Foto: Jan Ehlers
Foto: Jan Ehlers

Diese Rubrik soll Hilfe sein für Neu-Darmstädter und Hiergebliebene, die vergesslich wurden (aus welchem Grund auch immer), die des Heiner-Idioms nicht (mehr) mächtig sind. Der Autor hat bei der Recherche keine körperlichen Einsätze gescheut (Abstürze an Trinkhallen bei Gesprächen mit 80-jährigen Ex- und Korntrinkern), um Licht ins Dunkel der Sprachverständigung zu bringen.

Damit ist im übertragenen Sinne so viel wie „Bau bloss kein’ Scheiss!“ oder „Pass auf Dich auf!“ gemeint. Die Legende will es, dass im Napoleonischen Feldzug nach Preußen 1806 das französische Heer vor den Toren Darmstadts in Zeltlagern kampierte. Die Soldaten patroullierten durch die Stadt und steckten den hübschen einheimischen Mädchen Zettel mit der Aufschrift „Visite ma tente“ („Besuch’ mein Zelt“) zu. Als die Mütter der Mädchen diese Zettel lasen, war die Empörung natürlich groß. Doch sie lasen aufgrund eingeschränkter Französischkenntnisse die Worte so, wie sie da standen und wie sie der Heiner eben ausspricht. Und immer, wenn die jungen Damen ausgehen wollten, sagten die Mütter: „Mach mer ja kaa Fissimatende!“

Also, Ihr Mädchen von heute: Gestern war’s der „Visite ma tente“-Zettel, heute ist es eine Telefonnummer, die man zugesteckt bekommt. Daher: Uffbasse un’ kaa Fissimatende mache, gell?!

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