Darmstadt abc7332
Foto: Jan Ehlers

 

1506511_210076399176994_1839154963_n
Foto: Arschgebuiden

A wie Arschgebuiden: DIE Darmstädter Punkband (Smash-Hits: „Oi! Saufen! Prost, Metzger!“ – gegen das Alkoholverbot auf dem Luisenplatz zu Zeiten von Oberbürgermeister Günther Metzger – oder auch: > „Beschissene Welt“). Frontmann > Jörg Dillmann kandidierte > 1993 als Oberbürgermeister – und wurde von immerhin 3,9 Prozent gewählt. Die von ihm mitgegründete > UFFBASSE-Fraktion sitzt seit 2001 im Darmstädter Stadtparlament.

 

B wie Brandnacht: vom 11. auf den 12. September 1944 wurde Darmstadt durch Bombenangriffe der Alliierten nahezu vollständig zerstört. Diese Nacht trägt in Darmstadt seitdem den Namen > „Brandnacht“, sehr eindrücklich dokumentiert durch den Film > „Brandmale“.

 

1173261_m1w740q100v1246_heimat_5_81-26332376_BILD1
Foto: Gorry Gunschmann

C wie charismatisch: … das waren sie, die Gründer des „Multimedia-Kulturhauses“ > Goldene Krone, Tili Wenger (1945 bis 2004) und Peter Gleichauf (1941 bis 2008), kongenial ergänzt durch Türsteher und Sänger Fred Hill (1931 bis 2004, seine größten Hits waren: „Heinerfest Boogie“ und „In Darmstadt ist es prima“).

 

D wie Datterich: > Lokalposse von Ernst Elias Niebergall aus dem Jahr 1841, mit typisch Darmstädter Humor („Ich wahß net, ich hab heit schon de ganze Daag so en vasteckte Dorscht“). Wird 2015 rekultiviert mit einem stadtweiten > Datterich Festival. Das P freut sich schon mal vor mit der > Artikelserie „Eher wie net“.

 

E wie Eurodance: Eines der erfolgreichsten Zugpferde der Eurodance-Bewegung, Culture Beat, stammt aus Darmstadt. 1989 vom Darmstädter Produzenten Torsten Fenslau (1964 bis 1993) ins Leben gerufen, katapultierte sich das Dance-Projekt 1993 mit der vom Darmstädter > Nosie Katzmann komponierten Hit-Single > „Mr. Vain“ weltweit an die Spitze der Charts.

 

F wie Fratzemacher: … übersetzt: Angeber, Poser, Großmaul. Können die Darmstädter (die „Heiner“) gar net leiden. Viele weitere lokalidiomatische Redewendungen und Ausdrücke bringt Euch P-Autor Kossi in unserer Rubrik > „Hessisch vor runaways“ näher.

 

G wie Gesellschaft für Schwerionenforschung: The Big Bang Theory in Darmstadt: Das > GSI-Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung beherbergt in einem Waldstück im Norden von Darmstadt drei Ionenbeschleunigeranlagen sowie zwei Hochenergie-Lasersysteme. Dank dieser Ausstattung wurde unter anderem im Jahr 1994 das superschwere Element „Darmstadtium“ entdeckt, nach dem auch das > Darmstädter Kongresszentrum (im Volksmund: „Schepp Schachtel“, also: „schiefe Schachtel“) benannt ist.

 

35784801282583highresmaxh480maxw480darmst25c325a4dterheinerfest2528media_4311232529
Grafik: Heinerfest

H wie Heinerfest: DAS Fest der Darmstädter, immer am ersten Juli-Wochenende (von Donnerstag bis Montag). Die Darmstädter City wird dann zum wohl größten innerstädtischen Rummelplatz Deutschlands mit zahlreichen Musikbühnen und fettem Rahmenprogramm. Begrüßt wird sich standesgemäß mit > „Ei gude, wie?!“ (Kurzform: „Guuude!“).

 

I wie Internationale Ferienkurse für Neue Musik: Alle zwei Jahre im Sommer veranstaltet das Internationale Musikinstitut in Darmstadt die > Internationalen Ferienkurse für Neue Musik. Ein Treffpunkt für Komponisten, Interpreten, Performer, Klangkünstler und Musikwissenschaftler aus der ganzen Welt. VIDEO: > Ferienkurse 2014.

 

J wie Jugendstil: Zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entwickelte sich Darmstadt dank Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein zum > Zentrum des Jugendstils in Deutschland. Ihm haben wir es zu verdanken, dass die Künstlerkolonie 1899 unter dem Leitspruch „Mein Hessenland blühe und in ihm die Kunst“ auf der Mathildenhöhe entstand. So kam der Jugendstil – und Künstler wie Olbrich, Behrens und Christiansen – von Paris und Wien nach Darmstadt. Wer Interesse an der „Art Nouveau“ und ihrer Entstehung hat, dem sei ein Besuch der > Mathildenhöhe mit ihren > hochkarätigen Ausstellungen wärmstens ans Herz gelegt.

 

K wie Katakomben: Ab in den Untergrund! Wer mal > Darmstadts Unterwelt erkunden möchte, kann in die Katakomben zwischen Dieburger Straße und Mathildenhöhe hinabsteigen. Ab Mai 2015 können wieder > Führungen gebucht werden.

 

P_Sonderseite_Plakat.indd
Sunset Böllevard, Heimat der „Lilien“ | Foto: Stefan Holtzem

L wie „Lilien“: Darmstadts bekanntester und beliebtester (Fußball-) Sportverein, der > SV Darmstadt 98, kickt aktuell und > sensationeller Weise in der 1. Bundesliga. Zentrales Objekt im Wappen der „98er“ (wie auch im Wappen der Stadt Darmstadt): die Lilie – daher der blümerante Kosename. Das P-Magazin berichtet seit seiner ersten Ausgabe (März 2008) über die Höhen und Tiefen des „Lilien“-Universums – in der Rubrik > „Unter Pappeln“. Sehr schön auch: die 45-minütige TV-Doku im ZDF-„Sport-Spiegel“ über die „Lilien“: „Unser schönstes Jahr – Aufstieg 1978“.

 

M wie MDMA: Der Chemiker Anton Köllisch synthetisierte 1912 beim > Darmstädter Pharma-Unternehmen E. Merck erstmals MDMA (später: Ecstasy). Merck reichte für den Wirkstoff MDMA 1912 ein Patent ein. Ebenfalls eine Merck-Entdeckung: > Kokain.

 

N wie notorisch blank: (auch) die Stadt Darmstadt hat eigentlich kaa Geld. Schuldenstand Ende 2013: 730.900.000 Euro – fast eine dreiviertel Milliarde Euro.

 

O wie Odenwald: Darmstadt ist (quasi) das Tor zum Odenwald, einer Naturidylle direkt vor unserer Haustür. Einige lohnenswerte Ausflugsziele haben wir für Euch in der Rubrik > Stadtflucht in den Odenwald zusammengestellt.

 

P wie Petkovic: Die Weltklasse-Tennisspielerin Andrea Petkovic kommt aus Darmstadt, wohnt auch noch hier – und legt auch mal > auf Einladung des P-Magazins ihre Lieblingsplatten auf.

 

Q wie queer: Langweilig, nein danke! Darmstadts Bewohner sind vielschichtig und bunt, dies verdeutlicht auch die schillernde Schwulen-, Lesben-, Bisexuellen- und Transgender-Gemeinschaft. > Christopher Street Day (CSD), Partys im > Schlosskeller und > diverse Vereine, zeigen deutlich die Offenheit und Zusammenhalt der Szene in der Stadt.

 

HG-Veteranendenkmal
Foto: Stadtarchiv

R wie Riwwelmaddes: Das Ehrenmal, das im Volksmund „Riwwelmaddhes“ genannt wird, heißt offiziell „Prinz-Emil-Veteranen-Denkmal“. Es erinnert an die von 1792 bis 1815 in den sogenannten Napoleonischen Kriegen gefallenen hessischen Krieger. Der „Riwwelmaddhes“ steht im Nordteil des > Herrngartens, gewissermaßen als Wächter mit Schwert über Zucht und Ordnung in diesem Darmstädter Park.

 

S wie Selbstmachkultur: … auch Do-it-Yourself- (DIY-) Kultur genannt, ist in Darmstadt > weit verbreitet. Es gibt sogar einen Verein für Selbstmachkultur, der den > Selbstmachkulturraum „Zucker“ betreibt (und gegen eine Mini-Gebühr vermietet).

 

T wie Theaterszene: Theaterstadt Darmstadt! Neben dem Flaggschiff > Staatstheater – mit drei Sparten und über 500 Mitarbeitern unter einem Dach übrigens eines der größten Theater in Deutschland – unterhalten noch mehr als zwanzig freie Ensembles das Darmstädter Publikum. Teils im eigenen Theater, teils an den unterschiedlichsten Spielorten in der ganzen Stadt: in den Großherzöglichen Gärten, in historischen Gewölbekellern, in den Fußgänger-Unterführungen oder den Clubs und Kulturzentren zwischen Oetinger Villa und Orangerie. Immer aktuell nachzulesen auf > www.p-stadtkultur.de/theater.

 

U wie ULB: … ist die Zentrale Universitätsbibliothek der Technischen Universität in Darmstadt. Nach dem Umzug aus dem Residenzschloss Darmstadt in die Magdalenenstraße sind nun sämtliche dezentrale Fachbibliotheken in einem einzigen Gebäude zusammengeführt. Die > ULB Darmstadt verfügt über 850 Lese- und Arbeitsplätze, Einzelarbeits- und Gruppenarbeitsräume. Falls es Dir dort zu wuselig wird, dann halte einfach nach unseren > „Alternativen zur ULB“ Ausschau.

 

V wie Valentin: Der Vater des deutschen Komikers > Karl Valentin hieß Johann Valentin Fey (1833-1902) und wohnte zeitlebends in der Bangertsgasse (heutige Pankratiusstraße) zwischen Wenck- und Kaupstraße – in Darmstadt. Solche und andere bedeutende „Darmstädter Fakten“ erfahrt Ihr in der P-Rubrik > „Rischdisch (un)wischdisch“.

 

W wie Weltraum: Darmstadt ist Weltraum-Stadt! Dank der > European Space Agency (ESA) und dem European Space Operation Centre (ESOC) mit Sitz in Darmstadt kontrollieren wir quasi sämtliche europäische Weltraum-Missionen.

 

X wie Xenophobie: Zwischen 1933 und 1945 war Darmstadt eine Nazi-Hochburg. Heute kämpfen etliche > Initiativen gegen das Vergessen und dafür, dass solche Verbrechen gegen die Menschlichkeit nie wieder geschehen.

 

Y wie Yoga: In Darmstadt gibt es fast so viele Yoga-Studios wie Döner-Buden. Glaubst Du net? Dann lies mal > diesen Artikel im P Stadtkulturmagazin.

 

640px-Engagement_official_picture_of_Alexandra_and_Nicholas
Alice + Nikolaus | Foto: Wikipedia

Z wie Zar Nikolaus: Der letzte Zar Russlands, Nikolaus II., ist eng mit Darmstadt verbunden – durch die Heirat von Alix (sechstes Kind und vierte Tochter von Großherzog Ludwig IV. von Hessen und bei Rhein sowie Prinzessin Alice von Großbritannien und Irland). Die letzte Kaiserin Russland stammte also aus Darmstadt. Die > Russische Kapelle auf der Mathildenhöhe ist noch heute güldern-glänzendes Zeugnis dieser aristokratischen Verbindung.

 

Artikel drucken Artikel versenden