termine und Infos auf: www.zuckersachen.de

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