Welche neuen Läden buhlen in Darmstadt um Kunden? Welche neuen Restaurants und gastronomischen Konzepte bereichern die Stadt? Und wer musste schließen? Das erfahrt Ihr in der P-Rubrik „Kommen und Gehen“ – im schnittigen Steckbrief-Stil.

 

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Foto: Jan Ehlers

Bessunger Campus

Yoga raus, Babys und Heilpraktikerin rein: Das ehemalige Yoga-Zentrum „Y-Campus“ heißt jetzt „Bessunger Campus“ und beherbergt zwei fitness- und gesundheitsfördernde Studios. Bei „Mami & Mini“ können Mütter schwitzen, um Muskulatur und Ausdauer – gerade nach einer kräftezehrenden Schwangerschaft – zu stärken, während der kleine Nachwuchs aktiv und spielerisch in die Übungen integriert wird. Je nach Babyalter bietet Sportwissenschaftlerin Stephanie Grosch verschiedene Fitnesskurse „mit Alltagsbezug und Wohlfühlgarantie“ an. Ebenfalls im Bessunger Campus eingezogen ist ihre Kollegin Doris Weiner, die Euch auch ganz ohne Kinderglück in Form bringt. Mit einer „Synergie des Sports und der Naturheilkunde“ geht es mit Akupressur und Osteopathie Rückenschmerzen, Verspannungen, Schlafstörungen und anderen Leiden an den Kragen. Angeboten werden aber auch Wirbelsäulengymnastik, Kinderrückenschule, Personal Training, Autogenes Training und mehr.

Bessunger Straße 70, Bessungen | www.mamimini.de + www.dorisweiner.de + www.bessunger-campus.de

 

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Foto: Jan Ehlers

Café Graf

Neues aus der Grafenstraße, der wahrscheinlich wuseligsten Seitengasse unserer Stadt: Ende Januar wurde dort auf gleich zwei Etagen, direkt neben dem Italiener „San Remo“, das Café Graf eröffnet. In den ehemaligen Räumen eines Werbedienstleisters begrüßt Euch jetzt eine funkelnde Bar mit dem Konzept „Café, Lounge, Vinothek“. Die große Fensterfront im Erdgeschoss bietet besten Blick auf den Trubel in der dicht gedrängten Straßenschlucht, auf die Ihr wahlweise auch hinabblicken könnt. Die auffällige, eher kitschige Einrichtung passt dabei zum leicht zwielichtigen, aber durchaus charmanten Großstadtdschungel-Flair der Grafenstraße voll dicker Schlitten und Gelfrisuren.

Grafenstraße 20, Innenstadt | www.facebook.com/Café Graf

 

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Foto: Club Biergarten

Club Biergarten

Eine Institution schließt ihre Pforten. Nach 36 Jahren ziehen die Betreiber des „Club Biergarten“ in Dieburg schweren Herzens einen Schlussstrich. Ende Februar feierten Bernd Fischer und Monika Ahrens-Fischer Abschied im „ältestens Dark-Wave-Club des Rhein-Main-Gebiets“, der mit seinen Rock-Metal-Alternative-Partys in den Achtzigern und Neunzigern Kultstatus erreichte und sogar Bands wie Die Toten Hosen, Fehlfarben und Trio auf der Bühne begrüßen durfte. Doch gerade in den vergangenen zehn Jahren sei der Betrieb, einhergehend mit einem Wandel des Ausgehverhaltens junger Menschen, immer aufreibender geworden. Gerade unter der Woche hätten sich G8-Schulsystem und neue strikte Studienordnungen deutlich bemerkbar gemacht: „Irgendwann geht es einfach nicht mehr. Nachdem die Studentenwohnheime um 2000 aufgelöst wurden, begann es bereits schwerer zu werden. Das Nichtraucherschutzgesetz versetzte uns den nächsten Stoß. Und die sozialen Medien sowie diverse Computer-Rollenspiele setzen uns nochmal zu.“ Immerhin ist es kein Ende mit Schrecken, die Betreiber schließen das Kapitel „Club Biergarten“ ohne Schulden und das Gelände wurde im Einvernehmen verkauft. Dort, wo früher getanzt und gefeiert wurde, wird ein Investor Reihen- und Doppelhäuser errichten. Allen, die sich noch ein echtes Stück „Club Biergarten“-Geschichte sichern möchten, empfehlen wir den „Biergarten Flohmarkt“ am Samstag, 05.03., ab 15 Uhr. Dort werden original Einrichtungsgegenstände und Accessoires verkauft.

Hohe Straße 17, am Campus Dieburg | www.club-biga.de

 

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Foto: Hannah Morche

Fuchs & Hase

Aus „Carpe Diem“ wird „Fuchs & Hase“. „Ein Lebenstraum wird wahr“, sagt die neue Pächterin Tawana Lortz, die bereits vor zwei Jahren vorausschauend ihren Job als Sozialpädagogin kündigte, um Gastronomin zu werden. „Als mir im Oktober dann die bisherhigen Pächter Elke Schwinn und Eckhard Kocker anboten, das Carpe Diem ab 2016 zu übernehmen, weil sie in Rente gehen wollten, habe ich sofort zugesagt.“ Allerdings mit neuem Namen, Interieur und Konzept. Nach sechswöchiger komplizierter Renovierung („es klappte erstmal gar nix“) zeigt sich der etwa 40 qm große Gastraum (Platz für etwa 30 Gäste) luftiger und heller als zuvor. Interieur: Weniger Holzvertäfelungen, die Stühle weitestgehend einheitlich blaugrau gestrichen, eine winzig kleine Bühne mit Polstersesseln an der Rückwand des Raumes. „Ich möchte ein großes gemütliches Esszimmer im Martinsviertel schaffen, das auch als Ort der Kommunikation funktioniert“, so Tawana. Kulinarisch soll es frisch, heimatlich und mit Liebe zum Detail zugehen: „Wir kaufen fast alles auf dem Marktplatz ein, auch viel Veganes und Vegetarisches, dazu Brotwaren von der Bäckerei Schwerdt und Biofleisch.“ Daraus bereitet dann vor allem ihr Lebenspartner und Koch Markus Lindermeir Speisen wie Erdnuss-Gemüse-Curry, Kartoffelstampf mit Rotkraut, Ingwer-Möhrensuppe oder Panna cotta mit weißer Schokolade und Früchten. Dazu eine besondere Getränkeliste mit exquisitem Wein, Gin und Kaffee – jeweils von kleinen Familienbetrieben aus der Region. „In Zukunft planen wir auch kleine Events wie Absinth-Abende, Blind-Essen, Gin-Verkostung, Lesungen oder Singer-Songwriter-Konzerte. Weitere Ideen sind herzlich willkommen.“ Die Öffnungszeiten reichen von Frühstück bis zum nächtlichen Absacker. Der Gastraum ist für Festivitäten auch mietbar, Catering wird zusätzlich angeboten. Vor allem eine gute Gastgeberin möchte sie sein, erklärt Tawana abschließend, „für morgendlich-schüchterne Hasen wie für abendlich-draufgängerische Füchse.“

Schuknechtstraße 1, Martinsviertel | www.fuchsundhase-darmstadt.de

 

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Foto: Jan Ehlers

Lieblingsküche

Lange Tafel, zwei ultramoderne Kochblöcke, loungiger Wintergarten, gemütliches Licht, Holzboden und Kamin: Die „Lieblingsküche“, die Matias Opazo und Annette Dreher Mitte März in zentraler Lage am Willy-Brandt-Platz eröffnen, wird ihrem Namen schon bald alle Ehre machen. Da legen wir uns mal fest. Das von außen unscheinbare Holzhaus mit den roten Fenstern ist angeblich eine ehemalige Jagdhütte der großherzoglichen Familie und soll ursprünglich im Odenwald gestanden haben. Die nun darin eingezogene „Lieblingsküche“ ist kein Restaurant, sondern ein behaglicher, 100 qm großer Event-Gastronomie-Raum mit viel Seele (und guter Musik aus den High-End-Boxen). Hier geht der Besucher – nach verbindlicher Anmeldung über die Website – auf kulinarische Entdeckungsreisen von Marokko bis Österreich. Es finden Koch-Workshops (für Hobbyköche, Koch-Neulinge, Kinder und Jugendliche) statt, donnerstags die „Offene Küche“, also ausgewählte Menüabende mit lokalen Profi-Köchen, die die Kochzeile zu ihrer Bühne machen. „Live Cooking“ heißt das auf Neudeutsch und bedeutet: hautnah bei der Zubereitung dabei sein, mit den – wie Matias sie nennt – „kochenden Rockstars“ fachsimpeln, oder einfach nur das Fünf-Gänge-Menü und die dazu passenden Weine genießen. Besonders am Wochenende bietet die „Lieblingsküche“ Platz für individuell buchbare Events (mit bis zu 50 Personen) wie Feiern, Kochen mit Freunden oder Barbecue – im Sommer auch im vorgelagerten Garten. „Bei uns soll es lässig und ungezwungen zugehen. Uns ist es wichtig, dass sich unsere Gäste wohlfühlen“, sind sich die Gastgeber Matias und Annette einig.

Willy-Brandt-Platz/Bismarckstraße, Innenstadt | www.lieblingskueche-darmstadt.de

 

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Foto: Jan Ehlers

Manni & Peet

Schick sieht’s schon mal aus! Mit Stahlträgern, metallenen Lüftungsrohren, freigelegtem Klinkermauerwerk und massiven Holztischen ist unweit des Luisenplatzes urbaner Industrie-Look mit leichtem Retro-Einschlag eingezogen – erstaunlich, wie der ehemalige Schreibwarenladen zu einem Restaurant umgestaltet wurde. Und wenn die Köche nur halb so fit sind wie der Architekt, könnt Ihr im stilvollen Ambiente des „Manni & Peet“ Burger, Steaks und Salate genießen. Experimente gibt es auf der Karte keine. Die kleine, feine Auswahl setzt auf klassische Variationen, zubereitet in der zum Gastraum hin offenen Küche: Hamburger, Cheeseburger, belegt mit Tomaten, Zwiebeln, Gewürzgurken und Eisbergsalat, wahlweise mit Extras wie Bacon, Jalapeños oder einer Veggie-Bulette. Dazu frische Fritten, auch aus Süßkartoffeln. Oder eben doch einfach ein schlichtes Entrecôte mit Folienkartoffel. An der Bar gibt’s eine feine Weinauswahl, kühles Pils, Longdrinks und spritzige Cocktails – wobei die Softdrinks gerne ‘ne Nummer größer ausfallen könnten.

Rheinstraße 12, Innenstadt | Manni & Peet bei Facebook

 

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Foto: Jan Ehlers

Nennmann

Der Designprodukte-Laden „Nennmann“ schließt – und wir sind mit schuld daran. Denn wir Konsumenten haben die Wahl – und wir tragen dadurch Verantwortung. Mit jeder Kaufentscheidung. Es ist eben nicht egal, wo wir etwas kaufen. Wer einen lebendigen, individuellen Darmstädter Einzelhandel auch in Zukunft erleben möchte, der sollte diesen nicht nur zu Inspirationszwecken besuchen. Um dann zu googeln, wo in der digitalen Einkaufswelt das Produkt ein paar Euro günstiger zu haben ist. Doch auch die Hersteller spezieller Waren wie Design-Thermoskannen sind Teil des Problems geworden, wenn sie mit großen Möbelhausketten kooperieren und so die Margen der kleinen Fachgeschäfte immer weiter drücken. So kommt es, dass ein Geschäft, das die Darmstädter Schulstraße seit 14 Jahren aufwertet, voraussichtlich Ende März die Regale leer und abverkauft haben wird: „Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe“. Wir danken Inhaber Dirk Nennmann (und seinem Team) für den unermüdlichen Einsatz für die geschmackvolle Sache und wünschen alles Gute für den neuen Lebensabschnitt mit null Einzelhandel-Stress, viel Zeit mit der Familie und ein gutes Händchen beim Weinanbau auf dem Gut eines Bekannten! PS: Auf „Nennmann“ folgt übrigens „Heckmann“, das Bekleidungsgeschäft verlässt die Wilhelminenstraße und zieht voraussichtlich im April um.

Schulstraße 5, Innenstadt | www.nennmanndarmstadt.de

 

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Foto: Hannah Morche

Prime Selfstorage

Unter „Selfstorage“ versteht man das eigenständige Einlagern von Gegenständen in individuellen Miet-Lagerräumen. Am Standort des ehemaligen „Smart Towers“ im Industriegebiet Richtung Weiterstadt eröffnet Anfang März der Anbieter Prime seinen fünfstöckigen Ableger des aus den USA stammenden Lagerkonzepts. Zeitlich flexibel können Flächen von einem bis über 50 Quadratmeter angemietet werden. Die sichtgeschützten Lager-Einheiten sind durch individuelle Codes gesichert und können sieben Tage die Woche vom Mieter ein- oder ausgeräumt werden. Wer also seinen Krempel vorübergehend oder auch länger unterbringen muss, ist in Darmstadt nun um eine Option reicher.

Gräfenhäuser Straße 91, Industriegebiet | www.prime-selfstorage.de

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