Foto: Jan Nouki Ehlers
Foto: Mathias Hill

Planet Ersag musizieren seit Ende 2007, spielen eine Mixtur aus unpoliertem Punk- und Indierock und paaren diesen mit poetischen, deutschen Texten, die von Liebe, Melancholie und Existenz handeln. Ihre Debüt-CD „Tausend Sonnen“ haben sie bereits im Sommer dieses Jahres veröffentlicht. Gründe genug, um die Musiker vorzustellen. Bevor sich die Band zusammenfand, siedelte Sänger und Gitarrist Jan Vondrácek 2006 von München nach Darmstadt um. Die Songs bereits akustisch im Gepäck, sollte nun das punkige Potenzial der Songs mit Band umgesetzt werden. Gesagt, getan. Die Mitstreiter sind schnell mit zwei Freunden gefunden, die schon lange in der Darmstädter Musikszene verwurzelt sind. Mit Bassist Dennis Jakobi (Niños Santos und Skyle) und Schlagzeuger Matthias Georgi (Remmi und Demmi, Changing Sights) wurden die akustischen Stücke in Nachtschichten im Proberaum umarrangiert und somit Planet Ersag ins Leben gerufen. Das hiesige Hörspiel fand nur mit zwei Dritteln der Band statt, Matthias lag mit Erkältung im Bett. Zu erraten sind deutsch singende Darmstädter Bands. Kollegen unter sich!

 

Tobsucht „Zum Lachen in den Keller gehen“

Dennis [nach einer Weile]: Keine Ahnung. [Refrain setzt ein] Zum Lachen in den Keller gehen!? Ah, die Natalie Schäfer hat da mitgemacht, oder?

Korrekt.

Dennis: Ich weiß, wie die heißen, komme aber gerade nicht auf den Namen. Mist.

Tobsucht.

Dennis: Tobsucht, verdammt, kenn’ ich doch.

 

Decubitus „Allez les Bleus“

Darmstädter Oldschool-Combo, die den Lilien mit diesem Song die Ehre erweist. Zu hören auf dem Lilien-Sampler „22 Sahnefilets in Blau-Weiss“.

Dennis [überlegt]: Gib mir mal den Anfangsbuchstaben.

D.

Dennis: Mist, ich komm’ nicht drauf.

Jan [überzeugt]: Ruf’ Georgie [Spitzname vom Schlagzeuger Matthias, Anm. d. Red.] an, der soll herkommen, der weiß das. Ist richtig guter Punkrock! Schön!

 

47 Million Dollars „Dem kleinen Löwen“

Hardcore goes Ballade. Die harten Jungs mal leise.

Dennis [nach dem Einsetzen des Gesangs]: Kenn’ ich nicht. Ein schönes Lied. Cool. Wer ist das? Die Stimme kommt mir bekannt vor.
Jan: Sach schon, wer isses?

47 Million Dollars.

Jan: Ich war mal auf der Myspace-Seite von denen. Schöne klare Stimme hat der.
Dennis: Ah 47, die haben beim selben Produzenten aufgenommen wie wir damals mit Niños Santos. Spiel’ mal was anderes an.

 

Kackophonia „Uffbasse“

Punkband um den Uffbasse-Fraktionsvorsitzenden Jörg Dillmann am Gesang.

Dennis: Das ist doch der Dillmannn am Gesang, oder? Geiler Song.
Jan: Cooler Sound, das ist Punk Rock, sehr dreckig. Die Stimme ist super. Ich mag es, wenn es einfache, klare Melodien sind, find‘ ich sehr geil! Live würde ich die gerne mal sehen. Die machen auf jeden Fall sehr schöne Musik. Kann man sich klasse zuhause anhören. Das gibt Kraft und Energie. Haste noch ein Bier?
Dennis: Ich nehm’ auch eins!

 

Baggefudda „Hamma Schoppe Mamma Schoppe“

Deutschsprachiger HipHop aus dem Kehlkopf-Umfeld. Video zum Track wurde in der Pilsstube Herkules gedreht.

Dennis: Guter Beat, ist sehr cool, aber ich kenn‘s nicht. Ist das auf Kehlkopf?
Jan: Super, gefällt mir auch unheimlich gut. Brauch‘ ich unbedingt! Ich höre keinen Rap, aber so was gefällt mir sehr gut. Höre zur Zeit „BKT“. Die machen die modernste Musik, die momentan anzutreffen ist. Künstlerisch hochwertig und genial.

 

The Dass Sägebett „Student 93”

Dienstalte Kapelle, die seit 1988 in der Darmstädter Musikszene zuhause ist.

Dennis [blickt zu Jan]: Könnte Dir gefallen, oder?
Jan [erwidernd]: Ist halt schon ein krasser Sound, geile Band. Kannte ich vorher nicht. Sehr interessant.

Was fällt Euch spontan dazu ein?

Dennis: Ton Steine Scherben.
Jan: LSD.

 

Woody „Mach mich high”

Song vom gleichnamigen 2005er Album, der zeigt, wie mitreißend Deutsch-Rock sein kann.

Dennis und Jan [gleichzeitig]: Wooodyyyy!
Dennis: Habe William [Veder, Gesang, Anm. d. Red.] auf der Frankreich-Tour 2004 mit Niños Santos kennengelernt. Er hat uns damals abgemischt. Diesen Song hat er damals akustisch am Strand zum Besten gegeben, klasse.
Jan: Ohne William wäre Planet Ersag erst gar nicht entstanden. Mein erstes Treffen mit ihm war Anfang 2007 im Schlosskeller. Er hat dort mit mehreren Musikern eine Jam Session veranstaltet. Ich fragte ihn, ob ich mitjammen kann. Wir musizierten die ganze Nacht!
Dennis und Jan [einig]: Track 4 „Immer weiter“ auf dem Album ist unser Liebling.

 

Manges „Paradies 2008”

HipHop mit intelligenten und scharfsinnigen Texten, die ohne standard-hiphoptaugliche Bitches und Moneten auskommen.

Jan: Manges! Seine Musik ist sehr aussagekräftig und wunderschön. Gute Stimme. Ein großartiger Mensch. Einfach echt!
Dennis: Einfach nur gut. Echt, ist das beschreibende Adjektiv für ihn!

Ich danke Euch, das war’s!

Dennis und Jan: Und schreib‘, dass Du uns abgefüllt hast!

Bitteschön!

 

Fazit:

Das geschwächte Planet-Ersag-Team gab sich alle Mühe, auch ohne seinen Hintermann zu glänzen. Dabei mussten Dennis und Jan ein paar Punkte einbüßen. Trotzdem Glückwunsch!

 

www.planet-ersag.com

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