Radaudisko_Carsten Caleu
Fühlen sich am Plattenteller wohler: DJ Robert und Carsten Caleu | Foto: Jan Ehlers

Die „Radaudisko“ ist auferstanden von den Toten! Endlich werden im Schlosskeller, der im Dezember nach monatelanger Renovierung sein Pre-Opening feiert, wieder Gitarren in Verstärker gestöpselt. Nach zwei Jahren Auszeit lassen DJ Robert und Carsten Caleu das Gewölbe unterm Residenzschloss wieder mit Musik abseits des Mainstream und pogo-lastigen Konzerten wackeln.

Mit alten Freunden, Szene-Legenden, einer einmaligen Reunion-Show und Plattenkisten voller Hits aus Punk, Indie, Alternative, Hardcore, Ska und Early Reggae feiert die „Radaudisko“ am 09. Januar ihr langersehntes Comeback. Prophetisch verkünden Carsten Caleu und DJ Robert: „Ein wüster Abend wird das wohl werden!“

Mit ihrer Passion für Subkultur, Underdog-Spirit und eimerweise Herzblut etablierte sich die „Radaudisko“ seit ihrer Premiere im Jahr 1999 zur festen Größe im Schlosskeller-Programm. Was damals als kleiner Punk-Kneipenabend begann, wuchs zwischenzeitlich sogar zu einer der größten Rock-Discos des Rhein-Main-Gebiets! Auch Konzerte gehörten von Anfang an zum Konzept der beiden Veranstalter, die auf ihrer Bühne immer Platz für lokale Gitarren-Helden hatten. Von Okta Logue über Bushfire, Rollergirls, Immergrün und 47 Million Dollars bis zu Fnessnej und mehr – von Psychedelic-Rock, Blues, Indie, Hardcore bis hin zu Experimentellem.

Back on the map!

Doch ausgerechnet nach dem 14-jährigen Jubiläum im Herbst 2013 war plötzlich Sense mit Konzerten, Party und Punk. „Die Luft war einfach raus bei uns, dazu hatte ich gesundheitliche Probleme, und so verschwanden wir, wie wir einst kamen: über Nacht“, erklärt Carsten Caleu. Die Lücke vermochte im Schlosskeller seitdem niemand wirklich zu schließen. Während Bands wöchentlich in der „Krone“ rocken oder nach wie vor in der Bessunger Knabenschule und der Oetinger Villa ihr Publikum finden, wurden Live-Shows in dem studentischen Club zur Rarität – ebenso Abende für alle, die lieber zu Musik, die nicht am Laptop zusammenproduziert wurde, tanzen.

„In der Zwischenzeit wurden wir wieder und wieder angesprochen, ob wir nicht zurückkehren könnten. Es würde was fehlen, teilte man uns mit. Auch uns war der Abend so ans Herz gewachsen, dass wir irgendwann dachten: Keine ‚Radaudisko‘ ist auch keine Lösung! Und so sind wir jetzt zurück, back on the map!“, freut sich Carsten Caleu.

Fürs Erste haben die beiden Radau-Macher drei Veranstaltungen mit Disco und Konzert von Januar bis März geplant. Ob sie auch langfristig wieder monatlich im Schlosskeller an den Plattentellern stehen, sei noch unklar. Für die Wiederauferstehung wurden aber definitiv „weder Kosten noch Mühen gescheut“.

 

„Raudaudisko“-Comeback

Uguaglianza (Italien) + Loaded (Mannheim) + The Wolves (DA) + Aftershowparty mit DJ Robert und Carsten Caleu

Die italienischen Street-Punker Uguaglianza verwandelten den Schlosskeller bereits zwei Mal in einen tobenden Punkrock-Kessel – schnürt schon mal Eure Doc Martens! Die Szene-Größen Loaded sind seit über 20 Jahren in bester The-Clash-Tradition unterwegs und spielen erstmals seit einem Jahrzehnt wieder in Darmstadt, während The Wolves ihre eigentlich bereits eingemotteten Gitarren noch mal entstauben, um ein letztes Mal rotzigen Punk’n’Roll der Marke The Hellacopters aus den Verstärkern zu kitzeln.

ACHTUNG: Weil der Schlosskeller immer noch renoviert wird, ist das „Raudaudisko“-Comeback in die Goldene Krone umgezogen.

Goldene Krone | Sa, 09.01. | 21 Uhr | 8 Euro, nur Radaudisko: 3 Euro

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